IWF prognostiziert der Schweizer Wirtschaft beschleunigtes Wachstum

Das Wirtschaftswachstum in der Schweiz wird sich in den kommenden Monaten weiter beschleunigen, insbesondere dank einer anhaltenden gesamteuropäischen Expanision. Dies prophezeit der IWF gestützt auf sein neustes “Länderexamen” mit der Schweiz.

Dieser Inhalt wurde am 15. November 1999 - 13:52 publiziert

Das Wirtschaftswachstum in der Schweiz wird sich in den kommenden Monaten weiter beschleunigen, insbesondere dank einer anhaltenden gesamteuropäischen Expanision. Dies prophezeit der Internationale Währungsfonds (IWF) gestützt auf sein neustes “Länderexamen” mit der Schweiz.

Der Wirtschaftsaufschwung wird gemäss IWF von einer leichten Zunahme der Inflationsgefahr begleitet sein, die jedoch dank vorsichtiger makroökonomischer Massnahmen die Preisstabilität nicht gefährden werde. Um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, muss die Schweiz nach Ansicht des IWF gewisse Reformen vorantreiben, um europäisches Niveau zu erreichen und ihren wirtschaftlichen Wohlstand in einem konkurrenzfähigen und sich rasch wandelnden internationalen Umfeld garantieren zu können.

Die Überprüfung der Wirtschafts- und Finanzlage seiner Mitgliedstaaten ist fester Bestandteil der Aufsichtstätigkeit des IWF. Vom 8. bis 15. November 1999 hat sich der IWF mit Vertretern der Bundesverwaltung, der Schweizerischen Nationalbank sowie der Privatwirtschaft getroffen, um sein alljährliches Länderexamen mit der Schweiz durchzuführen.

Das Examen ergab nach Angaben des Eidgenössischen Finanzdepartements (EFD) unter anderem folgende wichtige Schlussfolgerungen:

- Viele Risikofaktoren, die die Schweiz noch vor einem Jahr bedrohten, sind seither nicht eingetreten. Die wirtschaftliche Aktivität der Schwellenländer hat sich schneller erholt als vorgesehen, der Wirtschaftsaufschwung in Europa hat sich gefestigt und die Einführung des Euro verlief harmonisch. Die jüngste und solide Besserung der Situation auf dem Arbeitsmarkt zeigt die Stärke der Schweiz auf diesem Gebiet im Vergleich zu anderen Industriestaaten. Bezüglich der Konjunkturaussichten wird sich das Wirtschaftswachstum in der Schweiz in den kommenden Monaten voraussichtlich weiter beschleunigen und in diesem Jahr 1,25 Prozent erreichen. Für das Jahr 2000 rechnet der IWF für die Schweiz mit einem Wachstum von 2 Prozent.

- Der IWF bewertet die Ausrichtung der Schweizer Geldpolitik als gut und befürwortet den kürzlich erfolgten Anstieg der kurzfristigen Zinssätze, der zu einem gewissen Grad eventuelle Inflationsrisiken eindämmen könne. Die verzögerte Reaktion der Preise auf geldpolitische Massnahmen verlangt nach Ansicht des IWF jedoch auch weiterhin nach einer erhöhten Wachsamkeit. Der Auslastungsgrad der Produktionskapazitäten und die Steigerung der Einkommen sollten deshalb aufmerksam verfolgt werden.
Gemäss IWF sollte die Geldpolitik vor allem auf das Ziel der mittelfristigen Presisstabilität ausgerichtet werden und dabei insbesondere die folgenden Indikatoren beachten: die Konjunkturlage, die Wechselkurse, die Geldmenge und einen Indikator für die Finanzpolitik.

- Die in den vergangenen Jahren auf dem Gebiete der Finanzpolitik erzielten Erfolge sind gemäss IWF ermutigend: Das in der eidgenössischen Finanzpolitik für die Zeit nach 2001 angekündigte Ziel, einen über den Konjunkturzyklus ausgeglichenen Bundeshaushalt zu erreichen, sollte eine Senkung der Verschuldungsquote ermöglichen, was vom IWF ebenfalls befürwortet wird. Was die Besteuerung angeht, empfiehlt der IWF, die Kantone zu einer Änderung der Einkommensbesteuerung anzuhalten sowie zu einer Bevorzugung der progressiven Gewinnbesteuerung.

- Auch bezüglich der Strukturpolitik besteht gemäss IWF noch Reformbedarf, um die Wettbewerbsfähigkeit der schweizerischen Volkswirtschaft in einem sich ständig wandelnden Umfeld zu garantieren. Der Internationale Währungsfonds plädiert in diesem Zusammenhang inbesondere für eine entschlossene Bekämpfung gewisser monopolistischer oder oligopolistischer Praktiken, die sich im gegenüber dem Ausland relativ hohen Preisniveau der Schweiz ausdrücken.

SRI und Agenturen

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