Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

TOKIO (awp international) - Die G7-Finanzminister und Notenbankpräsidenten gehen gemeinsam gegen die Aufwertung des japanischen Yen vor. In einer Telefonkonferenz in der Nacht zum Freitag sei beschlossen worden, den starken Anstieg der Währung gemeinsam zu bremsen, sagte der japanische Finanzminister Yoshihiko Noda nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo. Japan, die USA, Grossbritannien, Kanada und die Europäische Union tätigten daraufhin koordinierte Verkäufe der japanischen Währung und Ankäufe des Dollars. Dies ist das erste Mal seit mehr als zehn Jahren, dass die führenden Wirtschaftsnationen gemeinsam am Devisenmarkt einschreiten.
In einer gemeinsamen Mitteilung der Finanzminister und Notenbankchefs vom Donnerstag (Ortszeit) hiess es, die Teilnehmer hätten "ein aufeinander abgestimmtes Eingreifen in die Devisenmärkte" beschlossen. "Wir werden die Devisenmärkte genau beobachten und entsprechend zusammenarbeiten." Der Yen war am Donnerstag auf den höchsten Stand gegenüber dem US-Dollar seit dem Zweiten Weltkrieg gestiegen. Der starke Yen setzt Japans Wirtschaft zusätzlich unter Druck.
Die jüngste Aufwertung wird darauf zurückgeführt, dass japanische Investoren und Versicherer dringend Geld brauchen, um die Schäden aus der Natur- und Nuklearkatastrophe zu beheben. Deshalb steigt die Nachfrage nach Yen. In der Nacht zum Donnerstag wurde der Dollar zeitweise mit 76,25 Yen gehandelt - so wenig wie noch nie in der Nachkriegsgeschichte. Mitte 2007 mussten für einen Dollar noch mehr als 120 Yen gezahlt werden.
Diese Entwicklung macht japanische Produkte, die im Dollar-Raum verkauft werden, deutlich teurer. Selbst Unternehmen, die wie der Autohersteller Toyota in den USA produzieren, leiden unter dieser Entwicklung. Sie erhalten deutlich weniger Yen für in den Vereinigten Staaten verkaufte Autos. Der im Vergleich zum Dollar starke Yen ist seit Jahren eines der grössten Probleme der japanischen Wirtschaft. Vor der Natur- und Nuklearkatastrophe hatte sich der Dollar in einer Bandbreite zwischen 80 und 85 Yen bewegt.
Das gemeinsame Einschreiten der G7-Staaten zeigt erst einmal Wirkung. Der Yen verlor nach der Entscheidung der Finanzminister und Notenbankchefs deutlich an Boden. Für einen Dollar mussten wieder fast 82 Yen bezahlt werden. Auch gegenüber dem Euro gab der Yen am Freitag nach. Zuletzt kostete ein Euro wieder etwas mehr als 115 Yen, nachdem der Kurs am Donnerstag noch unter die Marke von 108 Yen gesackt war. Am japanischen Aktienmarkt sorgte das gemeinsame Vorgehen der Industrienationen für deutliche Aufschläge.
Experten stufen den Schritt der G7-Staaten als richtig ein. Bereits am Donnerstag hatten die Analysten der Commerzbank zu einem gemeinsamen Schritt gegen die Kursexzesse geraten. Am Freitag sagte Mitsuru Sahara, Währungsexperte bei der Bank of Tokyo Mitsubishi-UJF: "Die Aktion ist eine positive Überraschung. Sie wird definitiv ihre Wirkung zeigen. Es wird nun schwierig werden, den Dollar wieder unter die Marke von 80 Yen zu drücken." Er geht davon aus, dass der Yen mit der Intervention erst einmal in die Bandbreite aus der Zeit vor der Katastrophe gehalten werden kann.
Die japanische Notenbank (BoJ) stellte den Märkten am Freitag unterdessen erneut zusätzliche Milliarden zur Verfügung gestellt. Es seien weitere drei Billionen Yen (rund 26 Mrd Euro) kurzfristige Notfall-Liquidität in die Märkte gepumpt worden. Damit summiert sich die Summe der kurzfristigen Notfallmassnahmen auf rund 37 Billionen Yen (322 Mrd Euro). Die Währungshüter hatten am Montag den Rahmen für Rückkäufe von Staatsanleihen erhöht. Mit den Schritten will die Notenbank einen Kollaps der Finanzmärkte angesichts des drohenden Super-GAUs verhindern. In die Devisenmarktintervention soll die Notenbank Berichten zufolge am Freitag rund zwei Billionen Yen gesteckt haben/pz/son/DP/zb

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

???source_awp???