Navigation

Sprunglinks

Hauptfunktionen

Krise im Schweizer Fussball

Die Finanzprobleme der drei Vereine waren nicht lösbar, deshalb nun die Relegation.

(Keystone Archive)

Lugano, Lausanne und Sitten erhalten keine Lizenz für diese Fussball-Nationalliga A-Saison. Es sind die ersten Relegationen aus wirtschaftlichen Gründen.

Am 6. Juli, dem Start der neuen Saison, sind Lausanne, Sitten und Lugano nicht mehr in der Nationalliga A mit dabei. Die Verweigerung der Lizenz ist für die drei betroffenen Vereine endgültig. So hat es die Rekurskommission der Schweizer Nationalliga am Dienstag entschieden. Ursprünglich drohte gar 9 Vereinen der Abstieg.

Die Zwangs-Absteiger werden ersetzt durch Aarau, Delsberg und Luzern. Luzern konnte sozusagen in letzter Minute die notwendigen Finanzpläne vorlegen. Luzern, das einen totalen Neuaufbau mit "Bidu" Zaugg als Trainer in der NLB anstrebte, orientiert sich nun neu. Das Budget ist mit 4,4 Millionen veranschlagt und wird eventuell nur leicht nach oben korrigiert.

Neben Luzern erhielten auch Servette und Neuchâtel Xamax die A-Lizenz für die nächste Saison. Die beiden Westschweizer Vereine konnten ihre Bilanzen gegenüber der erstinstanzlichen Rückstellung klar verbessern und Sicherheiten vorweisen.

Vorgezogene Reduktion noch im Bereich des Möglichen

Die Nationalliga A wird also in der Saison 2002/2003 folgende 12 Klubs umfassen: Basel, Grasshoppers, Servette, St. Gallen, Zürich, Young Boys, Xamax, die sportlichen Aufsteiger Wil und Thun sowie die am "Grünen Tisch" promovierten Aarau, Delémont und Luzern.

Änderungen könnte nur die ausserordentliche Präsidenten-Konferenz am 14. Juni noch bestimmen - falls mindestens 13 von 24 Nationalliga-Vertretern die sofortige Reduktion der NLA auf zehn Mannschaften beschliessen. So ist es für den Sommer 2003 ohnehin vorgesehen.

Katastrophale Finanzen

Erstmals in der Geschichte des Schweizer Fussballs wurden Nationalliga-A-Vereine zwangsrelegiert. Zuvor hatte dieses Verdikt nur NLB-Klubs getroffen.

Die Verweigerung der Lizenz für den UEFA-Cup-Teilnehmer Lugano war auf Grund seiner aussichtslosen wirtschaftlichen Situation und dem Schuldenberg von 7 Mio. Franken, die kurzfristig hätten abgetragen werden müssen, erwartet worden. Auch Lausanne erfüllte die verschärften Auflagekriterien nicht und steigt erstmals in der Vereinsgeschichte aus der höchsten Spielklasse ab.

"Lausanne wies Ende 2001 eine Verschuldung von 2,8 Millionen auf. Dazu kommen die Verluste dieser Saison. Uns fehlten sämtliche Bestätigungen für eine Lizenzerteilung", führte Eugen Mätzler, der neue Präsident der Rekursinstanz, aus.

"Auch Sion konnte seinen Schuldenberg von weit über einer halben Million Franken nicht abtragen. Es fehlten Quittungen von Sozial- und Vorsorgebeiträgen, und Löhne stehen ebenfalls noch aus. Der Klub ist nicht liquid." Der umstrittene ehemalige Präsident Christian Constantin stellte wohl eine Garantie von 700'000 Franken in Aussicht, liess aber seinen Worten einmal mehr keine Taten folgen.

Bedrückt, nicht überrascht

Nationalliga-Präsident Jean-François Kurz zeigte sich nach der Bekanntgabe der Ergebnisse des Rekursverfahrens gefasst: "Ich bin über das Ergebnis mehr bedrückt als überrascht. In einer wirtschaftlich schwierigen Situation musste einmal scharf durchgegriffen werden. Wir sind angehalten, das Image des Fussballs zu verbessern. In den vergangenen Jahren wurden die Vereine administrativ und wirschaftlich unprofessionell geführt."

swissinfo und Agenturen

Neuer Inhalt

Horizontal Line


swissinfo DE

Aufruf, der Facebook-Seite von swissinfo.ch beizutreten

Treten Sie unserer Facebook Seite auf Deutsch bei!

subscription form Deutsch

Aufruf, den Newsletter von swissinfo.ch zu abonnieren

Melden Sie sich für unseren Newsletter an und Sie erhalten die Top-Geschichten von swissinfo.ch direkt in Ihre Mailbox.