Holcim zeigt grossen Appetit

Den Zementriesen Holcim zieht es in den indischen Markt. Keystone

Der Schweizer Zementgigant Holcim hat in Indien eine Offensive lanciert und sein Übernahme-Angebot für die britische Aggregate Industries bekräftigt.

Dieser Inhalt wurde am 20. Januar 2005 - 10:39 publiziert

In Indien will Holcim die Kontrolle über den zweitgrössten Zementkonzern des Landes übernehmen.

Holcim steht vor einer Reihe von bedeutenden Übernahmen. In Grossbritannien möchte der Zementkonzern Aggregate Industries erwerben, in Indien will Holcim ebenfalls Fuss fassen. Kostenpunkt für beide Vorhaben: 4,8 Mrd. Franken.

Aus dem Angebot für Aggregate Industries inklusive der Dividende ergebe sich eine Bewertung des gesamten ausgegebenen Aktienkapitals von 1,8 Mrd. Pfund (4 Mrd. Fr.), teilte Holcim am Donnerstag mit. Die Offerte sei von den Verwaltungsräten der beiden Unternehmen einstimmig beschlossen worden.

Holcim will nach eigenen Angaben die Übernahme aus eigenen Mitteln und zugesagten Krediten finanzieren. Alternativ zum Barangebot werde auch ein "Loan Note" offeriert. Holcim besitzt nach eigenen Angaben derzeit bereits 14,7% der Aggregate-Aktien.

Weiterer Aktienkauf geplant

Holcim will nun bis zu 135 Millionen weitere Aktien des Unternehmens über den Markt kaufen. Damit würde der Holcim-Anteil an Aggregate auf über 25 Prozent steigen, sagten Händler am Donnerstag.

"Der Eintritt in den attraktiven britischen Markt ist ein Teil unserer Strategie, in allen Schlüsselmärkten anwesend zu sein", sagte Holcim-Direktor Markus Akermann.

Das Übernahmeangebot ist an der Börse verhalten aufgenommen worden. Die Titel verloren gegenüber dem Schlusskurs vom Mittwoch in den ersten Handelsminuten 0,8% auf 70,05 Franken.

Vorstoss in indischen Markt

Holcim will nach weiteren Angaben auf dem wachstumsstarken indischen Zementmarkt durch mehrere Akquisitionen und mit einem Mitteleinsatz von 800 Mio. Dollar Fuss fassen.

Dafür sei zunächst eine strategische Allianz mit dem drittgrössten indischen Zementkonzern Gujarat Ambuja Cements (GACL) eingegangen worden.

Gleichzeitig sollen die Handelsaktivitäten für Klinker und Zement in den angrenzenden Regionen Südasiens, dem Mittleren Osten und in den Ländern des Indischen Ozeans verstärkt werden.

Als erste Massnahme habe Holcim seine Beteiligung an Ambuja Cement India auf 67% aufgestockt.

Ambuja habe nun zwei Übernahmeofferten auf dem Subkontinent lanciert. Zum einen habe die Holcim-Tochter Ambuja ein öffentliches Kaufangebot für die Nummer zwei des indischen Zementsektors, Associated Cement Companies (ACC), angekündigt, so Holcim.

Ambuja besitze bereits rund 14% an ACC. Als zweite Akquisition wolle Ambuja seine 94%-Beteiligung an einem der profitabelsten Zementkonzerne Indiens Ambuja Cement Eastern durch ein Kaufangebot an die Minderheitsaktionäre ausbauen.

Aufholbedarf feststellt

Als bevölkerungsmässig zweitgrösstes Land der Welt hat Indien Holcim zufolge beim Zementverbrauch noch enormen Aufholbedarf. Derzeit liege der Verbrauch noch auf einem der niedrigsten Niveaus in Asien.

Der Verbrauch dürfte von 120 Mio. Tonnen 2004 in den kommenden Jahren um etwa sieben bis acht Prozent pro Jahr zulegen. Das Unternehmen Grsaim Ultratech ist derzeit Zement-Marktführer in Indien.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Holcim bietet für die Übernahme der britischen Aggregate Industries 4 Mrd. Fr.
Sie hat ein Angebot von 138 Pence plus zwei Pence Dividende pro Aktie vorgelegt.

End of insertion

In Kürze

Holcim ist weltweit die Nummer zwei in der Zementproduktion, hinter der französischen Lafarge. Sie beschäftigt 48'000 Personen in 70 Ländern.

Die Aggregate Industries Gruppe beschäftigt gegenwärtig 8600 Personen an über 650 Orten, hauptsächlich in Grossbritannien, den USA, Norwegen und Irland.

End of insertion

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen