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LONDON (awp international) - Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat die Kreditwürdigkeit Japans wegen der hohen Verschuldung um eine Note gesenkt. Nach zuvor "AA" sei die neue Bewertung auf "AA-" zurückgenommen worden, hiess es in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie. Die Ratingagentur erwartet in den kommenden Jahren einen weiteren Anstieg der japanischen Staatsverschuldung.
Mit der Herabstufung steigt nach Einschätzung von Commerzbank-Experte Wolfgang Leim der Handlungsdruck auf die grossen Parteien des Landes. Die Herabstufung sollte zum Weckruf an die grossen Parteien werden, ihre Grabenkämpfe zu überwinden und sich zu nachhaltigen Entscheidungen zusammen zu raufen. Im Fokus stehe dabei die Erhöhung der Mehrwertsteuer. An einer nachhaltigen Konsolidering führe mittelfristig kein Weg vorbei, erklärt der Experte.
Grund für die Herabstufung durch S&P ist die Erwartung, dass die Haushaltsdefizite in den nächsten Jahren noch hoch bleiben werden. Damit werde der Schuldenstand von derzeit rund 200 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zunächst noch weiter ansteigen. Den langfristigen Ausblick für das Rating stufte S&P allerdings wegen der soliden aussenwirtschaftlichen Position und der geldpolitischen Flexibilität als stabil ein.
Ratingagenturen bewerten die Kreditwürdigkeit von Unternehmen, Banken und Staaten. Je schlechter sie die Bonität beurteilen, desto teurer und schwieriger wird es, sich Geld zu besorgen. Für ihre Einstufungen verwenden Ratingagenturen Buchstabencodes sowie für die Feineinstufungen dazu Plus- und Minus-Zeichen. Deutschland hat die Bestnoten wegen seines hervorragenden Rufes als Schuldner. Bei Standard & Poor's ist es die Bewertung AAA ("Triple A").
MNI/jha/jkr

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