Kein Nischendasein mehr von Bio-Produkten

Coop und Migros sind die grössten Verteiler von Bio-Produkten. Keystone Archive

Bio-Produkte werden immer beliebter: Im vergangenen Jahr durchbrach der Umsatz der Bio-Landwirtschaft in der Schweiz erstmals die Milliardengrenze.

Dieser Inhalt wurde am 25. März 2003 - 19:10 publiziert

Getrübt wird die Freude der Bio-Bauern aber durch neue, immer schärfere Vorschriften.

In der Schweiz gibt es 6466 Bio-Betriebe; das sind 384 mehr als vor einem Jahr. 10,8% aller Betriebe arbeiten damit nach biologischen Richtlinien.

Die Schweiz habe ihre Spitzenposition im internationalen Vergleich konsolidiert, sagte Christof Dietler, Geschäftsführer von Bio Suisse, am Dienstag vor den Medien in Bern.

Der Gesamtumsatz der Bio-Branche kletterte um 13% von 932 Mio. Franken auf 1056 Mrd. Franken. Pro Kopf gaben Schweizerinnen und Schweizer 2002 durchschnittlich 144 Franken für Bioprodukte aus.

Marktleader Coop

Rund drei Viertel der Waren gehen dabei über den Ladentisch der Grossverteiler. Coop hält einen Marktanteil von rund 50%, Migros einen von 25%.

Als Bio-Leader bezeichnete Dietler den Kanton Graubünden. Über die Hälfte aller Betriebe arbeiten hier nach biologischen Richtlinien. Dietler zeigte sich vom Wachstums-Potenzial des Biomarktes überzeugt. Eine mittelfristige Steigerung auf 2 Mrd. Franken sei realistisch.

Beliebte Frischprodukte

Zu den Rennern auf dem Bio-Markt gehören laut Bio Suisse die Frischprodukte. Bio-Karotten zum Beispiel hätten einen Marktanteil von 20%, Bio-Milch und Bio-Eier einen Anteil von je 12%.

Weniger verkauft wird nach wie vor Bio-Fleisch (Marktanteil 4%). Allerdings sei für 2003 mit einem Wachstum von 20% in diesem Segment zu rechnen.

Bauchweh machen der Bauernschaft die strengen Richtlinien und Vorschriften für die biologische Produktion. Diese führen laut Bio-Suisse-Präsidentin Regina Fuhrer zu Mehrkosten und erhöhen den Kontrollaufwand. Für viele Biobäuerinnen und Biobauern sei das Mass an neuen Vorschriften voll.

Null-Rückstände utopisch

Bio Suisse mache das Mögliche, um Rückstände von Pestiziden und Umweltgiften zu vermeiden, sagte Vorstandsmitglied Martin Ott. Rückstände ganz auszuschalten sei allerdings utopisch.

Denn durch Regen oder Verkehrsemissionen gelangten immer wieder chemische Schadstoffe in Böden, Gewässer und teilweise auch Pflanzen. Mit modernen Messmethoden könnten selbst kleinste Schadstoffmengen nachgewiesen werden.

Zusammen mit dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) in Frick AG arbeitet die Bio Suisse daran, die Qualität von Bioprodukten zu sichern. Mit neuen Projekten sollen extern verursachte Verschmutzungen eingedämmt werden.

swissinfo und Agenturen

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