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Kirchen setzen ökumenisches Zeichen

In der Schweiz ist die Ökumene weit gediehen - auf der theologischen Ebene gibt es aber noch Differenzen. Keystone

Am 23. Januar unterzeichnen die Schweizer Kirchen die Charta Oecumenica. Ein Zeichen für den Dialog unter den diversen Konfessionen.

Dieser Inhalt wurde am 21. Januar 2005 - 13:26 publiziert

Der Text, 2001 von Katholiken, Protestanten und Orthodoxen auf europäischen Niveau unterzeichnet, lädt die Gläubigen zur Einheit ein.

"Die Kirchen verpflichten sich mit der Charta, in zwölf Punkten zusammenzuarbeiten", erklärt der Generalsekretär der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK-CH), Georg Schubert.

Das Dokument solle dazu ermutigen, auf dem eingeschlagenen Weg der Ökumene weiter zu gehen. "Die Charta erinnert uns, dass wir vieles zusammen unternehmen können", sagt Schubert gegenüber swissinfo.

Vertreter aller zehn Mitgliedskirchen der AGCK-CH werden am 23. Januar in der Stiftskirche von St-Ursanne (JU) die Charta ratifizieren. Die Gottesdienstfeier wird vom Schweizer Fernsehen im Rahmen der Sendung "Sternstunde Religion" ab 10 Uhr live ausgestrahlt.

Aufeinander zugehen

"Die Unterzeichnung der Charta drückt den Wunsch aller Kirchen in Europa aus, verstärkt auf die Einheit zuzugehen", heisst es in einer Stellungnahme der Schweizer Bischofskonferenz (SBK).

Als langfristiges Ziel hat das Dokument auch die Abendmahlsgemeinschaft im Blick.

"Wir laden Menschen aller Konfessionen zum Abendmahl ein", hält Thomas Wipf, Ratspräsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) fest. Darüber habe es in jüngster Zeit Missverständnisse gegeben.

Der SEK empfehle lediglich "aus ökumenischer Rücksicht" darauf zu verzichten, dass katholische und protestantische Pfarrer gemeinsam das Abendmahl zelebrieren: "Wir wollen katholische Priester nicht in Schwierigkeiten bringen." Denn der Vatikan verbietet die eucharistische Gastfreundschaft, das heisst das gemeinsame Zelebrieren des Abendmahls.

Freiwillige "Selbstverpflichtung"

Für die Unterzeichner-Kirchen hat die Charta keine lehramtlich-dogmatische oder kirchenrechtlich-gesetzliche Verbindlichkeit, sondern sie beruht auf einer freiwilligen "Selbstverpflichtung", wie der Adventistische Pressedienst (APD) mitteilte.

Das Dokument war von der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) und dem Rat der römisch-katholischen Bischofskonferenzen in Europa (CCEE) erarbeitet und im Jahr 2001 verabschiedet worden.

Die Abgeordnetenversammlung des Evangelischen Kirchenbundes hatte den SEK-Rat im vergangenen November ermächtigt, die Charta Oecumenica zu unterzeichnen. SEK-Ratspräsident Thomas Wipf wird die Erklärung ratifizieren.

Sichtbare Einheit aller Christen

Die römisch-katholischen Bischöfe beauftragten ebenfalls im vergangenen November ihren Präsidenten Amédée Grab mit der Unterzeichnung.

"Wichtig ist es, herauszustreichen, dass das Ziel der Ökumenismus die sichtbare Einheit aller Christen ist, im gleichen Glauben und mit den gleichen Sakramenten", sagt Grab gegenüber swissinfo.

Der Synodalrat der Christkatholischen Kirche der Schweiz übertrug Bischof Fritz-René Müller die Aufgabe, den Annahmetext zu ratifizieren.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Zur "Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz" gehören:

Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund
Römisch-katholische Kirche
Christkatholische Kirche
Evangelisch- methodistische Kirche
Bund Schweizer Baptistengemeinden
Heilsarmee
Bund Evangelisch-Lutherischer Kirchen
Griechisch-Orthodoxe Kirche
Vertretung Serbischer Orthodoxer Kirchgemeinden Anglikanische Kirche

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Fakten

Die Charta als Europäisches Dokument:
Die Idee einer Charta geht auf eine ökumenische Versammlung in Graz im Jahre 1997 zurück.
2001 wurde der Text von der Konferenz der europäischen Kirchen und dem europäischen Episkopalrat unterzeichnet.
Wichtig am Text ist auch sein gesamteuropäischer Bezug.
Auch die Kirchen sollen sich laut Charta am Prozess der europäischen Integration beteiligen.

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