Navigation

Katrina: IKRK führt Familien zusammen

Pierre Barras, Leiter des IKRK-Suchdienstes in Louisiana. swissinfo.ch

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hilft Tausenden von Personen, ihre Angehörige zu finden, die sie im Hurrikan Katrina verloren haben.

Dieser Inhalt wurde am 10. September 2005 - 12:46 publiziert

Am vergangenen Freitag hatten 154'000 Menschen Kontaktinformationen oder Suchanzeigen auf der Website des IKRK deponiert.

Der Hurrikan Katrina hat vor bald zwei Wochen mehr angerichtet als nur grosse Zerstörung in den südlichen Bundesstaaten Louisiana, Mississippi und Alabama: Die Sturmwinde von bis zu 200 Kilometern pro Stunde und die weiträumigen Überschwemmungen haben auch unzählige Familien auseinander gerissen; Ehefrauen von ihren Männern, Brüder von ihren Schwestern, Kinder von ihren Eltern.

Die Family-Link-Website des IKRK, welche kurz nach dem Hurrikan aufgeschaltet wurde, wird vom Sitz der Organisation in Genf aus betrieben. Mitarbeiter des IKRK-Suchdienstes sind aber auch vor Ort im Einsatz und koordinieren die Einsätze in der Region.

"Je mehr Namen wir haben, desto grösser sind die Chancen, Personen zu finden", erklärt Pierre Barras, Leiter des Suchdienstes in Louisiana, gegenüber swissinfo.

Nervenzentrum im Supermarkt

Das Team aus Genf arbeitet eng zusammen mit dem Roten Kreuz der USA, das sein Hauptquartier in Baton Rouge, rund 100 Kilometer nordwestlich von New Orleans, aufgeschlagen hat. Ein verlassener WalMart-Supermarkt wurde umfunktioniert: An den Wänden hängen Karten des Katastrophengebiets, an Hunderten von Klapptischen arbeitet eine Armee von Freiwilligen.

Grosse Signale weisen den Weg zu den verschiedenen Aktions-Gebieten: Grossverteilung, Unterkunft, Nahrung. Sogar ein Gesundheitsdienst für die Beschäftigten wurde eingerichtet, sollte jemandem Stress und Anspannung zuviel werden, als Helfer nach einer der grössten Natur-Katastrophen in den USA.

"Das ist die grösste Katastrophenhilfe-Operation, welche das amerikanische Rote Kreuz je durchgeführt hat", sagt Pressesprecher Jack Papp. "Noch nie gab es eine so grosse Anzahl von Menschen, die wir unterbringen und wieder auf die Füsse helfen müssen." Allein im Bundesstaat Louisiana werden in 206 Notunterkünften 48'000 Personen betreut.

Familienzusammenführung läuft an

Laut Barras, der bereits in Irak, Somalia und Haiti fürs IKRK Suchdienste geleitet hat, werden den Betroffenen verschiedene Möglichkeiten geboten, Angehörige zu suchen.

Per Telefon kann aus einigen Notunterkünften Kontakt zum Suchdienst aufgenommen werden, in andern werden Handzettel mit Informationen zur Website verteilt. Auch die Medien werben für den Suchdienst. "Wo der Zugang zum Internet nicht möglich ist, empfehlen wir, ein Formular auszufüllen, das später in die Datenbank eingegeben wird."

Kinder und Alte

In einer nächsten Phase sollen die verletzlichsten Opfer des Hurrikans mit ihren Familien zusammen geführt werden, Kinder und Alte. "In einigen Gebieten haben wir Kenntnis von unbegleiteten Minderjährigen, wir werden bald mir ihrer Registrierung beginnen", erklärt Barras, der direkt von der Elfenbeinküste nach Baton Rouge gereist ist. "Wir schätzen die Grösse des Problems immer noch ein, aber wir wissen, dass die Nachfrage besteht."

Ein Team von Spezialisten, zwei aus der Schweiz und zwei vom Roten Kreuz der USA, sollen innerhalb von 48 Stunden Besuche in den den Notunterkünfte beginnen.

swissinfo, Adam Beaumont in Baton Rouge, Louisiana
(Aus dem Englischen von Philippe Kropf)

Fakten

Am vergangenen Freitag waren 48'260 Menschen in 206 Notunterkünften in Louisiana untergekommen.

Das Rote Kreuz der USA betreibt seine Hilfsoperation im Bundesstaat in dem auch New Orleans liegt, aus einem umfunktionierten Supermarkt in Baton Rouge.

Dort arbeiten mindestens 1000 Freiwillige fürs Rote Kreuz.

End of insertion

Artikel in dieser Story

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Diskutieren Sie mit!

Mit einem SWI-Account erhalten Sie die Möglichkeit, Kommentare auf unserer Webseite sowie in der SWI plus App zu erfassen.

Login oder registrieren Sie sich hier.