Hooligans: Kantone erhöhen Druck auf Klubs

Die Schweizer Fussballklubs müssen mehr gegen randalierende Fans unternehmen und enger mit den Behörden zusammenarbeiten, sonst flattern ihnen bald hohe Rechnungen ins Haus: Darauf haben sich die Kantone, der Fussballverband und die Profiliga geeinigt.

Dieser Inhalt wurde am 16. April 2010 - 14:39 publiziert

Sie präsentierten am Freitag in Bern eine Mustervereinbarung, die sämtliche Profiklubs bis Ende Juni unterzeichnen sollen. Die Vereinbarung, die lokal angepasst werden kann, ermöglicht ein repressiveres Vorgehen gegen gewalttätige Fussballfans und nennt auch einige präventive Massnahmen.

Jede Runde der Meisterschaft verursache heute Sicherheitskosten der öffentlichen Hand von rund einer Million Franken, sagte die St. Galler Regierungsrätin Karin Keller-Sutter vor den Medien. "Die Öffentlichkeit ist nicht mehr bereit, dies mitzutragen."

Auch der Schweizerische Fussballverband (SFV) zeigt sich entschlossen, die Gewalt einzudämmen. "Die grosse Mehrheit der Fans wünscht sich eine Atmosphäre des Respekts und des Anstands", betonte SFV-Präsident Peter Gilliéron.

Die Vereinbarung sieht vor, dass Vereine und Behörden vor jeder Saison gemeinsam ein Sicherheitskonzept erarbeiten. Die Klubs müssen auch Rechenschaft darüber ablegen, was sie selber gegen Gewalt und Rassismus unternehmen und wie sie Feuerwerkskörper im Fanblock verhindern wollen.

Höchste Priorität wird der Identifikation von Straftätern eingeräumt. So werden in den Stadien und auf den Reisewegen hoch auflösende Videokameras und Polizeispitzel eingesetzt. Die Stadionbetreiber stellen den Behörden Arrestzellen und Räume für Einvernahmen zur Verfügung.

Generell soll es im Stadion bestenfalls noch Leichtbier mit drei Volumenprozent zu trinken geben. Die Fans im Gästesektor sollen gar keinen Alkohol konsumieren.

Der Geist der Mustervereinbarung entspricht der "Policy gegen Gewalt im Sport", den die Justiz- und Polizeidirektoren im letzten November verabschiedet haben. Nach den erfolgreichen Verhandlungen mit den Fussballverantwortlichen streben die Kantone nun eine ähnliche Lösung mit dem Eishockeyverband an.

swissinfo.ch und Agenturen

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