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Kaufkraft sinkt 2004

Real bleibt den Schweizerinnen und Schweizern weniger im Portemonnaie.

(Keystone)

Die Schweizer Löhne steigen im kommenden Jahr um durchschnittlich 0,9 bis 1 Prozent, was zwar die Teuerung deckt.

Die gestiegenen Krankenkassen-Prämien werden durch die Lohnaufbesserung allerdings nicht kompensiert.

Für den Schweizerischen Gewerkschaftsbund sind bei den Lohnverhandlungen zahlreiche "akzeptable Kompromisse" erreicht worden, obwohl die Wirtschaft hinke. Zwischen den Sektoren bestünden aber Unterschiede.

Gemäss den letzten Prognosen des Bundesamtes für Statistik dürfte die Teuerung im kommenden Jahr 0,6 Prozent betragen. Damit bleiben unter dem Strich 0,3 bis 0,4 Prozent höhere Bezüge. Diese werden aber durch die um durchschnittlich 4,3 Prozent höheren Krankenkassenprämien mehr als wett gemacht.

Swisscom-Angestellte stehen gut da

Unter den Beschäftigten mit den höchsten Lohnerhöhungen finden sich jene der Swisscom. Das Telekommunikations-Unternehmen erhöht die Lohnsumme um 2,2 Prozent. Damit findet der Grossteil der Angestellten 1,6 Prozent mehr auf dem Lohnkonto. Zudem werden die Minimallöhne erhöht.

Beim Pharmariesen Roche sind individuelle Lohnerhöhungen von 2 Prozent vorgesehen. Beim Konkurrenten Novartis hat es mit den Lohnverhandlungen nicht geklappt. Der Konzern gewährt individuelle Zuschläge von 1,3 Prozent und einen Bonus in unbekannter Höhe.

Knausrige Banken

Die Grossbanken UBS und Credit Suisse Group üben sich nach den Glanzzeiten Ende der 90er Jahre in Zurückhaltung und gewähren eine Lohnerhöhung von 1 Prozent.

Der Detailhandel zeigt sich etwas generöser: Migros legt zwischen 1,25 und 1,75 Prozent mehr in die Lohntüten, bei Coop sind es individuell 1,5 Prozent.

In einer jüngst erstellten Lohnstudie für 2004 geht die UBS von Lohnerhöhungen von 2,2 Prozent im Informatiksektor aus. In den Energiebetrieben sollen die Löhne der Studie zufolge um 2 Prozent steigen. Die Bediensteten der Eidgenossenschaft dürfen mit 0,8 Prozent rechnen.

Die Schweizer Bundesbahnen (SBB) gewähren ihren Angestellten eine Gratifikation von 500 Franken und erhöhen die Lohnsumme um 0,9 Prozent. Die Post schüttet ihren Leuten eine Einmalzahlung von 850 Franken aus und stellt für individuelle Anpassungen 0,3 Prozent in Aussicht.

Viele Nullrunden

In der Maschinenindustrie gab es bis Ende 2003 wenige Einigungen über den Lohn. Einige Unternehmen sehen Erhöhungen von 1 bis 1,5 Prozent vor, andere nichts.

Die Uhrenindustrie als Exportzweig Nummer Drei der Schweiz zahlt im kommenden Jahr generell 0,5 Prozent mehr Lohn. Im Baugewerbe erhalten alle Angestellten entsprechend dem bei der Einigung über die vorzeitige Pensionierung ausgehandelten Vertrag 20 Franken im Monat mehr.

Im Strassentransport sind 50 bis 150 Franken höhere Monatslöhne vorgesehen. Die Erhöhung betrifft aber nur jene Beschäftigten, die auf einen Nettolohn unter 3000 Franken monatlich kommen, also vor allem Aushilfen. Auch gewähren nur Unternehmen in der Zentralschweiz diese Lohnaufbesserung.

Auch wenn viele Beschäftigte 2004 eine Nullrunde hinnehmen müssen, haben sie einen Trost: Ihre Stelle ist etwas sicherer geworden. Bei den für die UBS-Studie befragten Unternehmen nahm die Zahl jener, die im kommenden Jahr Stellen abbauen wollen, im Vergleich zu 2003 von 52 auf 37 Prozent ab. 17 Prozent der befragten Unternehmen gaben gar an, neue Leute suchen zu wollen.

swissinfo und Agenturen

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