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(Berichtigt wird im 3. Absatz, 2. Satz, der Name der Fluggesellschaft. Es handelt sich um Virgin America rpt America.)
TOULOUSE (awp international) - Im 40. Jahr seines Bestehens hat der europäische Flugzeugbauer Airbus mehr als doppelt soviel Verkehrsflugzeuge wie im Vorjahr verkauft und die Marke von 10.000 Bestellungen überschritten. Die EADS-Tochtergesellschaft gab am Montag in Toulouse 574 Bestellungen (2009: 271) und die neue Rekordmarke von 510 Auslieferungen (498) für 2010 bekannt; mit einem Marktanteil von 52 Prozent liess das Unternehmen damit den US-Rivalen Boeing erneut hinter sich. Airbus setzt fürs laufende Jahr auf einen ähnlichen Erfolg und plant daher die Einstellung von bis zu 3.000 neuen Mitarbeitern.
Die EADS-Aktie reagierte mit Kursverlusten auf die Nachrichten. Am späten Vormittag lag sie in Paris mit 0,55 Prozent im Minus bei 20,635 Euro und fand sich damit in der schwächeren Hälfte des CAC-40-Index .
GROSSAUFTRAG VON VIRGIN
"2010 war alles in allem ein ziemlich gutes Jahr", sagte Airbus-Chef Tom Enders. Dank eines Grossauftrags der von Sir Richard Branson gegründeten Virgin America über 30 Maschinen des modernisierten Kassenschlagers A320 - die rund sechs Millionen Euro teurere, treibstoffsparende Version A320neo - überschritt Airbus die Rekordmarke von 10.000 Flugzeugbestellungen. Branson wird somit Erstkunde der A320neo, von der die indische Airline IndiGo Anfang dieses Jahres gerade 150 Maschinen geordert hat.
Der Airbus-Umsatz liege nun bei rund 30 Milliarden Euro, erklärte Enders. Den Wert der 574 Bestellungen (nach erfolgtem Abzug von 70 Abbestellungen) bezifferte er auf 74 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: US-Konkurrent Boeing lieferte im vergangenen Jahr 462 Flugzeuge aus (2009: 481) und hatte unterm Strich 530 Bestellungen.
TRIEBWERKSPROBLEME BREMSEN A380
Beim Verkauf der Langstreckenmaschinen A330/A340 habe es mit 91 verkauften Maschinen einen neuen Höchstwert gegeben, so Enders. Die geplanten Auslieferungen des Mega-Fliegers A380 bezifferte er für 2011 angesichts der Probleme beim Trent-900-Triebwerk von Rolls-Royce auf "20 bis 25". Rund 60 Prozent davon würden in der zweiten Jahreshälfte an die Kunden gehen. Die Probleme hätten Auswirkungen bei der Fertigung. Enders: "Zur Zeit fehlen uns 20 Triebwerke." Erst im kommenden Jahr würde die Fertigungsrate auf drei A380 pro Monat steigen. Die gröbsten A380-Probleme seien aber überwunden, die Entwicklungsphase sei beendet.
Der Start des A320neo sei ausserordentlich gut angelaufen. Auch beim Militärtransporter A400M gehe es voran, nachdem die vier Testmaschinen die ersten 1000 Flugstunden erfolgreich hinter sich gebracht hätten. Die ersten Auslieferungen seien für Anfang 2013 geplant. Enders erwartet für dieses Jahr aber noch keine Aufträge, da Kunden erfahrungsgemäss erst einmal die Erfahrungen der Referenzkunden abwarteten. Sie seien eine Art Türöffner für den internationalen Markt. Die Zulassung werde zum Jahresende erwartet. Auch der Produktionsstart für den neuen High-Tech-Jet A350, der gegen Boeing-Konkurrenzprodukts 787 antreten soll, stehe bevor.
KEIN KOMMENTAR ZU FÜHRUNGSWECHSEL
Zu Medienspekulationen über Führungsgerangel durch einen 2012 anstehenden Wechsel im Topmanagement wollte er sich nicht äussern. Airbus mit seinen 52.500 Mitarbeitern ist eine Tochter von Europas dominierendem Luft- und Raumfahrtkonzern EADS. Das börsennotierte Unternehmen wird im Rahmen eines politisch genau austarierten Kompromisses von einer deutsch-französischen Spitze geleitet. Den Auftragsbestand gab Airbus mit 3.552 Verkehrsflugzeugen im Wert von 480 Milliarden Dollar an./rek/DP/stw

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