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Im Luftschiff über die Expo

Die Kabine bietet Platz für 8 bis 12 Passagiere.

(swissinfo.ch)

Während der Landesausstellung werden in der Region Neuenburg Zeppelin-Passagierflüge angeboten: Eine Premiere in der Schweizer Luftfahrt - mit ungewissem Ausgang.

Die Zeppeline passen nicht in unsere Zeit: zu langsam, zu wenig effizient, zu unsicher. Seit dem Ende der dreissiger Jahre sind die ungelenken Gas-Riesen praktisch vom Himmel verschwunden.

Die Entdeckung der Langsamkeit

Möglicherweise steht dem Zeppelin nun jedoch eine Renaissance bevor. Sein "ruhiges, majestätisches Gleiten" kombiniert mit "einer hervorragenden Aussicht aus der Kabine" mache das tot geglaubte Luftschiff "heute wieder attraktiv", sagt Christian Schulthess, Geschäftsführer der Firma Skycruise Switzerland, gegenüber swissinfo.

Die im zürcherischen Lindau beheimatete Skycruise Switzerland - stolze Besitzerin eines modernen Zeppelins vom Typ Skyship 600 - will sich in der Schweiz als professionelle Zeppelin-Anbieterin positionieren.

"Man fliegt tief. Man hat Zeit zum Genuss. Der Zeppelin entspricht dem heute weit verbreiteten Wunsch nach Erleben, nach Erholung, nach Langsamkeit", sagt Schulthess.

Versuchsbetrieb während Expo

Während der Expo.02 läuft der Versuchsbetrieb: Vom Flughafen Colombier bei Neuenburg aus steigt das Luftschiff mehrmals täglich in die Höhe. Je nach Bedarf. Der Zeppelin ist 150 bis 300 Meter über Boden zwischen Neuenburg, Murtensee und der St. Petersinsel unterwegs. Kostenpunkt pro Passagier und Flugstunde: 580 Franken.

Das sei "viel Geld", gibt Schulthess zu. Aber man habe auch einiges zu bieten: die Seen- und Expo-Landschaft "hoch darüber und doch hautnah mittendrin" zu erleben - und das Ganze "beinahe ohne Lärm und Vibrationen".

Ein Augenschein vor Ort lässt keinen Zweifel: Das Skyship 600 fasziniert - nur schon durch seine schiere Grösse. Es ist 60 Meter lang und 20 Meter hoch. Inhalt: 7000 Kubikmeter Helium.

Mit der versprochenen Ruhe in der Luft ist es allerdings nicht sehr weit her: In der Kabine, in der je nach Bestuhlung 8 bis 12 Passagiere Platz finden, dröhnt es während des ganzen Flugs wie in einer Verkehrsmaschine. Obwohl das Luftschiff geräuschlos schwebt, braucht es zur Fortbewegung zwei Benzinmotoren.

Bisher nicht ausgebucht

Ob sich mit Zeppelin-Rundflügen in der Schweiz - ähnlich wie in den USA - Geld verdienen lässt, muss sich erst noch weisen. In seiner ersten Betriebswoche nach der Expo-Eröffnung war das Luftschiff längst nicht ausgebucht.

Schulthess gibt sich jedoch optimistisch: Er erwarte, dass man während der Expo zwischen 70 bis 80 Prozent belegt sei. Und auch für die Zeit danach stünden die Zeichen gut. Der Luftschiff-Betrieb könne durchaus rentieren. "Die Schweiz ist ein Tourismusland. Bei unserer schönen Landschaft findet der Zeppelin sicher Anklang."

Grosse Zeit Anfang Jahrhundert

Die Zeppeline erlebten ihre - erste - grosse Zeit zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts. Als Vater der mit Gas gefüllten Himmelsriesen gilt der deutsche Luftschiff-Konstrukteur Ferdinand Graf von Zeppelin (1838-1917). Er beschäftigte sich bereits ab 1890 mit der Entwicklung von Starr-Luftschiffen.

Zwischen 1900 und 1938 entstanden im Zeppelinwerk in Friedrichshafen am Bodensee 119 Zeppeline. Am 6. Mai 1937 verbrannte in Lakehurst (USA) das Zeppelin-Luftschiff "Hindenburg". Diese Katastrophe setzte der Luftschiffahrt ein jähes Ende.

Seit einigen Jahren werden im traditionsreichen Werk in Friedrichshafen wieder Luftschiffe vom Typ "Zeppelin NT" (Neue Technologie) gebaut. Ursprünglich beabsichtigte Skycruise Switzerland dieses Modell anzuschaffen. Aus Kostengründen entschied man sich dann aber für das amerikanische Skyship 600.

Felix Münger


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