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Holcim nach neun Monaten mit weniger Umsatz - Wachstum ab 2010 erwartet (Zus)

Dieser Inhalt wurde am 11. November 2009 - 14:00 publiziert

Jona (awp) - Der Zementhersteller Holcim hat in der zweiten Jahreshälfte die Talfahrt abgebremst. Zwar ging der Umsatz in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres um ein Fünftel und der Reingewinn um ein Drittel zurück, doch dokumentiert das dritte Quartal allein bereits wieder einen Gewinnanstieg. Die Analysten loben die vorgelegten Zahlen, verweisen auf die bessere Entwicklung als beim französischen Konkurrenten Lafarge und die Anleger lassen die Titel haussieren.
Die Entwicklung innerhalb der Konzernregionen ist deutlich unterschiedlich. So zeigten die Märkte in den Industrieländern weiterhin eine rückläufige Tendenz, während in den Schwellenländern die Nachfrage wieder stieg. Im kommenden Jahr geht der Konzern nun davon aus, insgesamt wieder zu wachsen, wie Holcim am Mittwoch mitteilte.
AUFHELLUNG IM DRITTEN QUARTAL
Mit den vorgelegten Zahlen übertrifft das Unternehmen zwar weitgehend die Schätzungen der Experten, doch der Neunmonatsbericht allein liest sich wenig erbaulich: Reingewinn nach Minderheiten -31%, Konzerngewinn vor Minderheiten -25,2%, Betriebsgewinn -24,3%, betriebliches EBITDA -17,2%, Nettoverkaufsertrag -18,4% und dies trotz eines Gewinns von 61 Mio CHF aus dem Verkauf von CO2-Emissionszertifikaten.
Das dritte Quartal allein zeigt jedoch eine Verringerung der Absatzeinbussen. Der Betriebliche EBITDA stieg auf vergleichbarer Basis um 5,5% und der Konzerngewinn kletterte um 13,7%.
Sorgenkind des St. Galler Unternehmens bleiben jedoch nach wie vor die Märkte in den Industrieländern. Dort nahm nämlich die Nachfrage nach Baumaterialien im dritten Quartal weiter ab. Im Gegensatz dazu stehen die Schwellenländer, wo die Bauwirtschaft wachse, allen voran in Asien, getrieben vom starken Wachstum in China und Indien.
SPARZIEL ÜBERTROFFEN
Im ganzen Konzern wurde das umfangreiche Sparprogramm in den zurückliegenden Monaten unvermindert fortgeführt und eine Vielzahl von kostensenkenden Massnahmen entlang der Wertschöpfungskette realisiert. Von Januar bis September sparte Holcim 573 Mio CHF an Fixkosten ein. Die Zielsetzung, in diesem Geschäftsjahr die Kosten um 600 Mio CHF zu senken, werde übertroffen.
Auch spielten geringere Energiekosten dem Konzern in die Hände. Die Energiepreise für die Herstellung einer Tonne Zement betrugen in den ersten neun Monaten des laufenden Jahrs durchschnittlich 17,21 CHF, im Gesamtjahr 2008 lagen diese noch bei 18,35 CHF. Im 3. Quartal 2009 allein betrugen die Kosten 16,40 CHF, im Vorjahreszeitraum lagen diese bei 19,20 CHF. Konzernchef Markus Akermann sieht nun im laufenden 4. Quartal eine weitere Abschwächung der Kosten.
Auch in einem Kartellverfahren kann der Konzern Positives vermelden und geht von einer geringeren Busse aus einem Kartellverfahren in Deutschland aus als erwartet. "Wir werden voraussichtlich 50 bis 60 Mio EUR auflösen können", sagte Finanzchef Theophil Schlatter. Gegenwärtig werde das Urteil der Revisionsinstanz geprüft.
VORSICHTIG OPTIMISTISCH
Hinsichtlich der weiteren Entwicklung gibt sich Holcim vorsichtig optimistisch. In Europa würden die Märkte vor allem in Spanien, Grossbritannien und Osteuropa einschliesslich Russland über einen längeren Zeitraum schwierig bleiben. Zuversichtlicher ist Holcim bezüglich der Entwicklung in Nordamerika gestimmt, denn es sei zu erwarten, dass die Baustoffmärkte dank der Impulsprogramme in der zweiten Jahreshälfte 2010 wieder zu einem bescheidenen Wachstum beim betrieblichen EBITDA zurückfinden werden, so CEO Akermann.
Die Anleger zeigten sich mit dem Resultat zufrieden und lassen die Titel am frühen Nachmittag um mehr als 5% steigen.
ps/cf

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