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Kanton Bern möchte Kernkraft ersetzen

KKW Mühleberg bei Bern. Das einzige KKW, das einer limitierten Betriebs-Bewilligung durch den Bund untersteht.

(Keystone)

Die mehrheitlich rot-grüne Regierung des Kantons Bern möchte untersuchen, ob das Kernkraftwerk Mühleberg im Jahr 2012 stillgelegt werden kann.

Es geht in erster Linie um die Frage, ob die gesamte Versorgungs-Sicherheit mit Energie auch ohne Atomstrom gewährleistet wäre.

Die Regierung des Kantons Bern will nun prüfen, ob das bei der Stadt Bern gelegene Kernkraftwerk Mühleberg (KKM) bereits 2012 stillgelegt werden kann.

Denn die Betriebs-Bewilligung des Bundes für dieses zusammen mit Benznau I und II zu den ältesten Kernkraftwerken der Schweiz gehörende Werk läuft 2012 aus.

Allerdings machte die Regierung in ihrer Antwort auf einen entsprechenden parlamentarischen Vorstoss aus den Reihen der SP-JUSO auch gleich klar, dass der Zeitpunkt noch mit zahlreichen Unsicherheiten behaftet sei.

Vieles hänge beispielsweise vom Entscheid des Bundes über die Verlängerung der Betriebsbewilligung für das KKM ab. Die von der Betreiberin BKW Energie AG geforderte unbefristete Bewilligung für Mühleberg hat der Bund bisher nicht erteilt.

Frage der Versorgungs-Sicherheit

Ausserdem müsste bis zu einer Stillegung die Produktion des KKM durch Strom aus Gas- und Dampfkraftwerken, insbesondere aus dem geplanten Kraftwerk in Utzenstorf, ersetzt werden können. Nur unter dieser Voraussetzung könne die Versorgungssicherheit gewährleistet werden.

In welchem Jahr das KKM abgeschaltet werden könne, sei angesichts der vorhandenen Unsicherheiten noch schwer zu beurteilen.

Die Umsetzung der vom kantonalen Parlament zur Kenntnis genommenen "Energiestrategie 2006", wonach der Kanton Bern mittelfristig Strom ohne Kernenergie produzieren soll, stelle aber sicher, dass der Kanton an einer echten Alternative zur Kernenergie arbeite.

Verzicht auf Atomstrom bei kantonseigenen Bauten

Neben der Stillegung des KKM bis 2012 forderte die SP-JUSO auch, dass der Kanton selber bei Bauten und Anlagen mit staatlicher Beteiligung möglichst rasch auf Atomstrom verzichtet.

Der Kanton müsse als Verbraucher klar zu seinen in der Energiestrategie formulierten Zielen stehen und für den Betrieb seiner Bauten und Anlagen nur noch Strom aus erneuerbaren Energien beziehen.

Der Verzicht auf Atomstrom für kantonseigene Bauten und Anlagen wäre machbar, allerdings müssten vorher die finanziellen Folgen für den Kanton abgeklärt werden, teilte die Regierung mit. Sie will deshalb die Forderung ebenfalls nur prüfen.

Kantons-Parlament will Option Atomstrom offenhalten

Der bernische Grosse Rat, das Parlament des Kantons, hatte im vergangenen November die "Energiestrategie 2006" der Regierung zur Kenntnis genommen.

Allerdings stellte sich das Parlament nur mit einem wichtigen Vorbehalt hinter die Regierung: die Option Kernenergie soll auch nach der Abschaltung von Mühleberg offen gehalten werden.

"2000-Watt-Gesellschaft"

Gemäss der Strategie sollen 2035 rund 80% des Stroms aus erneuerbaren Quellen stammen. Als Fernziel strebt die Regierung die 2000-Watt-Gesellschaft an. Vorerst soll der Energiebedarf bis 2035 von 6000 auf 4000 Watt pro Person verringert werden.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Die Betriebs-Bewilligung des Bundes für das KKW Mühleberg im Kanton Bern läuft im Jahr 2012 aus.

Dessen Betreiberin, die BKW Energie AG, hat die Möglichkeit noch nicht ausgeschlossen, ein neues KKW zu bauen, um die Nachfrage nach Energie zu befriedigen.

2005 lehnten die Schweizer Stimmbürger ein Moratorium ab, das während zehn Jahren den Bau neuer Kernkraftzentralen verbieten wollte.

Mühleberg produzierte 2006 mit 2,99 Mrd. Kilowatt-Stunden (kWh) das beste Resultat seit seiner Inbetriebnahme im Jahr 1972.

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Fakten

Die Schweiz hat 5 Atomkraftwerke:
Beznau I und II (Inbetriebnahme 1969, 1972)
Mühleberg (1972)
Gösgen (1978)
Leibstadt (1984)
Der Anteil der Kernenergie an der Inland-Stromproduktion beträgt im Jahresdurchschnitt 38% (Winter bis zu 45%)
Europäischer Jahres-Durchschnitt: 33%.
Die fünf AKWs haben eine Gesamtleistung von 3,2 Gigawatt.

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