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Korruption: Schutz für Whistleblowers

Justizia soll künftig auch Whistleblowers schützen. swissinfo.ch

Personen, die am Arbeitplatz Korruption oder Unregelmässigkeiten aufdecken, sollen geschützt werden. Dies fordert die Antikorruptions-Organisation Transparency Switzerland.

Dieser Inhalt wurde am 02. Mai 2003 - 15:38 publiziert

Im Parlament werden dazu in der kommenden Woche Vorstösse eingereicht.

Transparency Switzerland fordert einen wirksamen Schutz für die sogenannten Whistleblowers. Darunter versteht man jene Leute, die Hinweise auf Unregelmässigkeiten in einem Unternehmen oder in der öffentlichen Verwaltung weitergeben.

Die Organisation spricht nicht von Denunzianten und verzichtet bewusst auf den Ausdruck, weil er zu negativ belegt sei.

Nach Aussagen von Philippe Lévy, Transparency Switzerland-Präsident, sind aus den vergangene Jahren etliche Fälle in der Schweiz bekannt, wo Leute auf Unregelmässigkeiten hingewiesen haben und anschliessend entlassen wurden. "Die Leute fielen in eine totale Depression", sagte Lévy.

Gesetzeslücke schliessen

Remo Gysin, SP-Nationalrat, sagte am Freitag in Bern, die Schweiz habe im Bereich der Whistleblower noch Gesetzeslücken. Staaten wie die USA und Grossbritannien hätten die entsprechenden Schutzgesetze bereits geschaffen.

Gysin und FDP-Ständerat Dick Marty werden daher in der Sondersession, die am Montag beginnt, in den eidgenössischen Räten entsprechende Vorstösse einreichen.

"Schutzlos ausgeliefert"

In der Schweiz sei das Aufdecken von Korruptionsfällen oder andern illegalen Aktivitäten höchst riskant. Das gelte für die Bundesverwaltung genauso wie für private Unternehmen.

Whistleblowers seien ungerechtfertigten Entlassungen und andern Repressalien "mehr oder weniger schutzlos" ausgeliefert, sagte Gysin.

Aus Angst vor möglichen Konsequenzen behielten viele Personen ihr Wissen um illegale Praktiken für sich. Dies sei bedauernswert. Denn oft könnten Korruption und andere unethischen Praktiken einzig dank Whistleblowers aufgedeckt werden.

Nichts Konkretes

Es sei eine Art "Frühwarnsystem" erklärte Zora Ledergerber, Projekt-Koordinatorin bei Transparency. Whistleblowers könnten rechtzeitig auf Missstände hinweisen und damit helfen, sowohl materielle Schäden als auch Image-Probleme zu vermeiden.

Leute, die sich engagierten und so eine Straftat verhinderten, seien zu schützen, sagte Marty. Denn auch in der Schweiz sei Korruption - in den öffentlichen Verwaltungen wie in der privaten Wirtschaft - eine Realität.

Wie die entsprechende Gesetzes-Regelung konkret ausgestaltet werden soll, blieb an der Orientierung offen. Dies sei Sache der Experten beim Bund, wurde gesagt.

Philippe Lévy, sagte gegenüber swissinfo auf die Frage, wie lange es in der Schweiz wohl dauern werde, bis ein entsprechendes Gesetz geschaffen ist: "Sie wissen, Gottes Mühlen malen langsam."

swissinfo und Agenturen

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