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DUISBURG (awp international) - Der Stahlhandelskonzern Klöckner & Co bleibt auf einem rasanten Wachstumskurs. Nach einem starken Jahresbeginn will das Unternehmen sich auf dem Kapitalmarkt frisches Geld besorgen, um sich für weitere Übernahmen zu rüsten. Im Sommer solle das Kapital um bis zu 50 Prozent erhöht werden, teilte die im MDax notierte Gesellschaft am Mittwoch in Duisburg mit. Zugleich erhöhte der Vorstand seine Absatz- und Umsatzprognosen deutlich. Im ersten Quartal verdiente das Unternehmen so viel wie seit dem Ausbruch der Wirtschaftskrise Ende 2008 nicht mehr.
Mit seinem Quartalsergebnis übertraf Klöckner die Erwartungen von Analysten auf der ganzen Linie. Das operative Ergebnis stieg von 29 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 104 Millionen. Dabei profitierte das Unternehmen von Zukäufen aus dem vergangenen Jahr, von kräftigen Preissteigerungen und einer wachsenden Nachfrage dank der guten Wirtschaftslage in vielen seiner Kernmärkte. Der Absatz wuchs um gut ein Viertel auf 1,5 Millionen Tonnen, der Umsatz legte dank der höheren Preise sogar um 51,3 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich blieben 43 Millionen Euro, ein Jahr zuvor waren es nur 1,2 Millionen Euro. Damals hatten sich viele Kunden mit Bestellungen zurückgehalten.
Nach dem glänzenden Auftakt erwartet der Vorstand nun, dass der Absatz um mehr als 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zulegt, der Umsatz soll noch stärker steigen. Dazu beitragen dürften auch jüngste Akquisitionen in den USA und Brasilien. Zuvor hatte Klöckner lediglich ein Wachstum von mehr als 10 Prozent prognostiziert. Die EBITDA-Marge soll nach früheren Angaben in diesem Jahr das Dauer-Ziel von 6 Prozent erreichen, im ersten Quartal lag sie bei 6,6 Prozent.
Auch bei den längerfristigen Zielen kommt Klöckner schneller voran. Einen Absatz von 8 bis 10 Millionen Tonnen hält Klöckner nun bereits im kommenden Jahr für möglich. Zuletzt hatte das Unternehmen diese Marke für 2013 ins Auge gefasst. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen 5,3 Millionen Tonnen abgesetzt und 5,2 Milliarden Euro umgesetzt. Der operative Gewinn war auf 238 Millionen Euro geklettert, der Überschuss auf 77,5 Millionen.
Vorstandschef Gisbert Rühl hat seinem Unternehmen einen ehrgeizigen Wachstumskurs verordnet. Bis 2020 will er Klöckner zum weltweit führenden Stahl- und Metalldistributor machen und den Absatz verdrei- bis vervierfachen. Dazu plant der Manager vor allem Übernahmen in dieser weltweit noch stark zersplitterten Branche. Dafür ist sein Unternehmen Spezialist. Seit dem Börsengang 2006 hat Klöckner mehr als 20 Zukäufe unter Dach und Fach gebracht.
Seit Anfang diesen Monats gehört das US-Unternehmen Macsteel zum Konzern. Die neue Tochter ? der bislang grösste Zukauf von Klöckner - soll in diesem Jahr einen Umsatz von 1,8 Milliarden Dollar erwirtschaften und damit ein Drittel des gesamten US-Geschäfts ausmachen. Dafür zahlte Klöckner samt der Übernahme von Schulden gut 900 Millionen Dollar. Vergangene Woche gelang zudem der Einstieg in den brasilianischen Markt. Klöckner übernimmt dort 70 Prozent des Stahlhändlers Frefer, der 2010 einen Umsatz von 150 Millionen Euro erzielt hatte. Als nächstes wollen die Duisburger in den chinesischen Markt einsteigen. Dort planen sie allerdings keinen Zukauf, sondern wollen aus eigener Kraft einen Vertrieb aufbauen.
Mit den beiden jüngsten Zukäufen ist die zuletzt noch mit 700 Millionen Euro gefüllte Übernahmekasse weitgehend ausgeschöpft. Um sich neue Spielräume zu schaffen, plant Klöckner daher nun wieder eine Kapitalerhöhung. Die letzte fand im Herbst 2009 statt. Im vergangenen Jahr hatte sich Klöckner zudem über ein Schuldscheindarlehen und eine Wandelanleihe frisches Geld besorgt./enl/he

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