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Homosexuelle fordern Anerkennung

Die Kleidung der Parade-Teilnehmenden war 2006 meist weniger schrill als in früheren Jahren.

(Keystone)

Zwischen 9000 und 10'000 Menschen nahmen am Samstag in Zürich an der Ausgabe 2006 des Christopher Street Day-Spektakels teil.

Schwule und Lesben forderten an diesem Anlass ihre volle rechtliche Gleichstellung.

Volle gesellschaftliche Akzeptanz von Homosexuellen haben am Samstagnachmittag in Zürich die Teilnehmenden am Christopher Street Day 06 gefordert. Dies sei der nächste Schritt, nachdem die rechtliche Gleichstellung (beinahe) erreicht sei.

Mit 9000 bis 10'000 Teilnehmenden (Schätzung der Organisatoren) fand am Samstag die bisher grösste Christopher-Street-Day-Parade in Zürich statt. Dies, obwohl der politische Beginn des CSD bloss ein paar Hundert interessierte Schwule und Lesben anzuziehen vermochte.

Schule und Eltern sind gefordert

Die Winterthurer SP-Nationalrätin Chantal Galladé und Fritz Lehre, der Präsident der Organisation Freundinnen, Freunde und Eltern von Lesben und Schwulen, betonten, wie wichtig es sei, dass das Thema Homosexualität in der Schule besprochen werde. Das Thema des diesjährigen CSD lautete denn auch doppeldeutig "Akzeptanz
macht Schule".

Das vor einem Jahr angenommene Partnerschaftsgesetz sei die rechtliche Grundlage zu einem weiteren notwendigen Ziel, sagte Lehre: Der vollen gesellschaftlichen Akzeptanz. Hier seien in erster Linie Eltern und Schulen gefordert.

Es dürfe nicht sein, dass Jugendliche sich fürchteten, ihren Eltern zu sagen, dass sie sich zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlten. Eltern müssten ihren Kindern frühzeitig klar machen, dass sie auch mit gleichgeschlechtlicher Neigung geliebt und akzeptiert würden, forderte Lehre.

Gelehrte und gelebte Akzeptanz

Galladé betonte die bildungspolitische und pädagogische Verantwortung der Schulen für gelehrte und gelebte Akzeptanz. Homosexualität dürfe kein Tabu sein, die Schülerinnen und Schüler müssten im Gegenteil dafür sensibilisiert werden. Und dafür sei es notwendig, homosexuelle Liebe schon in der Ausbildung der Lehrpersonen zum Thema zu machen.

Die Jugendlichen müssten erfahren, dass gleichgeschlechtliche Liebe genauso in Ordnung sei wie andersgeschlechtliche, forderte Galladé. Geschehe dies nicht, so könne es Ursache von schweren Krisen bis hin zu Depression oder gar Suizid sein.

Unter dem Jubel der Anwesenden erläuterte schliesslich der Kabarettist Patrick Frey als Schwulen-Experte Dr. Stolte-Benrath seine Kenntnisse zum Thema. Und nachdem Mitglieder der schwul-lesbischen Mittelschul-Organisation "Hallo Welt" ein Band durchschnitten hatten, brach die Menge zur CSD-Parade durch die Innenstadt auf.

Im Gegensatz zu früheren Jahren waren schrille Kostüme auf dem Helvetiaplatz nur sehr vereinzelt zu sehen. Die allermeisten kamen in ganz gewöhnlichen Alltagskleidern. Laut Mit-Organisator Mark Chapman kann dies durchaus als Zeichen dafür interpretiert werden, dass Homosexualität zumindest hier zu Lande immer selbstverständlicher und alltäglicher wird.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

1969 nahm in einer New Yorker Bar in der Christopher Street die moderne Schwulen- und Lesbenbewegung ihren Anfang. Erstmals wehrten sich dort schwule Männer gegen willkürliche Razzien der Polizei.

Im Andenken daran werden in New York und in vielen Städten der Welt heutzutage Gay-Pride-oder CSD-Paraden durchgeführt.

Die Parties und Paraden setzen sich ein für die Gleichheit von Homosexuellen, Bisexuellen, und Transsexuellen. Für die sexuellen Minderheiten sind sie auch ein Anlass, öffentlich für ihre Lebenswahl einzutreten.

Obgleich der Christopher Day ein buntes Festival ist, liegt sein politischer Fokus im Erreichen der Legalisierung von homosexuellen Partnerschaften.

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