Koordinationsstelle Internet-Kriminalität läuft

Die Koordinationsstelle gegen Internet-Kriminalität hat am 1. Januar ihren Betrieb aufgenommen - mit reduziertem Bestand.

Dieser Inhalt wurde am 06. Januar 2003 - 13:59 publiziert

Weil der Kanton Zürich nicht mitmacht, arbeiten in Bern ab März im Vollbetrieb vorerst nur acht "Cyber-Kommissare".

Die nationale Koordinationsstelle läuft seit dem 1. Januar 2003 und wird sukzessive aufgebaut, führte Philipp Kronig vom Dienst für Analyse und Prävention im Bundesamt für Polizei (fedpol.ch) aus. Spätestens im März sollen alle acht Personen in der Bundesstelle tätig sein.

Zu den Aufgaben der Koordinationsstelle zählen Monitoring (die Suche im Internet nach strafbaren Inhalten), Koordination und Clearing (die juristische Abklärung und Weiterleitung) und die Analyse des Phänomens Internet-Kriminalität.

Unter www.cybercrime.admin.ch bietet die Koordinationsstelle zudem eine Anlaufstelle für Meldungen über verdächtige Internetseiten. Bis die Koordinationsstelle effektiv arbeiten kann, dürfte es laut Kronig noch ein bis zwei Monate dauern.

Zürich nicht dabei

Dass die Koordinationsstelle nur acht statt der vorgesehenen neun Stellen besitzt, liege daran, dass sich Zürich als einziger Kanton nicht daran beteilige. Damit fehlt der potenziell grösste Geldgeber, der jährlich rund 400'000 Franken hätte beisteuern müssen.

Ausserdem stehe die Antwort des Tessins noch aus. Zürich begründet sein Ausbleiben neben Sparmassnahmen damit, dass durch die Koordinationsstelle zwar neue Fälle generiert würden. Die Ermittlung würde jedoch vernachlässigt.

Kronig betont aber, dass die Absage nicht definitiv sei: "Wir stehen mit Zürich weiterhin in Kontakt." Bei einer ersten Standortbestimmung im Frühjahr werde man den Kanton Zürich sehr stark miteinbeziehen.

Kritisiert wird von Zürcher Seite auch, dass die Stelle unterdotiert sei. Doch Kronig entgegnet, die neu geschaffene Koordinationsstelle sei in erster Linie eine Anlaufstelle.

Weiter gehende Ermittlungen würden von anderen Stellen geführt. Ausserdem liefen parallel auch andere Massnahmen, wie etwa die spezielle Ausbildung und bessere Vernetzung der Ermittler.

"An der unteren Grenze"

Kronig räumte zwar ein, dass man mit acht Leuten an der unteren Grenze sei. Durch Informatiklösungen seien aber gewisse Arbeitsvorgänge automatisierbar, was personelle Erleichterungen bringe.

Laut Kronig ist Zürich aber nach wie vor im Gespräch für eine allfällige spätere Teilnahme und werde auch bei der ersten Evaluation direkt miteinbezogen.

Nicht nur gegen Pädo-Kriminalität

Die Kosten der Bundesstelle belaufen sich jährlich auf 1,3 Millionen Franken. Zwei Drittel davon übernehmen die beteiligten Kantone.

Die acht Leute der Koordinationsstelle kommen laut Kronig aus verschiedensten Bereichen. So seien Netzwerktechniker, Juristen, Analytiker für Wirtschafts-Kriminalität und Journalisten dabei.

Bereits in den Jahren 1998 und 1999 wurde auf Bundesebene Internetkriminalität mit einem Internet-Monitoring aktiv bekämpft. Damals beschränkte sich das Monitoring aber auf Kinderpornografie.

Im Vergleich dazu richte sich die neue Koordinationsstelle gegen Internet-Kriminalität im Allgemeinen, sagte Kronig.

swissinfo und Agenturen

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