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Internationaler Währungsfonds stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus

Der Internationale Währungsfonds (IWF) stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Begrüsst wird vor allem das neue geldpolitische Konzept der Nationalbank. Für die nächsten zwei Jahre wird mit einem realen Wirtschaftswachstum von zwei Prozent gerechnet.

Dieser Inhalt wurde am 03. März 2000 - 15:42 publiziert

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat das neue geldpolitische Konzept der Nationalbank begrüsst. In dem am Freitag (03.03.) veröffentlichten Bericht über das Länderexamen der Schweiz werden die guten Noten bekräftigt, die die IWF-Experten im letzten November der Schweizer Wirtschaftspolitik erteilt hatten.

Der Schlussbericht über die jährlich durchgeführten so genannten Artikel-IV-Konsultationen wurde am Freitag erstmals vollständig veröffentlicht. Die Schweiz ist eines von gut 25 IWF-Mitgliedern, die sich im Zuge eines IWF-Pilotprojekts zur Verbesserung der Transparenz mit der Veröffentlichung des Länderberichts einverstanden erklärt hatte. Wie dem im Internet publizierten 32-seitigen Bericht zu entnehmen ist, hat sich an der grundsätzlich sehr positiven Einschätzungen der IWF-Experten vom letzten November nichts geändert.

Lob für die Politik der Nationalbank

Der Schlussbericht, der am 14. Februar an einer IWF-Exekutivratssitzung verabschiedet wurde, geht aber zusätzlich auf das neue Konzept der Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ein, das Anfang 2000 in Kraft gesetzt wurde. Die IWF-Direktoren begrüssen die neue Strategie. Die Bekanntgabe von Inflationsprognosen und von Zielen für die Entwicklung der Dreimonatszinssätze am Geldmarkt stellten eine nützliche Klärung der geldpolitischen Absichten der SNB dar.

Angesichts der relativ grossen Bandbreite für den Referenzzinssatz empfiehlt der IWF der Nationalbank, Änderungen in ihrer Politik klar und rasch bekannt zu geben. Weiter schlägt der IWF der Nationalbank vor, dass sie periodisch über die Grundlagen informiert, auf die sie ihre Inflationsprognosen abstützt. So könne die Information der Märkte verbessert und die Glaubwürdigkeit der Geldpolitik gestärkt werden.

Wachstumsprognosen bestätigt

Wie schon im November nach der IWF-Mission in der Schweiz bekannt gegeben, sagt der Währungsfonds der Schweiz ein reales Wirtschaftswachstum von zwei Prozent in diesem und im nächsten Jahr voraus. Die durchschnittliche Teuerung werde wahrscheinlich in diesem Jahr auf 1,3 Prozent steigen und im kommenden Jahr nochmals um einen viertel Punkt anziehen.

Die Wirtschaftspolitik wird insgesamt gelobt. Gleichzeitig wird die Schweiz aber ermuntert, die Reformen weiter zu führen. In der Fiskalpolitik werden weitere Schritte zur Vereinfachung und zur formellen Harmonisierung der kantonalen Steuersysteme empfohlen. Zu raschem Handeln raten die IWF-Direktoren bezüglich der langfristigen Sicherung der AHV, anerkennen aber zugleich die Vorzüge des schweizerischen Drei-Säulen-Systems bei der Altersvorsorge.

EU-Verträge bringen Beitrag zu Wachstum

Als wichtigen positiven Schritt betrachtet der Währungsfonds den Abschluss der bilateralen Verhandlungen mit der EU. Die Verträge sollten einen wichtigen langfristigen Wachstumsbeitrag erbringen. Lob gab es von der Washingtoner Institution auch für die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt.

Die kritischsten Bemerkungen des IWF-Examens betreffen die Wettbewerbspolitik und die Agrarpolitik. Der Schutz und die Subventionierung der Landwirtschaft, die fast doppelt so hoch wie das Niveau in der EU seien, sollten reduziert werden. Generell rät der IWF, das Tempo bei der Beseitigung der Rigiditäten in den geschützten Sektoren der Schweizer Wirtschaft zu beschleunigen.

Die Reformen in der Telekommunikation sowie bei Bahn und Post gingen in die richtige Richtung. Bei der Öffnung des Strommarkts wäre ein beschleunigter Fahrplan wünschbar. Weitere Empfehlungen des IWF betreffen die Erhöhung der öffentlichen Entwicklungshilfe auf 0,4 Prozent des Bruttoinlandprodukts sowie die Verbesserung der Statistiken, namentlich bei den Löhnen und bei den Finanzen des Bundes.

swissinfo und Agenturen

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