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Infineon will wieder Dividende zahlen - Boomjahr - Aktie steigt (Zus)

Dieser Inhalt wurde am 16. November 2010 - 14:58 publiziert

(Neu: Aussagen aus Pressekonferenz, weitere Details, aktualisierter Aktienkurs)
NEUBIBERG (awp international) - Der Halbleiterspezialist Infineon Technologies will nach dem ersten Jahresüberschuss seit langem seinen Aktionären zum zweiten Mal in der Unternehmensgeschichte eine Dividende zahlen. Der Hauptversammlung solle eine Gewinnbeteiligung von 10 Cent vorgeschlagen werden, teilte das Unternehmen am Dienstag in Neubiberg mit. Dabei soll die Dividende keine einmalige Sache sein. Zudem plant der Konzern ein Aktienrückkaufprogramm. Das Schlussquartal des Geschäftsjahres 2009/2010 (Ende September) übertraf mit einem kräftigem Plus bei Umsatz und Gewinn die Erwartungen der von dpa-AFX befragten Analysten. Den Löwenanteil steuerte dabei ausgerechnet das im Sommer für 1,1 Milliarden Euro an Intel verkaufte Handychipgeschäft bei.
An der Börse stieg der Kurs des Dax -Werts nach anfänglichen Verlusten um mehr als 5 Prozent. Besonders freuten sich die Börsianer über den überraschend hohen Nettogewinn. Beim Ausblick gingen die Meinungen indes auseinander: So sprach ein Händler davon, dass er etwas zurückhaltender als von ihm erwartet ausgefallen sei, während ein zweiter ihn eher positiv bewertete.
WACHSTUM AUCH OHNE HANDYCHIPGESCHÄFT
Auch ohne den verkauften Ertragsbringer will der Konzern im jüngst angelaufenen Geschäftsjahr wachsen, wenn auch die Sprünge weitaus kleiner ausfallen dürften. Im Gesamtjahr soll der Umsatz um nahezu zehn Prozent zulegen. Als Basis dienen dabei die Vorjahreswerte ohne Handychipsparte und ein durchschnittlicher Eurokurs von 1,40 US-Dollar. Vergangenes Jahr war der Umsatz noch mehr als die Hälfte auf gut 4,5 Milliarden Euro nach oben geschnellt. Ohne die Handysparte waren es 3,3 Milliarden Euro. In fünf Jahren will Bauer sein Unternehmen auf einen Umsatz von fünf Milliarden Euro bringen, auch ohne Zukäufe. Dabei soll Infineon stärker als der Halbleitermarkt insgesamt wachsen. Fertigungskapazitäten sollen dazu ausgebaut und die Produktivität gesteigert werden. Aktuell können die Münchner gar nicht so viel produzieren wie ihre Kunden kaufen würden.
Für Vorstandschef Peter Bauer sind die Zahlen des Ende September abgeschlossenen Geschäftsjahres auch ein Beleg für den erfolgreichen Umbau des Unternehmens. "Sicher hat uns die gute Marktentwicklung dabei geholfen, unsere Ziele schneller zu erreichen. Dennoch: Infineon hat sich massiv gewandelt". Das Unternehmen werde sich nun auf die verbliebenen Sparten Automotive, Industrie und Sicherheitschips konzentrieren. "In diesen drei Bereichen erwarten wir künftig überdurchschnittliches Wachstum und nachhaltige Profitabilität."
RENDITEZIEL FAST GESCHAFFT
Für seine Autochips rechnet der Konzern für das laufende Geschäftsjahr mit etwa zehn Prozent Umsatzwachstum. Die Industriechips dürften diesen Wert noch überflügeln. Für die Sicherheitschips indes sieht der Vorstand nur ein "sehr langsames" Umsatzwachstum. Die Marge für das Segmentergebnis soll im mittleren bis hohen 10-Prozent-Bereich vom Umsatz liegen. Sein Renditeziel von 15 Prozent, bezogen auf die Marge des Segmentergebnisses, verfehlte der Konzern im zurückliegenden Geschäftsjahr mit 14 Prozent haarscharf. Im Schlussquartal lag die Rendite indes nahe an 20 Prozent.
In der Zeit zwischen Juli und September war der Umsatz im Vergleich zum dritten Jahresviertel von 1,21 Milliarden auf 1,40 Milliarden Euro gestiegen. Bei Halbleiterherstellern ist wegen der schwankenden Preise der Vergleich mit dem Vorquartal üblich. Beim Segmentergebnis, das die betriebliche Entwicklung widerspiegeln soll, schaffte der Konzern einen Sprung von 163 Millionen Euro auf 274 Millionen Euro. Unter dem Strich blieben 390 Millionen Euro.
WECHSELHAFTE GESCHICHTE
In den vergangenen Jahren hatte Infineon teils herbe Verluste verbucht und stand finanziell vor zwei Jahren mit dem Rücken zur Wand. Einen Überschuss auf Jahresbasis erwirtschaftete das Unternehmen erst zweimal seit seinem Börsengang vor rund elf Jahren. Der Halbleiterhersteller litt in der Folge abwechselnd am Preisverfall bei Speicherchips, einbrechender Nachfrage infolge von Wirtschaftskrisen und eigenen Problemen. Zuletzt hatten die Münchner für das Geschäftsjahr 1999/2000 eine Dividende von 65 Cent gezahlt./stb/fn/tw

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