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IDS geht beflügelt in Richtung Erfolg

Ein Windkraftwerk der Firma Integral Drive Systems, einer Finalistin im Rennen um den Swiss Economic Award.

(IDS, ZH)

Eine junge Schweizer Ingenieurfirma macht von sich reden: Mit neuer Technologie für Windenergie - und für Achterbahnen in Disneyland.

Integral Drive Systems hat 30 Angestellte und ist im Zürcher Technopark angesiedelt. Der Betrieb ist einer der drei Finalisten für den Swiss Economic Award, der diesen Freitag abend in Thun verliehen wird.

Der Wettbewerb für junge Unternehmen ist einer der Höhepunkte am jährlich stattfindenden Swiss Economic Forum, das über 1000 Teilnehmende nach Thun, dem Tor zum Berner Oberland gelockt hat.

IDS wurde 1995 gegründet. Die Technologiefirma hat sich auf Energieumwandlung und Automatisierungssysteme spezialisiert. Ihre Angebote decken das ganze Spektrum ab, von der Anfangsidee über das Design bis zu Produktion und Verkauf.

Firmengründer und Generaldirektor Alexander Stoev stellte swissinfo die drei Hauptbereichen von ISD vor.

Die Windmühlen ans Netz bringen

"Einer ist die Umwandlung erneuerbarer Energie, insbesondere Windenergie. Das heisst, wir bringen Windmühlen ans Netz, mit verschiedenen Energiebedürfnissen in verschiedenen Ländern", erklärt er.

Ein zweites Standbein ist die Produktion von Antriebsmotoren für lineare Traktion. "Vor allem für Achterbahnen, aber wir machen auch etwa magnetisch angetriebene Wagen, zum Beispiel die Cable Cars in San Francisco."

Ferner stellt die Firma spezielle elektrische Antriebsmotoren und Automatisierungssysteme für Druckmaschinen, Textilmaschinen, Vakuumpumpen, Ventilatoren, Lifts und Lastenaufzüge her.

Geld - das grosse Problem

Stoev, ein gebürtiger Bulgare, der in Dresden studiert hat, erinnert sich, dass die Suche nach Geld das grösste Problem war, als die Firma in den Anfängen steckte.

"Das ist das schwierigste Problem für Start-ups - sogar in der reichen Schweiz -, besonders im Bereich der erneuerbaren Energie. Geld erhielten wir von anderen Geschäftsleuten. Von Banken oder von der Regierung dagegen kam nichts", sagte er.

Eindrücklicher Start

Das hielt die Firma aber nicht davon ab, auf dem Markt schon bald eindrücklich in Erscheinung zu treten.

"Wir erreichten sehr schnell einen Umsatz von 10 Mio. Franken, und wir bauten ein sehr gutes Team auf, das fähig ist, Software und Hardware zu erarbeiten und alle Projekte einzuleiten", kommentierte Stoev.

"Am interessantesten ist unsere Erfindung von Systemen ohne Übersetzung für Skilifte und Windmühlen, welche doppelt so leicht sind wie normale Systeme - der Motor wiegt nicht mehr 40, sondern nur noch 20 Tonnen. Das ist etwas vollständig Neues in diesen Technologien", fügte er bei.

Der Weg zum Erfolg war aber nicht immer ganz eben. Stoev räumt ein, dass auch Fehler gemacht wurden.

Grosses Potenzial für Windenergie

"Wir erkannten das Potenzial im Bereich Windenergie nicht sehr schnell. Wenn wir nochmals anfangen könnten, würde ich mich viel stärker darauf konzentrieren. Wenn wir das von Anfang an getan hätten, hätten wir jetzt vielleicht einen Umsatz von 20 statt von 10 Millionen", so Stoev weiter.

2001 erreichte der Umsatz im Windenergiesektor 5 Mio. Franken, für dieses Jahr wird mit einem Wachstum von 20-30 Prozent gerechnet. IDS glaubt, dass der Windenergiemarkt in den nächsten zehn Jahren um rund 25 Prozent wachsen wird.

Auf die Frage nach den Hauptunterschieden zwischen IDS und der Konkurrenz meinte Stoev gegenüber swissinfo, dass sich das Motto "small is beautiful" bisher bewährt habe.

"Dadurch sind wir sehr flexibel, haben keine grossen Gemeinkosten und können trotzdem grosse Projekte realisieren. Wir produzieren Energieumwandler in der Grössenordnung von einem bis 15 Megawatt", so Stoev.

"So ein Umwandler kann rund 1 Mio. Franken kosten, und bisher konnten nur grosse Firmen wie ABB, Siemens oder General Electric solche Teile produzieren", fügte er bei.

Die wichtigsten Märkte der Firma sind Deutschland, Dänemark, Spanien und Indien. Jetzt will sie aber nach Osteuropa und in die USA expandieren.

Stark exportorientiert

"Unser Heimmarkt ist nicht die Schweiz. Wir sind eine sehr exportorientierte Firma", führt Stoev aus. Und die Eingabe für den Swiss Economic Award sei eine Möglichkeit, die Aktivitäten seiner Firma bekannter zu machen.

"Ich will zeigen, dass Schweizer Technologie für erneuerbare Energie, auch wenn sie aus kleinen Firmen kommt, Teile und Systeme in die ganze Welt liefern und eine grosse und wichtige Rolle spielen kann, obwohl der Schweizer Markt für erneuerbare Energie sehr klein ist", fasst Stoev zusammen.

Robert Brookes

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