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FRANKFURT (awp international) - Das britische Formel-1-Team Williams bereitet sich mit seinem bevorstehenden Börsengang auf einen Generationswechsel vor. Die Formel 1 sei ein teures Geschäft mit einem harten Wettbewerb, daher müsse der Rennstall seine weitere Stabilität sichern, sagte Eigentümer und Teamchef Frank Williams am Mittwoch bei der Vorstellung der Pläne für den Börsengang in Frankfurt. Williams wolle das Unternehmen von seiner Person unabhängiger machen, auch für den Fall, dass er irgendwann zurücktrete.
Der 68-Jährige will aber die Mehrheit am Rennstall behalten und diesen als Teamchef weiter kontrollieren. Die Eigentümer um ihn und Chefingenieur Patrick Head wollen insgesamt rund 27 Prozent in die Hände von Investoren geben. Bei dem Börsengang werde bewusst kein Geld für das Unternehmen eingesammelt, bekräftigte Geschäftsführer Adam Parr. Er trat der Kritik entgegen, dass die erhofften bis zu 80 Millionen Euro Erlös nur an die Eigentümer fliessen.
"Wir brauchen keine Barmittel und wollen sie auch nicht", sagte Parr. "Ein Unternehmen sollte die Barmittel aus seinem Geschäft generieren." Williams habe in den vergangenen drei Jahren profitabel gearbeitet und die Kosten für die kommende Saison gedeckt. Unter dem Strich habe sowohl 2009 als auch 2010 ein Plus gestanden. Genaue Zahlen für 2010 nannte das Unternehmen nicht. Im Vorjahr hatte Williams bei einem Umsatz von 106 Millionen Pfund einen operativen Gewinn (EBITDA) in Höhe von 13,6 Millionen Pfund und einen Vorsteuergewinn von 8,9 Millionen Pfund erwirtschaftet.
Williams traut sich als erstes Formel-1-Team an die Börse und gewährt damit einen Eindruck in sein Geschäft. Allzu tief in die Bücher blicken sollen die möglichen Investoren - und natürlich die Konkurrenz - aber nicht. So räumte Parr ein, dass die Entscheidung des britischen Teams für die Deutsche Wertpapierbörse mit den niedrigen Transparenzanforderungen im gering regulierten Entry Standard zusammenhänge. Dort darf das Unternehmen nach der Rechnungslegung US-GAAP bilanzieren und muss dabei nicht alle Details seiner Sponsorenverträge offenlegen.
Neben dem reinen Renngeschäft arbeitet Williams auch an neuen, umweltfreundlichen Antriebstechnologien, die künftig stärker vermarktet werden sollen. Sie kommen laut Williams beim Autobauer Porsche zum Einsatz, mit Land Rover und Jaguar gebe es Gespräche. Ziel sei es, eine Dividende zu zahlen, geplant sind 25 bis 35 Prozent des jährlichen Gewinns, dafür gibt es aber keine Garantie.
Die den Börsengang begleitende Bank am Bellevue geht angesichts der bis zu fünf Jahre laufenden Sponsorenverträge von stabilen Umsätzen und Erträgen für die Gesellschaft in den kommenden Jahren aus. Im Einklang mit der gesamten Formel 1 sei auch bei Williams ein jährliches Umsatzwachstum von etwa neun Prozent zu erwarten. Das operative und das Netto-Ergebnis würden angesichts stabiler Kostenstrukturen im gleichen Rahmen zulegen. Es sei ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 13 bis 16 zu erwarten.
Die Aktien können noch bis Ende Februar in einer Spanne von 24 bis 29 Euro gezeichnet werden. Insgesamt sind bis zu 2,74 Millionen Anteilsscheine im Angebot, daraus ergibt sich ein Volumen von bis zu 80 Millionen Euro. Der Marktwert des Unternehmens liegt gemessen an der Preisspanne zwischen 240 und 290 Millionen Euro. Die Erstnotiz ist für den 2. März geplant.
In diesem Jahr wird neben Rubens Barrichello aus Brasilien der Venezolaner Pastor Maldonado für Williams fahren. Für den Rennstahl gingen auch schon Nico Rosberg, Nick Heidfeld, Ralf Schumacher und Heinz-Harald Frentzen an den Start. 1997 holte Jacques Villeneuve den WM-Titel in einem Williams. Es war der siebte und bisher letzte für das Privatteam.
nmu/enl/wiz

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