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Tokio (awp/sda/dpa) - Im Reaktor 2 hat nach Einschätzung der japanischen Regierung vorübergehend eine Kernschmelze eingesetzt. Das sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Montag.
Die im dortigen Turbinengebäude im Wasser entdeckte hochgradige Radioaktivität sei auf die teilweise Kernschmerze zurückzuführen, sagte der Sprecher. Dort waren mehr als 1000 Millisievert pro Stunde gemessen worden.
Der Betreiber der Anlage, Tepco, hatte zuvor seine Angaben korrigiert und spricht jetzt noch von einer 100'000fach höheren Konzentration als normal. Zuvor war gemeldet worden, die Strahlung sei 10 Millionen Mal höher als sonst.
Der Regierungssprecher übte scharfe Kritik an dem Umgang des Betreibers Tepco mit den Messwerten. Das sei "inakzeptabel", sagte Edano.
Unterdessen setzten Arbeiter in der Atomruine ihre Bemühungen fort, hochradioaktives Wasser aus den Gebäuden der Anlage zu beseitigen. Das ist notwendig, damit nicht noch mehr Arbeiter verstrahlten werden. Dieses Risiko behindert die Versuche, die Reaktoren abzukühlen.
Trotz des Risikos setzten Arbeiter ihre Bemühungen um die Kühlung der Reaktoren fort. Dabei wird versucht, für das Einleiten von Süsswasser in die Druckkessel der Reaktoren statt der bisher benutzten Feuerwehrpumpen elektrische Pumpen einzusetzen.
Die Arbeiter versuchten, den Zufluss von Wasser in die Druckkessel zu stabilisieren, wie die Nachrichtenagentur Jiji unter Berufung auf den Atombetreiber Tepco meldete. Im Reaktor 2 sei dies bereits erreicht, nun wolle man auch die Pumpen in den beiden Reaktoren 1 und 3 umstellen, hiess es.
Laut Tepco könnte es sein, dass die Druckkessel aller drei Reaktoren beschädigt sind. Einen genauen Überblick über die momentane Situation in den Kesseln habe man sich noch nicht verschaffen können. Die Arbeiter versuchten, die Kontrollräume wieder funktionstüchtig zu machen, um akkurate Daten über das Wasser und den Druck in den Kesseln der Reaktoren zu gewinnen.
Unterdessen hielt ein weiteres Nachbeben der Stärke 6,5 die Menschen in der Katastrophenregion in Atem. Schäden aufgrund des Bebens am frühen Montagmorgen wurden jedoch nicht gemeldet. Eine Tsunami-Warnung wurde wenig später wieder aufgehoben.
Das Zentrum des Bebens lag nach Angaben der nationalen Meteorologischen Behörde in knapp sechs Kilometer Tiefe vor der Küste der Unglücksprovinz Miyagi in einer Entfernung von 163 Kilometern von Fukushima. An dem Atomkraftwerk waren laut Tepco keine weitere Schäden durch das neue Beben zu erkennen.
Die Region war vor gut zwei Wochen von einem verheerenden Erdbeben der Stärke 9,0 sowie einem Jahrhundert-Tsunami schwer zerstört worden. Mehr als 10'800 Menschen verloren ihr Leben, rund 16'000 Menschen gelten als weiterhin vermisst.
Noch immer müssen mehr als 243'000 Menschen in Notunterkünften hausen. Die Behörden warnten die Bewohner auch für die nächste Zeit vor weiteren Nachbeben.

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