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(Ergänzt um Analystenkommentare und Aktienkurs)
Zürich (awp) - Der Zementkonzern Holcim ist einem Pressebericht zufolge in den USA verklagt worden. Laut "Handelszeitung" (HaZ, Ausgabe vom 23. Juni) wirft die Generalstaatsanwaltschaft der US-Tochtergesellschaft vor, jahrelang gegen Umweltschutzgesetze verstossen zu haben. Holcim bestätigte gegenüber der Zeitung, dass eine Klage eingereicht worden sei.
Der Staatsanwalt habe das zuständige Bezirksgericht aufgefordert, Holcim den Weiterbetrieb der Fabrik zu untersagen, solange die Gesetze nicht eingehalten würden. Zudem sei das Unternehmen mit bis zu 37'000 USD pro Tag zu büssen für die Zeit, in der das Werk gegen das Gesetz verstossen habe. Insgesamt könne die Busse bis zu 100 Mio USD betragen.
Holcim weist die Vorwürfe zurück. "Die Tochter-Gesellschaft in den USA ist der Meinung, dass sie die Bestimmungen eingehalten hat und dass das Bussenrisiko für die Gesellschaft nicht materiell ist", heisst es vom Konzern laut "HaZ".
Analysten sehen in ersten Kommentaren keine gravierenden Auswirkung auf Holcim zukommen. "Die Höchststrafe könnte bis zu 5% des Konzernnettogewinns des Jahres 2011 betragen", rechnet Vontobel-Analyst Serge Rotzer vor. Ausgehend vom derzeitigen Informationsstand erwartet die Bank aber keine nennenswerte Busse. Holcim besitze eine der modernsten Anlagen der USA.
Auch die Marktbeobachter der Privatbank Wegelin geben sich gelassen. Die geforderte Bussensumme erscheine für US-amerikanische Verhältnisse "beinahe etwas bescheiden und sollte im Falle einer Verurteilung für das Unternehmen durchaus verkraftbar sein".
Wegelin wertet die Kursrücksetzer der vergangenen Tage für langfristig orientierte Anleger allenfalls als Zukaufsmöglichkeit. Die Pro-Argumente seien nach wie vor intakt. Holcim mische schon heute in der Wachstumsregion Asien und Ozeanien kräftig mit und erzielt rund 37% seines Umsatzes in diesem Gebiet. Der staatlich geförderte und private Infrastrukturbau in den Wachstumsländern dürfte auch weiterhin boomen.
Holcim verbilligen sich gegen 10.30 Uhr um 1,7% auf 61,30 CHF. Bislang wurden rund 280'000 Aktien gehandelt. Das durchschnittliche Volumen der vergangenen Tage liegt bei 1,2 Mio Stück. Der Gesamtmarkt (SMI) gibt 0,28% nach, wobei insbesondere die Titel konjunktursensitiver Unternehmen, wie Holcim selbst, nachgeben. Der Subindex der Bauwerte im EuroStoxx 50 sinkt um 1,1%.
dm/ps/uh

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