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TOKIO/FRANKFURT/LONDON (awp international) - Uneinheitliches Bild an den Weltbörsen: Während die Kurse in Tokio am Donnerstag weiter nachgegeben haben, befinden sich die europäischen Märkte etwas auf Erholungskurs. Als Belastung für die Aktien japanischer Exportriesen erwies sich neben den Sorgen um einen nach wie vor möglichen GAU im Atomkraftwerk Fukushima Eins der stark gestiegene Yen. Damit kommt auf die ohnehin gebeutelte japanische Wirtschaft das Problem zu, dass ihre Produkte in wichtigen Märkten teurer werden.
Die japanische Währung war am Donnerstagmorgen wegen der erwarteten immensen Kosten infolge der Atom- und Naturkatastrophe auf ein Rekordhoch zum US-Dollar gestiegen. In der Nacht kostete der Dollar in einem chaotischen, von starken Sprüngen gekennzeichneten Handel zeitweise nur noch 76,25 Yen - so wenig wie noch nie in der Geschichte. Zum Vergleich: Mitte 2007 hatte ein Dollar noch mehr als 120 Yen gekostet. Die Rufe nach staatlichen Schritten gegen die Kursexzesse werden lauter. Die japanische Regierung bestätigte indes, dass es noch in dieser Woche eine Telefonkonferenz der G7-Finanzminister geben wird. Auch im Vergleich zum Euro zog der Yen an. Händler erklärten, dass japanische Investoren und Versicherer Geld brauchen, um die Schäden in der Heimat zu bezahlen. Das steigere die Nachfrage nach Yen.
EINZELNE NIKKEI-WERTE IM PLUS
Der Nikkei-225-Index ging mit einem Minus von 1,44 Prozent auf 8.962,67 Punkte aus dem Handel. Damit erwies sich die Erholung vom Vortag mit einem Plus von mehr als fünf Prozent als Strohfeuer angesichts der weiterhin bedrohlichen Lage rund um das havarierte Kraftwerk. Zumindest hielten sich dieses Mal aber Kursverluste in Grenzen. Vielen Anlegern steckt noch immer der Crash vom Dienstag in den Knochen, als der japanische Leitindex um mehr als zehn Prozent in die Tiefe gerauscht war. Am Donnerstag verbuchten immerhin einzelne Werte in Tokio ein Kursplus, darunter Aktien aus der Stahl- und Pharmabranche. Hier habe die Hoffnung auf eine steigende Nachfrage in Japan gestützt, sagten Börsianer. Für den breiter gefassten Topix ging es um 0,84 Prozent auf 810,80 Punkte nach unten.
Freundlicher war die Stimmung an den europäischen Märkten, die am Vortag deutliche Verluste erlitten hatten. Der Dax stieg um 2,11 Prozent auf 6.651,00 Punkte, lag damit aber immer noch rund 400 Punkte unter seinem Schlussstand vom Donnerstag, dem letzten Handelstag vor dem Erdbeben und dem Tsunami in Japan. Der EuroStoxx 50 gewann 2,19 Prozent auf 2.780,74 Punkte. Auch die Leitindizes in Paris und in London konnten Gewinne einfahren, an der Wall Street in New York deutet sich ein positiver Handelsstart an.
ANLEGER STÜRZEN SICH AUF HOFFNUNGSSCHIMMER - SCHNÄPPCHENJÄGER AM START
"Die Anleger reagieren derzeit auf alles positiv, was nach einem Hoffnungsschimmer im Kampf gegen die Katastrophe in Japan aussieht", sagte Händler Thomas Stengl von der Postbank. Zudem hält so mancher Börsianer die jüngsten Kursverluste europäischer Aktien für übertrieben und greift wieder zu. Die Analysten der UBS betonten in einer Studie, dass die Verbindungen zwischen der europäischen und der japanischen Wirtschaft begrenzt seien. So gehe nur ein Prozent der Exporte aus der Eurozone nach Japan. Auch nach Meinung von Analyst Robert Buckland von der amerikanischen Citigroup dürften sich die Folgen der Katastrophe in Japan für die Weltmärkte in Grenzen halten. Die Wirtschaft und der Aktienmarkt des ostasiatischen Landes hätten sich in den vergangenen 20 Jahren unterdurchschnittlich entwickelt. Insofern sei die Bedeutung Japans nicht mehr so gross wie noch zum Zeitpunkt des Kobe-Erdbebens im Jahr 1995.
Wie schon in den vergangenen Tagen stellte die japanische Notenbank (BoJ) den Märkten am Donnerstag zusätzliche Milliarden zur Verfügung. Es seien weitere fünf Billionen Yen (45 Milliarden Euro) kurzfristige Notfall-Liquidität in die Märkte gepumpt worden, teilte die Notenbank mit. Damit summiert sich die Summe der kurzfristigen Notfallmassnahmen mittlerweile auf 33 Billionen Yen. Damit wollen die Währungshüter einen Kollaps der Finanzmärkte angesichts des drohenden Super-GAUs in Fukushima verhindern.
Der Kampf gegen die Katastrophe in dem Atomkraftwerk Fukushima Eins wird indes aus der Luft geführt: Zwei Armee-Hubschrauber warfen für ein Kühlmanöver Tonnen von Wasser über dem Reaktor 3 ab, wie der Fernsehsender NHK zeigte. Zusätzlich gingen Wasserwerfer in Stellung. Zudem soll die Stromversorgung wiederhergestellt werden.
chs/rum/stk

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