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Hunger: Lautloses Massaker

Jean-Ziegler, UNO-Sonderberichterstatter für Ernährung.

(Keystone)

Jean Ziegler, UNO-Sonderberichterstatter für Ernährung, hat am Welternährungsgipfel in Rom die Anerkennung des Rechts auf Ernährung gefordert.

Es sei grundlegend, dass die Resolution des Welternährungsgipfels auf dem Konzept eines "Rechts auf Ernährung" beharre, sagte der Schweizer in der italienischen Hauptstadt. Dazu gehöre auch der Zugang zu Trinkwasser. Das Konzept der bisher gültigen "Nahrungsmittelsicherheit" solle beibehalten werden.

Verantwortung der Regierungen

Das Recht auf Ernährung gehe weiter und umfasse die Verantwortung der Staaten und anderer Akteure, erklärte Ziegler. Damit bestehe im Rahmen der Menschenrechte eine Pflicht, den Hunger zu vermindern. Ziegler forderte zudem einen Verhaltenskodex für multinationale Unternehmen und internationale Organisationen zum Recht auf Ernährung.

Weltweit gelten 826 Millionen Menschen als unterernährt. Die Ziele des ersten Welternährungsgipfels von 1996 wurden laut Ziegler nicht erreicht. Damals beschlossen die Regierungen, den Hunger bis 2015 weltweit zu halbieren. Fünf Jahre später leiden aber mehr Menschen an Hunger. 100 Millionen Menschen mehr als 1996 leben heute in extremer Armut.

Der UNO-Berichterstatter bekräftigte seine Empfehlungen an die Menschenrechtskommission und Generalversammlung der UNO. Dazu gehören für ihn eine Ausbildung über die Ernährungs-Bedürfnisse wie die Rolle von Vitaminen, Mineralstoffen und Jod. Er empfahl zudem Mahlzeiten in der Schule, das Stillen von Säuglingen sowie die Förderung von Familiengärten in armen Ländern.

WTO muss Recht auf Ernährung respektieren

Die einzelnen Länder sollen das Recht auf Ernährung in ihre Gesetze integrieren, erklärte Ziegler weiter. Menschen, deren Recht auf Ernährung verletzt wurde, sollen die Möglichkeit haben, dieses Recht vor Gericht einzufordern.

Der UNO-Berichterstatter unterstrich, dass das Recht auf Ernährung auch in bewaffneten Konflikten respektiert werden müsse. Dieses Recht soll weiter von der Welthandels-Organisation (WTO) bei den Verhandlungen über die Agrarmärkte gewährleistet werden.

Den Entwicklungsländern müsse im Rahmen dieser Verhandlungen ein spezieller Schutz gewährt werden, denn dort sei der Kampf für Ernährung am schwierigsten, sagte Ziegler.

swissinfo und Agenturen

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