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SANTA CLARA (awp international) - Intel nimmt Skeptikern mit Rekordzahlen den Wind aus den Segeln. Der Umsatz des weltgrössten Chip-Herstellers stieg im ersten Quartal um 25 Prozent auf noch nie dagewesene 12,8 Milliarden Dollar. Der Gewinn schoss um 29 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar (2,2 Mrd Euro) hoch. Für den Schub sorgten vor allem das Geschäft mit Servern für grosse Rechenzentren sowie Unternehmen, die ihre Computer erneuern. Die Börse feierte die Zahlen am Mittwoch mit einem vorbörslichen Kurssprung von 6 Prozent.
Das Kursfeuerwerk ist auch vor dem Hintergrund zu sehen, dass die Analysten Intel zuletzt immer mehr unter Druck sahen. Unter anderem hatten die grossen Marktforscher IDC und Gartner für das erste Quartal einen gesunkenen PC-Absatz errechnet. Ausserdem gehen die Experten davon aus, dass durch den Erfolg der Smartphones und Tablet-Computer wie Apples iPad langfristig ein Teil der Computer-Verkäufe ganz wegfallen wird.
KRITIK AN MARKTFORSCHERN
Im vergangenen Quartal aber wuchs Intels Geschäft mit PC-Prozessoren um 17 Prozent. Konzernchef Paul Otellini konnte sich danach einen Seitenhieb gegen die Marktforscher nicht verkneifen: Sie hätten weniger Durchblick in den Vertriebskanälen als Intel.
Dieses Plus bei den Prozessoren wurde vor allem von Unternehmen befeuert, die ihre IT-Infrastruktur erneuern. Und dieser Trend werde weitergehen, betonte Otellini. Nach aktuellen Angaben laufe auf 75 Prozent der Firmenrechner noch das veraltete Betriebssystem Windows XP, was Intel auf weitere Austauschkäufe hoffen lasse. So erneuere etwa BMW gerade rund 80.000 Arbeitsplätze, sagte Deutschlandchef Hannes Schwaderer.
PC-GESCHÄFT NICHT ABSCHREIBEN
Intel räumt zwar ein, dass die Verbraucher-Nachfrage vor allem in den USA und Westeuropa gedämpft sei, warnt jedoch davor, das PC-Geschäft abzuschreiben. "Ich denke, dass man in letzter Zeit vielleicht viel zu häufig gehört hat, der PC sei tot", sagte Schwaderer. Man müsse bedenken, dass in den nächsten Jahren weitere 1,5 Milliarden Menschen den Weg ins Internet finden würden. Ausserdem gebe es viele Anwendungsbereiche für Prozessoren. "Laut Schätzungen werden im Jahr 2015 etwa 15 Milliarden Geräte mit dem Internet verbunden sein", betonte Schwaderer. In Deutschland sei Intel gut im Geschäft mit der Autoindustrie und dem Maschinenbau.
Selbst eine peinliche Panne bei der neuen superschnellen Chip-Seneration "Sandy Bridge" steckte Intel weg: Durch einen Fehler konnte es passieren, dass etwa Festplatten oder DVD-Laufwerke falsch oder zu langsam angesteuert wurden. Bei grossen Herstellern wie Hewlett-Packard oder Dell standen zwischenzeitlich die Bänder still.
INTEL PROFITIERT INDIREKT AUCH VOM BOOM DER MOBILEN GERÄTE
Intel profitiert indirekt auch vom Boom der mobilen Geräte, die allesamt aufs Internet zugreifen. Das Geschäft mit Chips für die grossen Server-Rechner, über die die Daten laufen, verbesserte sich um satte 32 Prozent. "Das Server-Geschäft hat unsere Erwartungen übertroffen", sagte Finanzchef Stacy Smith. Intel sei es auch gelungen, den früher unerbittlichen Preisverfall aufzuhalten. Auch bei Servern treibe der Austausch älterer Geräte den Absatz an, sagte Deutschland-Chef Schwaderer. Die Kunden könnten zehn alte Rechner mit nur einem neuen ersetzen. "Damit sinken die Stromkosten auf einen Schlag um 80 Prozent."
Mit einer neuen Prozessor-Generation hofft Intel, nach jahrelangen Versuchen auch in den lukrativen Markt für Smartphones und Tablets einzusteigen, der heute vom britischen Rivalen Advanced Micro Devices (AMD) dominiert wird. Intels bisherige mobile Prozessoren galten als zu stromhungrig.
SMARTPHONES MIT INTEL-CHIPS IN DIESEM JAHR ANGESTREBT
Er wäre "sehr enttäuscht", wenn es in einem Jahr keine Smartphones mit Intel-Chips gäbe, sagte Otellini. Richten soll es die neue Prozessor-Generation "Medfield", die Ende des Jahres am Markt eingeführt wird. Derzeit liefere Intel bereits Muster des Chips an Kunden für die Entwicklung der Telefone aus, sagte Schwaderer. Wenn Intel Ende des Jahres die Chip-Produktion auf Strukturbreiten von 22 Nanometer umstellt, soll das auch noch sparsamere und leistungsfähigere Medfield-Prozessoren ermöglichen. "Damit schrumpfen wir den Prozessor auf die halbe Grösse."
Um das mobile Geschäft anzukurbeln, hatte Intel dem deutschen Halbleiter-Konzern Infineon dessen Mobilfunk-Sparte abgekauft. Überdies schluckte Intel den Antiviren-Spezialisten McAfee. Intel beherrscht rund 80 Prozent des Markts für Prozessoren. Bei PC- und Server-Prozessoren ist AMD der grösste Rivale. Das Unternehmen, das auch in Dresden produzieren lässt, schreibt aber immer wieder Verluste. AMD legt seine Zwischenbilanz am Donnerstag vor./so/das/DP/he

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