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Zürich (awp) - Das als spätzyklisch geltende Lagerlogistik-Unternehmen Kardex hat die Folgen der Wirtschaftskrise noch nicht abgeschüttelt und ist im Geschäftsjahr 2010 in die roten Zahlen gerutscht. Zur Stärkung der Eigenkapitalbasis ist nun eine Kapitalerhöhung geplant. Mit dem frischen Geld soll eine Wandelanleihe abgelöst werden. Vor diesem Hintergrund müssen die Aktionäre auf eine Dividende verzichten.
Das Betriebsergebnis (EBIT) rutschte im vergangenen Jahr ins Minus und liegt bei -6,4 Mio EUR nach einem Gewinn von 6,3 Mio CHF im Vorjahreszeitraum.
Auf der untersten Zeile der Erfolgsrechnung resultierte ein Verlust von 9,8 Mio EUR nach einem kleinen Gewinn von 0,8 Mio EUR im Vorjahr, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Wie bereits im Vorjahr, müssen die Aktionäre auf eine Dividende verzichten.
Bereits im Februar hatte Kardex die Umsatzzahlen 2010 bekanntgegeben. Der Gruppenumsatz stieg um knapp 4% auf 356 Mio EUR. Ohne eine Akquisition wären die Verkaufszahlen jedoch ins Minus gerutscht. Der Auftragseingang zum Jahresende wurde mit einem Plus von 21% auf 391 Mio EUR ausgewiesen.
Zur Stärkung der Eigenkapitalbasis und zur Erhöhung der finanziellen Flexibilität will das Unternehmen die Schaffung von genehmigtem Kapital beantragen. Damit soll ermöglicht werden, dass die Ende Juni 2011 fällige Wandelanleihe von 55 Mio CHF je rund zur Hälfte durch die Ausgabe neuer Aktien und durch eine Fremdfinanzierung abgelöst werden kann.
Die Erholung der Nachfrage nach der Wirtschaftskrise setzte bei Kardex im vergangenen Geschäftsjahr aufgrund des spätzyklischen Charakters des Lagerlogistiksektors mit einer Verzögerung von rund zwölf Monaten gegenüber anderen Industriesektoren ein.
Im umsatzstärksten Geschäftsbereich Remstar sanken die Verkaufszahlen um 3,4% auf 192,8 Mio EUR. Als Ursache wird die langsamen Erholung der Nachfrage in Europa und in Nordamerika ausgemacht. Im Semestervergleich übertraf der Segmentumsatz im zweiten Halbjahr 2010 die ersten sechs Monate um ein Drittel. Den Betriebsverlust im ersten Semester konnte das Segment im zweiten Halbjahr kompensieren und im Gesamtjahr wurde ein positiver EBIT von 2,1 Mio EUR erzielt.
Der Geschäftsbereich Stow steuerte im Geschäftsjahr rund 38% zum Umsatz der Gruppe bei. Mit knapp 136 Mio EUR nahm der Segmentumsatz gegenüber dem Vorjahr um 5,5% ab. Die Entwicklung begründet Kardex hauptsächlich mit Überkapazitäten und hohem Preisdruck in den meisten Märkten.
Der ab Mai 2010 konsolidierte Geschäftsbereich Mlog steuerte in den acht Monaten seit der Integration knapp 28 Mio EUR zum Gruppen-Umsatz bei. Das Betriebsergebnis (EBIT) fiel mit -3,8 Mio EUR negativ aus. Der tiefe Auftragsbestand zum Akquisitionszeitpunkt hätten auf dem Ergebnis von Mlog gelastet. Die durchschnittliche Bruttomarge der neu akquirierten Projekte im Jahr 2010 sei wegen der angespannten Wettbewerbssituation im Markt unter den Erwartungen ausgefallen.
In das Jahr 2011 sei Kardex mit einem "deutlich höheren Auftragsbestand als im Vorjahr" gestartet, schreibt das Unternehmen. Weiterhin sei der Logistikmarkt aber preislich hart umkämpft. Für das Gesamtjahr erwartet das Management eine Umsatzsteigerung im Rahmen des Marktwachstums sowie eine Verbesserung der Profitabilität.
ps/ra

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