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Keine Euro-Flut

Der Euro wurde nicht zur Parallel-Währung in der Schweiz.

(Keystone Archive)

Hundert Tage nach der Einführung der neuen Währung hat sich in der Schweiz wenig geändert. Ausnahme ist der Tourismus.

Die europäische Einheitswährung wurde bisher nicht zur Parallelwährung des Frankens. Schon im Februar sah Jean-Pierre Roth, Präsident der Nationalbank (SNB) dies voraus. "Im Tourismus sowie in der Exportindustrie hingegen wird der Euro eine Rolle spielen", erklärte er damals.

Laut dem SNB-Sprecher Werner Abegg, wäre die Verdrängung des Frankens durch den Euro nur möglich, wenn die Schweizer Währung instabil wäre (beispielsweise durch eine hohe Inflationsrate) und kein Vertrauen mehr geniessen würde. Dies sei nicht der Fall.

Ausländerinnen und Ausländer möchten in der Schweiz einfach öfters mit Euro bezahlen können. Das habe man aber vorausgesehen.

Vereinfachter Zahlungsverkehr

Die Schweizerische Bankiervereinigung (SBV) sieht den Franken nach wie vor als bevorzugte Währung. Für die vom Euro am meisten betroffenen Branchen habe der Euro Erleichterungen bei den Finanz-Transaktionen gebracht. Schliesslich sei man von zwölf Einzelwährungen zu einer Währung übergegangen.

Gleich tönt es bei den Bundesbahnen: "Der Euro hat den Franken nicht verdrängt", sagt SBB-Sprecher Jean-Louis Scherz. Auch für die Bahnen wurden dank dem Euro die Schaltergeschäfte vereinfacht.

Rückgeld in Franken

Wer in Euro bezahlt, erhält am SBB-Schalter das Rückgeld in Franken. Dies gilt meist auch bei Touristik-Angeboten in der gesamten Schweiz.

Die SBB stellen aber ein verändertes Kundenverhalten fest. "Neu schaffen sich viele Leute ein zweites Portemonnaie mit Euro an", erklärt Scherz.

Geldautomaten als Euro-Maschinen

Die UBS zieht im Grossen und Ganzen die gleiche Bilanz. Seit Januar hätte der Geldwechsel mit ausländischen Devisen nicht zugenommen, sagte die grösste Schweizer Bank. Das Tausch-Volumen der zwölf europäischen Währungen sei gleich hoch gewesen wie das Volumen heute beim Euro.

Hingegen stellt die Bank fest, dass die Geldautomaten verstärkt zum Geldwechsel benutzt werden. "Praktisch alle Automaten der UBS können Euro auszahlen", heisst es bei der UBS.

Keine Probleme im Fremdenverkehr

Am stärksten ist der Tourismus vom Euro betroffen. Die meisten europäischen Gäste brauchen heute im Alltag nur noch eine Währung. Diese Gewohnheit möchten sie auch in der Schweiz nicht aufgeben, stellt der Schweizer Hotelier-Verein (SHV) fest.

Der Euro sei aber nicht wie eine Flutwelle über die Schweiz hereingebrochen, sagt Thomas Allemann des SHV. Die Hoteliers seien nie in Bedrängnis geraten.

Die Vereinigung hatte auch alle Vorkehrungen getroffen um ihre europäische Kundschaft zufrieden zu stellen. Immer mehr Touristikbetriebe akzeptieren die neue Währung als Zahlungsmittel und schreiben ihre Preise in Euro an. Bei den Vier- und Fünf-Sterne- Hotels sind es Laut SHV rund 50 Prozent. Bei den einfacheren Hotels ungefähr 20 Prozent.

Geringes Euro-Volumen im Detailhandel

Auch die grossen Detailhändler wurden nicht durch die neuen Noten und Münzen überschwemmt. In den grenznahen Regionen würden weniger als ein Prozent der Einkäufe in Euro getätigt, hiess es beim Grossverteiler Coop. Dieser Anteil sinke in den anderen Landesteilen deutlich.

swissinfo und Agenturen

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