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PALO ALTO/REDWOOD SHORES (awp international) - Die Chefetagen von Hewlett- Packard und Oracle haben ihre persönlichen Eitelkeiten hinter die Geschäftsinteressen zurückgestellt. Statt sich weiter um den skandalumwitterten Spitzenmanager Mark Hurd zu streiten, konzentrieren sie sich nun wieder aufs Geldverdienen. Ein Kompromiss lässt beide Seiten ihr Gesicht wahren.
"Oracle und HP werden ihre Partnerschaft, die seit mehr als 25 Jahren andauert, weiter ausbauen", sagte Oracle-Chef Larry Ellison kurz und knapp. HP-Übergangschefin Cathie Lesjak pflichtete ihm bei und sprach von einer gemeinsamen Zukunft. Fast jedes zweite Oracle- Programm läuft auf einem HP-Grossrechner. 140 000 Kunden setzen auf diese Kombination. Und diese Kundschaft wollen die zwei Konzerne nicht vergraulen.
Die Börsianer feierten den Sieg der Vernunft: Die Aktien der beiden Technologieschwergewichten stiegen am Dienstag vorbörslich. Dabei schwiegen sich die Parteien über die Details des Friedensschlusses aus. Die Unternehmen teilten am Montag in einer gemeinsamen Erklärung lediglich mit, dass Hurd seine Verpflichtungen gegenüber Oracle weiter erfüllen darf, aber gleichzeitig die Firmengeheimnisse von HP bewahren muss.
Oracle-Chef Ellison hatte Hurd vor zwei Wochen als einen von zwei Präsidenten verpflichtet. Damit übernahm der ehemalige HP-Chef mit das Tagesgeschäft, aus dem sich Ellison weitgehend zurückgezogen hat. Hewlett-Packard fürchtete, dass Hurd in seiner neuen Position Firmengeheimnisse seines alten Arbeitgebers ausplaudern könnte und klagte gegen die Einstellung.
Hurd und HP waren im Unfrieden auseinandergegangen. Hurd musste den weltgrössten Computerbauer nach einer Affäre mit einer externen Mitarbeiterin und Vorwürfen von Spesenbetrug verlassen. Er hatte bei seinem Abgang eine Geheimhaltungserklärung unterschrieben und im Gegenzug eine fürstliche Abfindung erhalten.
Von dem finanziellen Polster muss sich der Spitzenmanager, der als einer der besten der Branche gilt, nun allerdings zum Teil wieder verabschieden. Hurd verzichtet nachträglich auf bis zu 346 000 Aktien. Deren Wert liegt aktuell bei etwa 13,6 Millionen Dollar (10,4 Mio Euro).
In ihrem Blog "BoomTown" berichtete die renommierte Technologiejournalistin Kara Swisher vom "Wall Street Journal", Ellison sei auf das einflussreiche HP-Verwaltungsratsmitglied Marc Andreessen zugegangen, um den Streit beizulegen. Das ist insofern ungewöhnlich, als dass Ellison für seine rabiate Art und seine markigen Worte bekannt ist.
Der charismatische Oracle-Gründer und Chef gab sich nun allerdings ungewohnt handzahm und wortkarg. Nach dem Rauswurf seines Freundes Hurd bei HP hatte er noch gepoltert: "Das war die dümmste Personalentscheidung, seitdem die Idioten im Apple-Verwaltungsrat vor vielen Jahren Steve Jobs gefeuert haben." Die spätere Klage gegen Oracle hatte er als "rachsüchtig" abgestempelt.
Der Fall Mark Hurd war der Höhepunkt einer sich seit Monaten zuspitzenden Konfrontation zwischen Oracle und HP. Oracle hatte den Grossrechner-Hersteller Sun geschluckt und war damit vom Partner zum direkten Konkurrenten von HP geworden. Oracle ist einer der grössten Anbieter von Unternehmenssoftware, HP stellt passende Maschinen her, auf denen die anspruchsvollen Programme und Datenbanken laufen./das/DP/she

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