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Keine Rezessions-Angst in Davos

Bange Frage zum Auftakt: Harte oder weiche Landung der US-Wirtschaft?

(Keystone)

Kontrovers hat das 31. Weltwirtschafts-Forum in Davos begonnen. Während die Manager hinter verschlossenen Türen über die US-Wirtschaft und das Wachstumspotential Europas diskutierten, forderten die Gegner in einer gegenüber liegenden Klinik mehr Transparenz und Kontrolle.

Die Hotels in Davos und Umgebung sind ausgebucht. Bis nach Bad Ragaz ist kaum mehr ein Zimmer zu finden. Dennoch ist es in den Strassen des Bündner Wintersportortes ungewöhnlich ruhig und leer. Das Leben spielt sich zur Zeit nicht in der Öffentlichkeit ab, sondern in den Hallen des grossen Kongresszentrums.

Die geschlossene Gesellschaft

Die Elite aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft trifft langsam ein. Der graue bzw. dunkelblaue Anzug dominiert. Frauen sind in der Minderheit oder als Hostessen, Sekretärinnen oder Gattinnen unterwegs. Die Organisation ist perfekt. Einlass erhält nur, wer eine Einladung vorweisen kann und den Sicherheitscheck übersteht.

Gesucht wird der Kontakt, das informelle Gespräch. In den Gängen, an der Kaffeebar trifft man sich und fällt Entscheide. Die Vorträge und Diskussionsrunden sind gut besucht, doch von vielen Veranstaltungen sind die Medien ausgeschlossen. Interviews werden kaum gegeben. Die Gäste lieben "privacy".

Keine Furcht vor Rezession

Den Auftakt zum diesjährigen Weltwirtschaftsforum bildete ein brisantes Thema: Wie tangiert der Gang der amerikanischen Wirtschaft die Welt? Angesichts des momentan negativen Wirtschaftswachstums der Weltmacht stellt sich die Frage, ob die USA gar in eine Rezession driftet und wie Europa darauf reagieren wird?

Die Fachmänner - unter ihnen die Wirtschaftsprofessoren Jürgen von Hagen, Universität Bonn und Alan Blinder von der Princeton University, sowie ein brillanter Jacob A. Frenkel, Konzernchef bei Merrill Lynch & Co. - waren sich einig, dass die Gefahr einer Rezession gering sei. Es sei zwar immer mehr mit einer harten Landung der amerikanischen Wirtschaft zu rechnen, doch die Wahrscheinlichkeit einer Rezession betrage kaum 30 Prozent, meinte Blinder.

Frenkel erwartet sogar schon auf Ende Jahr wieder einen Aufschwung. Hagen hingegen machte die Hoffnung mancher Europäer zunichte, dass die europäische Wirtschaft die USA als Motor des weltweiten Wachstums ablösen könnte. Zu uneinheitlich seien die Wirtschaftsleistungen der Länder innerhalb der Euro-Zone. Dennoch könne man in der EU ein Wachstum von 2,5 bis 3 Prozent erwarten.

Mehr Transparenz gefordert

Etwa zur selben Zeit, in einer Asthmaklinik gegenüber dem Kongresszentrum, luden die NGOs zur ersten Veranstaltung der Gegenkonferenz "The Public Eye on Davos" ein. "Die NGOs wollen nicht länger akzeptieren, dass eine private Organisation wie das WEF die Weichen für die globale Zukunft stellt", sagte Peter Bosshard von der Erklärung von Bern. Die NGOs fordern eine globale Regierungstätigkeit nach den Prinzipien Transparenz, Kontrollierbarkeit und Demokratie. Die Grosskonzerne sollen Rechenschaft ablegen über die Auswirkungen ihrer Tätigkeiten auf Gesellschaft und Umwelt; die internationalen Finanzinstitute sollen demokratisiert und die Finanzsysteme nicht weiter liberalisiert werden.

Carole Gürtler, Davos

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