Navigation

Kostentreiber Diabetes

Diabetes kann mittels eines einfachen Bluttests diagnostiziert werden. Keystone Archive

Diabetes kostet das Schweizer Gesundheitswesen jährlich mehr als 1 Mrd. Franken. Über 250'000 Personen sind von der Krankheit betroffen.

Dieser Inhalt wurde am 09. Februar 2002 - 12:42 publiziert

Für die im Volksmund Altersdiabetes (Typ-2) genannte Krankheit werden 4150 Franken pro Jahr und Patientin oder Patient aufgewendet, wie eine Studie des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich ergeben hat. Sie basiert auf Daten von 1479 Diabetes-Patienten.

Nicht einbezogen haben die Autoren der Studie bei den indirekten Kosten diejenigen, die durch Invalidität, vorzeitige Pensionierung oder Pflege durch Angehörige entstehen.

Die Stoffwechsel-Erkrankung zieht häufig schwere Folge-Erkrankungen mit sich wie koronare Herzkrankheit, Schlaganfall, Nierenversagen, Erblinden, Amputationen oder vorzeitigen Tod. Altersdiabetes entwickelt sich oft erst ab dem 45. Altersjahr - meist schleichend.

Früherkennung wichtig

Gemäss der Studie erkranken Frauen zweimal häufiger daran als Männer. Der Zürcher Professor Felix Gutzwiller, einer der Autoren der Studie, relativiert dieses Ergebnis allerdings. Frauen konsultierten häufiger den Arzt, womit die Krankheit leichter diagnostiziert werden könne. Das Risiko, zu erkranken, sei vor allem bei übergewichtigen Frauen gross.

"Die Früherkennung ist wichtig, damit langfristige Folgen vermieden werden können - etwa Amputationen oder andere kostspielige Eingriffe", sagte Gutzwiler im Gespräch mit swissinfo. "Es gibt eine beträchtliche Anzahl Leute, welche die Krankheit in sich tragen, aber nichts davon wissen."

In vielen Fällen bleibt die Krankheit lange unerkannt und wird erst nach Auftreten von schweren Komplikationen diagnostiziert - wie etwa einem Herzinfarkt oder Nierenversagen. Würde die Krankheit früher erkannt, könnte sie gemäss den Autoren der Studie besser behandelt werden und die Kosten sänken.

Immer mehr erkranken

Laut der Diabetes-Gesellschaft erkranken in der Schweiz jährlich 20'000 Menschen neu an Typ-2-Diabetes mellitus. Gemäss dem Arzt Roger Lehmann vom Zürcher Universitätsspital wird nur die Hälfte aller Fälle überhaupt diagnostiziert. Er schätzt deshalb die Zahl der in der Schweiz Betroffenen auf über eine halbe Million.

Fettleibigkeit als Ursache

Paradoxerweise tritt Altersdiabetes aber immer häufiger bei jungen Menschen auf. Das Phänomen wurde zuerst in den USA beobachtet, aber auch die Europäerinnen und Europäer sind davon betroffen. Verantwortlich für die Erkrankung sind in diesen Fällen oft Übergewicht und mangelnde Bewegung.

"Der Anteil fettleibiger Menschen hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten in beinahe allen Industrie-Ländern verdoppelt", sagte Lehmann gegenüber swissinfo. "In der Schweiz sind 30 bis 35 Prozent der Menschen übergewichtig."

Gemäss einer telefonischen Umfrage des Bundesamtes für Statistik (BFS) haben mehr Männer zuviel Kilos auf den Rippen als Frauen. Während 28 Prozent der Frauen mit zu hohem Gewicht kämpften, brächten 42 Prozent der Männer zu viel auf die Waage.

Dabei gelte es aber zu bedenken, dass der verwendete Body Mass Index dem Umstand nicht Rechnung trage, dass Männer mehr Muskelmasse haben als Frauen, sagte Roland Calmonte vom BFS. Zudem wiesen vom BFS durchgeführte Stichproben darauf hin, dass Frauen es mit der Wahrheit nicht immer sehr genau nähmen, wenn es um ihr Gewicht geht.

swissinfo und Katja Remane (sda)

Artikel in dieser Story

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Diskutieren Sie mit!

Mit einem SWI-Account erhalten Sie die Möglichkeit, Kommentare auf unserer Webseite sowie in der SWI plus App zu erfassen.

Login oder registrieren Sie sich hier.