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TOKIO/DARMSTADT (awp international) - Japanische Autohersteller überlegen Branchenkreisen zufolge, ihre Produktion abwechselnd herunterzufahren, um Strom zu sparen. Damit wollen die Konzerne verhindern, dass ihre Stromversorgung wegen Engpässen nach dem Ausfall des havarierten Atomkraftwerks Fukushima rationiert wird. Das berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo am Samstag unter Berufung auf Branchenkreise. So wollten die Autokonzerne für die Produktion schädliche "Blackouts" vermeiden. Ein kompletter Stromausfall für drei Stunden würde zum Beispiel eine Karosseriefertigung für insgesamt neun Stunden lahmlegen.
Erwartet wird, dass sich die Unternehmen in Kürze im Rahmen eines Treffens beim Branchenverband auf einen Rotationszeitplan einigen. Andere Industriezweige könnten folgen, hiess es in dem Bericht. Die Produktion in der japanischen Autobranche ist derzeit durch die Folgen des schweren Erdbebens ohnehin bereits deutlich eingeschränkt. Die acht grössten Hersteller erwarten nach Angaben vom Freitag Produktionsausfälle von etwa 365 000 Fahrzeugen. Wenn die Bänder nicht zu den bisher geplanten Zeitpunkten wieder anlaufen könnten, seien höhere Ausfälle nicht ausgeschlossen.
Einige Spezialfarben für die Autoindustrie werden inzwischen weltweit knapp, weil ein Werk des Darmstädter Pharma- und Chemie-Unternehmens Merck in Japan geschlossen ist. Die Anlage rund 45 Kilometer von Fukushima entfernt sei nach dem Erdbeben evakuiert worden, sagte Unternehmenssprecher Gangolf Schrimpf am Samstag der Nachrichtenagentur dpa. Die rund 160 Mitarbeiter und ihre Familien seien in Sicherheit gebracht worden. Wann das Werk wieder in Betrieb genommen werden könne, sei ungewiss.
In Japan stellt Merck ein sogenanntes Effekt-Pigment mit der Bezeichnung "Xirallic" her, ein mit einem besonderen Verfahren veredeltes Aluminium-Oxid. Das japanische Werk sei weltweit die einzige Anlage, in der "Xirallic" produziert werde, sagte Schrimpf. Das Pigment werde an Farbhersteller geliefert, die daraus Autofarben mit Glitzereffekt machen./rae/DP/zb

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