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Hungersnot in Afrika Glückskette sammelt fast 10 Millionen Franken

"Da isch Glückschette, Leuthard, guete Tag": Bundespräsidentin Doris Leuthard nahm in der Telefonzentrale im Fernsehstudio SRF in Zürich während einer Stunde mehrere Dutzend Spendenzusagen am Telefon entgegen.

"Da isch Glückschette, Leuthard, guete Tag": Bundespräsidentin Doris Leuthard nahm in der Telefonzentrale im Fernsehstudio SRF in Zürich während einer Stunde mehrere Dutzend Spendenzusagen am Telefon entgegen.

(Keystone)

Was nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 mit einem Lied, dem Engagement zweier Radiomacher und einer gewagten Aktion begann, ist heute der grösste private Schweizer Geldgeber für humanitäre Hilfe: Die Glückskette. Der nationale Spendentag für die Opfer der Hungersnot im Südsudan, in Somalia und Nigeria war ein grosser Erfolg: Am Dienstag allein gingen 8,76 Millionen Franken an Spendenversprechen bei der Stiftung ein.

Solidarität hat in der Schweiz Tradition. Die Glückskette lebt diese solidarische Schweiz nun seit 70 Jahren, die Stiftung sammelt Spenden für die Opfer von Naturkatastrophen und Konflikten in der Welt.

Am Dienstag sammelte die Glückskette für die Opfer der Hungersnot in Ostafrika. Einmal mehr zeigte sich diese humanitäre Tradition eindrücklich: Innerhalb nur eines Tages wurden fast 9 Millionen Franken Spendenzusagen gesammelt, wie die Glückskette mitteilt. Vor dem Sammeltag wurde bereits über eine Million Franken gespendet. Und die Schweizer Bevölkerung spendet weiterhin auf www.glueckskette.chexterner Link.

Die Telefonleitungen liefen 18 Stunden heiss. Von 6 Uhr morgens bis Mitternacht nahmen über 500 Freiwillige in den Telefonzentralen der vier SRG-Studios in Zürich, Chur, Genf und Lugano Spendenversprechen telefonisch entgegen.

1,7 Milliarden Franken in 70 Jahren

Die Glückskette ist eine unabhängige, von der SRG geschaffene Stiftung. Sie ist selbst nicht operationell tätig, sondern sie ko-finanziert mit den ihr von der Bevölkerung, von Firmen, Kantonen und von Gemeinden anvertrauten Spenden Projekte ihrer 25 Schweizer Partnerhilfswerke.

Seit 1946 hat die Glückskette laut eigenen Angaben mehr als 1,7 Milliarden Franken an Spendengeldern gesammelt. Die grösste Sammelaktion gelang der Glückskette bisher für die Opfer des Tsunamis in Asien 2004. Damals sammelte der grösste private Schweizer Geldgeber für humanitäre Hilfe 227 Millionen Schweizer Franken.

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Die Glückskette hat ihren Ursprung in der Armut und im Elend, die der Zweite Weltkrieg verursachte. Die Schweizer Radiomacher Roger Nordmann, Paul Vallotton und Entertainer Jack Rollan schaffen 1946 auf Radio Sottens (heute Radio Suisse Romande) eine Sammelaktion als Kette der Solidarität zugunsten von Waisenkindern aus dem Krieg. Die «Chaîne du Bonheur», die «Glückskette», ist geboren.

„Die Glückskette ist für mich ein Stück Heimat und eine Garantin für Professionalität und Verantwortungsbewusstsein. Hier wird mit grösstem Sachverstand, viel Herz und mit ehrlichem Respekt vor Bedürftigen und Spenderinnen und Spendern gearbeitet“, erklärt die Präsidentin Ladina Heimgartner.

Geschichte des Bundesstaates baut auf Solidarität

Solidarität gehört mit zur schweizerischen Identität und wird von der gesamten Bevölkerung getragen. "Die humanitäre Tradition ist eine heilige Kuh. Daraus lässt sich schliessen, dass die Schweizer Bevölkerung die Solidarität für einen der wichtigsten Werte für unser Land hält“, erklärt Tony Burgener, der Direktor der Glückskette.

Die innerschweizerische Solidarität hat auch bei der Gründung des Bundesstaates 1848 eine bedeutende Rolle gespielt. Naturkatastrophen im 19. Jahrhundert – Hochwasser und Bergstürze – kamen so plötzlich eine nationale Bedeutung zu. Es wurde viel Geld gesammelt. Und so lösten die Katastrophen regelrechte "Schübe nationaler Integration" aus.

Die enorme Solidaritätswelle wussten die Behörden zwanzig Jahre nach der Gründung des modernen Bundesstaates 1848 als Symbol für ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu deuten. "Die Hilfsaufrufe des Bundesrats tönen wie die Mobilisierung gegen einen Kriegsfeind – die Naturgewalt", erklärt der Umwelthistoriker Christian Pfister.

Die Sammelmaschinerie, die im 19. Jahrhundert in Fahrt kam und die der neue Bundesstaat zur Festigung der Legitimation auszunützen wusste, hat sich auch am Dienstag wieder bewährt.

Nach der Überschwemmungskatastrophe entlang der Mosel im Dezember 1948 werden erste Hilfsgüter in Form von Konservennahrung vorbereitet.

Nach der Überschwemmungskatastrophe entlang der Mosel im Dezember 1948 werden erste Hilfsgüter in Form von Konservennahrung vorbereitet.

(A.S.L.)

Wo spenden?

Spenden sind jederzeit möglich auf das Postkonto 10-15000-6, Vermerk "Hungersnot in Afrika", online über www.glueckskette.ch externer Linkoder über die Swiss-Solidarity-App der Glückskette.

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