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Infineon will Krise endgültig abhaken - Prognosen erhöht (AF)

Dieser Inhalt wurde am 28. April 2010 - 09:40 publiziert

NEUBIBERG (awp international) - Der Halbleiterhersteller Infineon will beflügelt von einer hohen Nachfrage die jüngste Krise endgültig abhaken. Im laufenden Geschäftsjahr 2009/10 soll der Umsatz nach Berechnungen von dpa-AFX auf 4,1 bis 4,2 Mrd EUR steigen. Damit würde Infineon die Umsatzdelle des Jahres 2008/09 mehr als ausgleichen - damals war der Erlös infolge der weltweiten Wirtschaftskrise und hausgemachter Probleme um rund 22% auf drei Mrd EUR eingebrochen. Das Wachstum soll dabei profitabel ausfallen, wie Infineon am Mittwoch mitteilte. Der von Infineon als Segmentergebnis bezeichnete operative Gewinn dürfte dabei auf deutlich mehr als 400 Mio EUR steigen. Zuletzt stand hier ein Minus von 167 Mio EUR. Infineon erhöhte damit wie von Experten erwartet die Prognosen.
Infineon machte bei seinem Ausblick keine Angaben zur absoluten Prognose. Es hiess lediglich, dass jetzt ein Umsatzplus im hohen 30er-Prozent-Bereich sowie eine Segmentergebnis-Marge von mehr als 10% erwartet wird. Bislang hatte der Konzern ein Umsatzplus von über 20% und eine Ergebnismarge im hohen einstelligen Bereich prognostiziert. Bestärkt durch das zuletzt erfreuliche Geschäft will Infineon auch wieder mehr investieren als bisher geplant. Im laufenden Geschäftsjahr sollen jetzt mehr als 300 Mio EUR in Sachanlagen fliessen. Das ist ein Fünftel mehr als bislang angekündigt und mehr als doppelt so viel wie 2008/2009.
DRITTER QUARTALSGEWINN IN FOLGE
Infineon nannte als Grund für die höheren Investitionen das deutliche Umsatzwachstum, die vollständig ausgelastete Produktion und das Erreichen bestimmter Entwicklungsfortschritte. Im zweiten Quartal stiegen Umsatz und Gewinn stärker als erwartet. Der Erlös kletterte im Vergleich zum Vorquartal um zehn% auf 1,035 Mrd EUR. Das Segmentergebnis legte um ein Viertel auf 110 Mio EUR zu. Der Überschuss verbesserte sich von 66 Mio EUR im ersten Quartal auf 79 Mio EUR. Das war der dritte Quartalsgewinn in Folge.
Auch im Gesamtjahr könnte Infineon nach Jahren mit teils herben Verlusten mal wieder ein Gewinn ausweisen, schätzen einige Analysten. Die gelang dem im Frühjahr 1999 von Siemens abgespaltenen Unternehmen erst zweimal seit seinem Börsengang vor rund elf Jahren. Der Halbleiterhersteller litt in der Folge abwechselnd am Preisverfall bei Speicherchips, einbrechender Nachfrage infolge von Wirtschaftskrisen oder eigenen strukturellen Problemen. Vor noch rund einem Jahr stand das Unternehmen wegen der Pleite der in höchster Not zum Teil an die Börse gebrachte Speicherchip-Tochter Qimonda vor dem Zusammenbruch.
AKTIE PROFITIERT NICHT VON NACHRICHTEN
Der Aktienkurs fiel im Frühjahr 2009 bis auf 39 Cent und das Unternehmen rutschte aus dem Dax. Doch die Erholung der Weltkonjunktur, einem abermaligen Umbau des Konzerns und eine Kapitalerhöhung brachten die Wende. Der Aktienkurs stieg wieder deutlich an und Infineon kehrte nach einem halben Jahr in den deutschen Leitindex zurück. Zuletzt kostete die Aktie wieder mehr als fünf Euro. Am Mittwoch profitierte die Aktie in einem schwachen Marktumfeld nicht von den besser als erwartet ausgefallenen Zahlen und dem erhöhten Ausblick. Mit letzterem hatten Analysten grösstenteils gerechnet. Das Papier gab am Morgen in einem schwachen Umfeld infolge der europäischen Schuldenkrise leicht nach./zb/she/tw

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