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Hügli trennt sich von Produktlinie in Tschechien - Guidance leicht erhöht (AF)

Dieser Inhalt wurde am 17. Mai 2010 - 11:17 publiziert

(zum Teil umgeschrieben, ergänzt mit weiteren Details und Analysten-Kommentaren am Schluss des Textes)
Steinach (awp) - Die Hügli Holding verkauft das operative Geschäft der Produktlinie "Schokoladenhaltige Brotaufstriche und Couverturen" im tschechischen Zasmuky an eine Industriegruppe in Deutschland. Diese übernahm per 15. Mai Maschinen, Know how, Kundenstamm, Lagerbestände und Lieferverträge, wie der Nahrungsmittel-Hersteller am Montag mitteilte. Der Kaufpreis wurde nicht bekannt gegeben.
Der Jahresumsatz dieses für Hügli nicht zum Kerngeschäft gehörenden Zweigs wird auf 18 Mio CHF beziffert. Der Verkauf werde dieses Jahr voraussichtlich zu einem Buchgewinn von rund 2 Mio CHF führen. Die durch den Verkauf freigesetzten finanziellen Mittel sollen "in umfangreiche Ausbauprojekte" reinvestiert werden, heisst es. Die Mitarbeiter in Zasmuky sollen denn auch zu den bisherigen Bedingungen im Kerngeschäft der Trockenmischprodukte weiterbeschäftigt werden.
Die verkaufte Sparte war 1999, als Hügli in den tschechischen Markt eintrat, übernommen worden. Sie sei zwar nie Teil des strategischen Kernproduktportfolios gewesen, habe jedoch massgeblich zum Auf- und Ausbau des Standorts beigetragen, so Hügli.
Gleichzeitig mit dem Verkauf berichtet Hügli über eine positive Entwicklung des Kerngeschäfts, so dass für das Jahr 2010 insgesamt eine höhere Profitabilität als bisher kommuniziert zu erwarten sei. Das organische Umsatzwachstum von Januar bis April 2010 lag den Angaben zufolge bei 6,3%. Für das Gesamtjahr geht Hügli von einem organischen Wachstum von +5% aus, was nach negativen Währungseffekten und Devestition einem ausgewiesenen Umsatz im Rahmen des Vorjahres entsprechen dürfte (390 Mio CHF).
Aufgrund von operativen Verbesserungen im Kerngeschäft erwartet das Management jedoch eine Steigerung des Betriebsergebnisses (EBIT) um ca. 10%, was zusammen mit dem ausserordentlichen Gewinn der Devestition einer Erhöhung des Konzerngewinns um ca. 20% entsprechen würde. Im April anlässlich der Bilanzmedienkonferenz war noch von einem organischen Umsatzwachstum von 5% sowie einer überproportionalen Steigerung auf EBIT-Stufe auf "gut über" 37 Mio CHF" (was ca. +7% entsprochen hätte) die Rede (2009: 35,3 Mio CHF).
Die Hügli-Aktie reagiert mit leichten Gewinnen auf die heutigen News. Kurz nach 10 Uhr steht das Papier in einem schwächeren Gesamtmarkt 1,2% im Plus bei 610 CHF.
Die Bank Vontobel sieht die Veräusserung dieses nicht strategischen Geschäftsbereichs, dessen Marge unter dem Gruppendurchschnitt gelegen haben dürfte, als positiven Schritt. Er werde Hügli die Möglichkeit geben, weiter in das Kerngeschäft zu investieren. Sie hat deshalb die EBIT-Prognose auf 40 Mio CHF, entsprechend einer Marge von 10,0% erhöht. Die Aktie wird weiter mit "Buy" eingestuft, das Kursziel wird aber auf 700 (von 605) CHF erhöht.
Die ZKB meint, Hügli sei auch 2010 solide unterwegs, die Erhöhung der EBIT-Guidance spreche eine deutliche Sprache. Die Aktie biete Aussicht auf ein zweistelliges Gewinnwachstum bei einer äusserst attraktiven Bewertung (12-Mte-KGV bei lediglich 10,0x). Die Bank bestätigt entsprechend die Einstufung "Übergewichten".
uh/rt

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