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Im Kielwasser des Konjunkturaufschwungs

Weiterhin qualifizierte Handarbeit: ein Uhrenmacher.

(Keystone)

Die Schweizer Uhrenindustrie setzt auf das Jahr 2004, um im Kielwasser des weltweiten Konjunkturaufschwungs das zu Ende gehende, etwas schwächere Jahr wieder vergessen zu lassen.

Sie begründet ihren Optimismus mit der Trendwende, die im September eingetreten ist.

Insbesondere das erste Halbjahr 2003 war geprägt von zahlreichen negativen Faktoren, welche die stark auf den Export ausgerichtete Uhrenindustrie belastet hatten. Dies erklärt Jean-Daniel Pasche, Präsident des Verbandes der schweizerischen Uhrenindustrie (Fédération de l'horlogerie suisse, FH) in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda.

Gut aus der Affäre gezogen



"Die Schweizer Uhrenhersteller haben, von einigen Unternehmen einmal abgesehen, über das Ganze gesehen ein schwieriges Jahr 2003 hinter sich. Der Rückgang der Uhrenexporte wird sich im Vergleich zum Vorjahr bei etwa 4% stabilisieren, nachdem er Ende August noch bei 7% lag. Der Wert der Gesamtexporte wird sich auf etwa 10 Mrd. Franken belaufen", so Pasche weiter.

Mit dem verhältnismässig leichten Exportrückgang habe sich die Uhrenbranche angesichts der negativen äusseren Faktoren "bemerkenswert gut" aus der Affäre gezogen. So hätten die Zurückhaltung der Konsumenten, der Irak-Krieg, die Lungenkrankheit SARS oder die Dollarschwäche die exportabhängige Uhrenindustrie stark belastet.

Gute Noten für SNB-Politik



Insbesondere der Schwächeanfall des Dollar hat laut Pasche zahlreichen Produzenten zu schaffen gemacht. "Vergessen wir nicht, dass etwa 60% unserer Exporte auf den Dollar-Raum entfallen", erklärt der FH-Präsident weiter.

Eine positive Seite des etwas schleppenden Geschäftsgangs sei die Tatsache, dass sich verschiedene Produzenten entschlossen hätten, ihre Kollektionen zu erneuern.

Im gleichen Atemzug windet er der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ein Kränzchen: "Dank ihrer expansionistischen Geldpolitik ist es der Nationalbank gelungen, den Schweizer Franken gegenüber dem Euro innerhalb nur weniger Monate um etwa 10 Rappen abzuschwächen."

Auf gutes Umfeld angewiesen



Pasche geht jedoch davon aus, dass die Anzeichen für einen nachhaltigen Wirtschaftsaufschwung deutlich genug seien, um der Schweizer Uhrenindustrie wieder zu solidem Wachstum zu verhelfen.

"Die Uhr als konjunkturabhängiges Produkt ist auf ein gutes wirtschaftliches Umfeld angewiesen. Positive Signale gehen gegenwärtig insbesondere von den USA, China, Hongkong und Japan aus. Der Euro-Raum wird mit einer gewissen Verzögerung nachziehen. Von dieser Entwicklung wird die Schweizer Uhrenindustrie zweifellos profitieren", gibt sich Pasche überzeugt.

Zukunftsmarkt China



Neben den traditionellen Absatzmärkten setzt die Schweizer Uhrenindustrie auf die aufstrebenden Märkte in Osteuropa und China. Als Hoffnungsträger nennt Pasche vorab die Tschechische Republik, Polen, Russland, Kasachstan und China.

Eigentlicher Zukunftsmarkt ist für den FH-Präsidenten das Reich der Mitte: "China ist für uns ein potenzieller Markt von 100 Millionen Konsumenten. Dazu kommt, dass sich dieser Markt im Schnellzugstempo bewegt. Wenn man Hongkong dazu zählt, könnte China in fünf bis zehn Jahren die USA als wichtigsten Absatzmarkt ablösen", zeigt sich Pasche zuversichtlich.

Schwerfällige Bürokratie



Einfach sei der chinesische Markt allerdings nicht. Hindernisse seien insbesondere die schwerfällige Bürokratie und die Schwierigkeit, vor Ort einen geeigneten Partner zu finden. Der Beitritt Chinas zur Welthandels-Organisation (WTO) habe glücklicherweise zu deutlich tieferen Zollabgaben geführt.

Ähnliche Probleme gibt es laut Pasche auf dem ebenfalls viel versprechenden Markt Russland: "Auch hier bremsen die Bürokratie und die Zollabgaben unser Geschäft. Der bevorstehende WTO-Beitritt Russlands wird zweifellos einige dieser Probleme lösen."

swissinfo und Philippe Lebet, sda


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