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Katar soll in Porsche-Aufsichtsrat einziehen (AF)

Dieser Inhalt wurde am 18. Dezember 2009 - 16:10 publiziert

STUTTGART (awp international) - Das Emirat Katar bekommt nach seinem Einstieg bei Porsche einen Sitz im Aufsichtsrat des Sportwagenbauers. Die Aktionäre der Dachgesellschaft Porsche Holding SE sollen bei der Hauptversammlung am 29. Januar Scheich Jassim Bin Abdulaziz Bin Jassim Al-Thani für vier Jahre in das Gremium wählen. Das geht aus der am Freitag veröffentlichen Einladung zu dem Aktionärstreffen hervor. Erwartet wurde, dass Porsche am Freitag auch seine Zahlen für das erste Quartal 2009/10 veröffentlicht.
Der Scheich würde im Kontrollgremium den Platz von Hans-Peter Porsche, dem Bruder von Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche, einnehmen. Bisher sind fünf der zwölf Aufseher Mitglieder der Familien Porsche und Piëch, darunter auch Volkswagen-Patriarch Ferdinand Piëch.
Das Scheichtum war nach der missglückten VW-Übernahme durch Porsche mit zehn Prozent bei dem hochverschuldeten Sportwagenbauer eingestiegen. Der Wüstenstaat ist der erste Anteilseigner, der nicht zu den bisherigen Eigentümerfamilien Porsche und Piëch gehört.
Das Emirat kaufte den Stuttgartern zudem einen Teil ihrer Optionen auf VW-Aktien ab und beteiligte sich auch an Europas grösstem Autobauer. Katar stieg mittlerweile mit einer Beteiligung von 17 Prozent zum dritten Grossaktionär bei Volkswagen auf. Weitere Grossaktionäre sind die Porsche-Eignerfamilien Piëch und Porsche sowie das Land Niedersachsen.
Auf der Hauptversammlung soll ferner beschlossen werden, dass alle Vorstände künftig ihr Gehalt offenlegen müssen. Gerade um die Bezahlung von Ex-Vorstandschef Wendelin Wiedeking hatte es in der Vergangenheit grosse Aufregung gegeben. Nach unbestätigten Angaben soll der Manager alleine im Geschäftsjahr 2007/08 durch eine vertraglich fixierte Gewinnbeteiligung rund 77 Millionen Euro eingestrichen haben.
Die Entlastung Wiedekings und seines damaligen Finanzvorstands Holger Härter für das abgelaufene Geschäftsjahr soll wegen der laufenden Ermittlungsverfahren gegen die beiden Manager vertagt werden. Die Staatsanwaltschaft prüft Vorwürfe der Marktmanipulation. Beide Manager mussten wegen der gescheiterten Übernahme von Volkswagen im Sommer abtreten.
Volkswagen stieg Anfang Dezember für 3,9 Milliarden Euro mit 49,9 Prozent beim Porsche-Sportwagengeschäft (Porsche AG) ein. Die Porsche-Dachgesellschaft Porsche SE hält ihrerseits knapp 51 Prozent an VW. Bis 2011 sollen die beiden Konzerne verschmelzen und Porsche zur zehnten Marke unter dem Dach von VW werden. Die Stuttgarter wollen dafür künftig ihr Geschäftsjahr an das Kalenderjahr anpassen. Die Aktionäre müssen der von 2011 an geplanten Umstellung noch zustimmen.
Die Dachgesellschaft Porsche Automobil Holding SE hatte im Ende Juli beendeten Geschäftsjahr 2008/2009 trotz eines Gewinns im Autogeschäft unter dem Strich einen Verlust von 3,6 Milliarden Euro verbucht. Wegen der gescheiterten VW-Übernahme fielen Belastungen von mehreren Milliarden Euro an. Für das laufende Jahr erwartet der Chef der Porsche AG, Michael Macht, zwar Zuwächse bei Absatz und Umsatz. Im Gesamtjahr werde aber erneut mit Milliardenverlusten gerechnet./sba/gl/DP/nl

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