Externer Inhalt

Den folgenden Inhalt übernehmen wir von externen Partnern. Wir können nicht garantieren, dass dieser Inhalt barrierefrei dargestellt wird.

(neu: Aussagen aus PK, Analysten, Kursreaktion)
DÜSSELDORF/DUISBURG (awp international) - Der Duisburger Stahlhändler Klöckner & Co beschleunigt sein Wachstum. Die geplante Absatzverdopplung könnte das Unternehmen nun bereits 2013 erreichen, da das Umfeld für Übernahmen günstig sei, sagte Vorstandschef Gisbert Rühl am Dienstag in Düsseldorf bei der Bilanzvorlage. Ursprünglich hatte er dieses Ziel für 2015 ausgegeben. "Wir sind auf einem guten Weg", sagte der Manager. Er hofft, die angekündigte Übernahme des US-Konkurrenten Macsteel im zweiten Quartal abzuschliessen. Auch in Brasilien steht Klöckner kurz vor einem Zukauf. Seit dem Börsengang 2006 hat Klöckner bereits 22 Übernahmen unter Dach und Fach gebracht.
Für das laufende Jahr gab sich Rühl aber noch vorsichtig. Die Entwicklung im zweiten Halbjahr sei noch nicht abzusehen. Grosse Risiken für den derzeitigen Aufschwung lägen etwa in der Entwicklung des Ölpreises. In der ersten Jahreshälfte rechnet der Manager aber mit einer anhaltenden Preissteigerung. Im ersten Quartal werde sich das operative Ergebnis daher deutlich verbessern. Für das Gesamtjahr traut sich Rühl aber bislang lediglich eine organische Absatzsteigerung von mehr als zehn Prozent zu. Der Umsatz dürfte wegen der steigenden Preise etwas stärker zulegen. Im Blick hat das Unternehmen eine operative Marge (EBITDA) von 6 Prozent. Im vergangenen Jahr lag sie bei 4,7 Prozent.
RÜCKKEHR IN DIE GEWINNZONE
An der Börse legte die Aktie nach einer Berg- und Talfahrt bis zum Mittag gut 0,7 Prozent zu und lag damit im Trend des MDax . Zum Handelsauftakt war die Aktie zunächst um rund 2 Prozent gestiegen, um dann in den Verlustbereich zu fallen. Analysten äusserten sich zwar lobend zu den Bilanzzahlen, monierten aber den vorsichtigen Ausblick für dieses Jahr. Alexandra Roche von der Berenberg Bank etwa bezeichnete die Prognose als "etwas verschwommen."
Dank des Wirtschaftsaufschwungs und Zukäufen gelang Klöckner 2010 die Rückkehr in die Gewinnzone. Nach einem Nettoverlust von 188 Millionen Euro im Krisenjahr 2009 erwirtschaftete der Konzern nun einen Überschuss von 78 Millionen Euro. Erstmals seit zwei Jahren gibt es für die Aktionäre wieder eine Dividende. Der Vorstand schlägt 30 Cent je Anteilsschein vor. Das ist zwar etwas mehr als Vorstandschef Rühl im Herbst angedeutet hatte, allerdings noch weit von den 80 Cent vor der Krise entfernt. Sollten die Ziele wie geplant erreicht werden, will Klöckner nach Vorstandsangaben für dieses Jahr die Ausschüttung erhöhen.
VIER ZUKÄUFE
"Im Übergangsjahr 2010 haben wir von Krisenbewältigung auf Wachstum umgeschaltet", sagte Rühl. Der Absatz stieg um 29 Prozent auf 5,3 Millionen Tonnen, der Umsatz legte dank gestiegener Stahlpreise noch stärker zu ? und zwar um fast 35 Prozent auf 5,2 Milliarden Euro.
Einen Grossteil trug der im Frühjahr 2010 für rund insgesamt 200 Millionen Euro übernommene westfälische Stahldienstleister Becker dazu bei. Ohne den Zukauf hätte der Zuwachs nur bei gut 21 Prozent gelegen. Mit der Akquisition dieses auf die Autobranche konzentrierten Unternehmens gelang es Klöckner zudem, seine hohe Abhängigkeit von der weiter schwächelnden Baubranche zu begrenzen. Insgesamt brachte Klöckner im vergangenen Jahr vier Zukäufe unter Dach und Fach ? neben Becker zwei kleinere in den USA und einen in der Schweiz.
NEUE KAPITALMAssNAHMEN MÖGLICH
Der Konzern hat sich eine aggressive Wachstumsstrategie verordnet. Bis 2020 soll der Absatz verdrei- bis vervierfacht werden. Dabei will das bislang auf Europa und Nordamerika beschränkte Unternehmen nun auch in den Schwellenländern expandieren. Neben einem grösseren Zukauf in Brasilien steht dabei auch China auf dem Plan. Dort will Klöckner allerdings zunächst einen eigenen Standort hochziehen.
Für weitere Zukäufe hält sich Klöckner neue Kapitalmassnahmen offen. Derzeit stehen dafür 700 Millionen Euro bereit, die nach Angaben von Rühl aber nach dem Kauf von Macsteel sowie der vorgesehenen Übernahme in Brasilien ausgegeben sein dürften. Im vergangenen Jahr hatte sich Klöckner über ein Schuldscheindarlehen und eine Wandelanleihe bereits frisches Geld besorgt, 2009 über eine Kapitalerhöhung./enl/stb/ksb

Neuer Inhalt

Horizontal Line


subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.

swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

???source_awp???