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Jona (awp) - Der Zementhersteller Holcim hat in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres die Verkäufe gesteigert, dabei aber weniger verdient. Ursache für den geringeren Betriebsgewinn sind gestiegene Preise für Energie und Rohmaterial sowie der starke Franken. Die Gewinnerosion konnte nicht mit Preiserhöhungen aufgefangen werden. Zudem wurden im laufenden Jahr noch keine CO2-Zertifikate verkauft, die im Vorjahr 65 Mio CHF in die Kasse gespült hatten.
Der Jahresauftakt wurde in den reifen Märkten vielerorts von verschobenen Infrastrukturprojekten negativ beeinflusst. In Europa sorgte der milde Winter jedoch für einen gewissen Ausgleich. In den aufstrebenden Märkten Asiens und Lateinamerikas legte dagegen die Baustoffnachfrage weiter zu, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.
Der Nettoverkaufsertrag sank im Zeitraum Januar bis März im Vergleich zur Vorjahresperiode um 1,8% auf 4,66 Mrd CHF. Die Verkaufsvolumen waren dagegen zwar in allen Segmenten höher. So stiegen die Absatzmengen für Zement, Zuschlagstoffe, Transportbeton und Asphalt insgesamt um knapp 4% auf rund 80 Mio Tonnen. Bislang reichte dies jedoch nicht, um die überdurchschnittlichen Kostensteigerungen bei Rohmaterialien und Energieträgern, wie Kohle und Petrolkoks, sowie in der Distribution aufzufangen.
PREISANPASSUNGEN NOTWENDIG
In einer Reihe von Märkten wurden die Preise mittlerweile angepasst. Preiserhöhungen in Lateinamerika und Indien seien für Zement bereits durchgesetzt worden, sagte Konzernchef Markus Akermann bei einer Telefonkonferenz. "Wir müssen aber noch mehr tun."
Der betriebliche EBITDA reduzierte sich um 17% auf 753 Mio CHF. Dies führte zu einer Marge von 16,2% nach 19,2% im Vorjahreszeitraum. Der betriebliche EBITDA verbesserte sich in der Konzernregion Nordamerika. Auch in Europa nahm er zu, wenn die aufgeschobenen Verkäufe von CO2-Emissionszertifikaten ausgeklammert werden, die im ersten Quartal 2010 rund 65 Mio CHF ausmachten.
Auf Stufe Betriebsgewinn weist Holcim einen Rückgang von knapp 25% auf 347 Mio CHF aus. Unter dem Strich resultierte lediglich ein Reingewinn nach Minderheiten von 10 Mio CHF nach einem Verlust von 68 Mio CHF im Vorjahreszeitraum. Damals war das Reinergebnis wegen einer Steuerbelastung von 182 Mio CHF im Zusammenhang mit der Bereinigung der Beteiligungsstruktur in Nordamerika ins Minus gerutscht.
MILDER WINTER HILFT
In der Konzernregion Europa begünstigte der milde Winter die Bautätigkeit. Die Baustoffnachfrage zog denn auch in fast allen Märkten an. Die Belebung fand vorwiegend im privaten Sektor statt; der öffentliche Bau litt weiterhin unter Budgetrestriktionen.
In den USA stiege der Zementverbrauch. Verschiedene Impulsprogramme setzten vor allem im Strassenbau Akzente. In Kanada blieben die Märkte insgesamt stabil.
Die Baumärkte in Lateinamerika hielten sich insgesamt gut. In Mexiko und Zentralamerika gab es nach der Wirtschaftskrise erstmals Anzeichen einer positiven Nachfrageentwicklung. Brasilien profitierte weiter von einer soliden Binnenkonjunktur.
In Afrika und dem Nahen Osten veränderte sich die Nachfrage nicht grundlegend. Infrastrukturprojekte und Privatbauten stützten die Nachfrage in Marokko. Im Libanon liess die Wachstumsdynamik dagegen etwas nach.
Die asiatischen Märkte wuchsen weiter. In Indien wurden wieder mehr Baustoffe für Infrastruktur- und Wohnbauten nachgefragt. In Australien und Neuseeland beeinträchtigten die Auswirkungen der Überschwemmungen sowie des Erdbebens den Baustoffversand.
Holcim geht davon aus, dass sich die Bauwirtschaft in den reifen Märkten erholen und das Wachstum in den aufstrebenden Märkten anhalten wird. Die Konzernleitung ist überzeugt, der Konzern werde am weiteren Wachstum in den aufstrebenden Märkten erfolgreich teilhaben und in Europa und Nordamerika von einer weiteren Konjunkturerholung überdurchschnittlich profitieren.
Die Titel geraten nach der Zahlenpräsentation unter Verkaufsdruck und verlieren in einem etwas festeren Gesamtmarkt mehr als 4%.
ps/cc

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