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Insider-Skandal an Wall Street weitet sich aus

Dieser Inhalt wurde am 19. Oktober 2009 - 17:30 publiziert

NEW YORK (awp international) - Der wohl grösste Insiderhandel-Skandal eines Hedgefonds in der Geschichte der Wall Street zieht grosse Kreise. Nach dem spektakulären Fall des Milliardärs und Hedgefonds-Chefs Raj Rajaratnam sind laut US-Medien weitere Festnahmen wahrscheinlich. Spekuliert wird auch über Finanzkontakte des in Sri Lanka geborenen Managers zu dortigen Rebellen.
Die Wall Street wird vom mutmasslichen Insiderhandel Rajaratnams schwer erschüttert. Die Behörden hatten den 52-Jährigen und fünf Spitzenmanager am Freitag festgenommen. Sie sollen mit verbotenen Aktiengeschäften rund um Konzerne wie Intel, IBM und Google etwa 20 Millionen Dollar (13,4 Mio Euro) verdient haben. Rajaratnam selbst beteuert weiter seine Unschuld.
WEITERE BETRÜGER
Die Fahnder seien mehreren Netzwerken ähnlicher Finanzbetrüger auf der Spur, so der Wirtschaftsdienst Bloomberg am Montag unter Verweis auf Insider. Einige Verdächtige hätten Verbindungen zu Rajaratnam. Aber auch unabhängige Fälle seien im Visier der Behörden. Mehrere Ex- Kollegen des Hedgefonds-Managers helfen den Ermittlern dem "Wall Street Journal" zufolge bei der Untersuchung gegen Rajaratnam.
In getrennten früheren Ermittlungen habe sich überdies eine Spur von Rajaratnam zu den Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) ergeben, so das Blatt unter Berufung auf damit vertraute Personen. Von Rajaratnam an eine Hilfsorganisation in den USA gespendetes Geld sei letztlich bei den Rebellen gelandet, die von der Regierung auf Sri Lanka inzwischen besiegt wurden. Auch diese Vorwürfe streitet Rajaratnam über seine Anwälte in US-Medien ab.
KARRIERE-START AN DER WALL STREET
Rajaratnam ist Gründer des 1997 gestarteten weltweit agierenden Hedgefonds Galleon. Er begann seine Karriere an der Wall Street in den 90er Jahren als Analyst in der Tech-Branche. Dem Manager drohen laut US-Medien bis zu 20 Jahre Haft, einige sprechen gar von lebenslänglich. Gegen eine Kaution von 100 Millionen Dollar ist er derzeit auf freiem Fuss.
Der mutmassliche Insiderhandel war durch einen ehemaligen Komplizen aufgedeckt worden. Die illegalen Geschäfte sollen bereits seit mehreren Jahren gelaufen sein. Die Fahnder hörten erstmals wie im Anti-Terrorkampf Telefongespräche ab und werteten systematisch Daten zu Aktiengeschäften aus./fd/DP/stw

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