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Krones peilt nach starkem Jahresstart wieder alte Renditen an (AF)

MÜNCHEN (awp international) - Der Getränkeabfüllanlagen-Hersteller Krones ist dank einer wachsenden Nachfrage gerade aus China und Südamerika mit einem unerwartet starken Auftrags- und Umsatzplus ins Jahr gestartet. Zudem konnten die Oberpfälzer trotz des Preiskampfs in der Branche ihre Rentabilität in den ersten Monaten des Jahres steigern. Auch aktuell läuft es rund für das Unternehmen. "Wir verspüren weiterhin ein sehr lebendiges Bestellverhalten", sagte Vorstandschef Volker Kronseder am Mittwoch in München.
Am Markt fanden die Zahlen ein positives Echo. Kurzzeitig stieg die Aktie auf den höchsten Stand seit August 2008. Danach liessen laut Händlern Gewinnmitnahmen die Aktien kurzzeitig in die Verlustzone rutschen. Am Mittag notierten die Papiere mit 0,34 Prozent im Plus bei 53,10 Euro.
Wenn sich die Weltwirtschaft weiterhin positiv entwickelt, soll der Umsatz im laufenden Jahr zwischen sieben und zehn Prozent wachsen. "Vielleicht auch einen Schnaps besser", sagte Finanzchef Hans-Jürgen Thaus. Die Umsatzrendite solle die Marke von fünf Prozent übertreffen, nach drei Prozent im vergangenen Jahr. 2012 soll sie wie vor der Krise sieben Prozent erreichen und der Umsatz weiter zulegen. Optimistisch stimmt den Vorstand neben einer weiter wachsenden Weltbevölkerung deren Hunger und Durst die Nachfrage der Getränke- und Lebensmittelindustrie treiben dürfte, das dicke Auftragspolster. Ende März hatte Krones den Rekordwert von 931 Millionen Euro in seinen Büchern stehen. "Wir können sicher mit einer hervorragenden Auslastung kalkulieren", sagte Kronseder.
Indes sieht Krones in der Branche keine grosse Besserung im Preiskampf, der vor allem seit dem Krisenjahr 2009 auf den Gewinnen lastet. "Die Preise sind marginal besser, aber de facto kaputt", sagte Thaus mit Blick auf die aktuelle Lage. Um sich in diesem Umfeld besser als die Konkurrenz aufzustellen, will der Vorstand dem Unternehmen ein Strategieprogramm verordnen. Unter anderem will sich Krones bei den Anlagen im mittleren Preissegment stärker aufstellen. Zudem sollen Produktivität und Effizienz steigen. Krones werde einen nennenswerten zweistelligen Millionenbetrag sparen können, sagte Thaus. Die Mitarbeiter sollen das aber nicht negativ spüren. Konkretere Details wollte Thaus mit Verweis auf die Konkurrenz nicht nennen.
Der Spezialist für Maschinen und Anlagen, die Verpackungen etikettieren und Getränke abfüllen, will mithilfe des Strategieprogramms bis 2015 die Umsatzmarke von drei Milliarden Euro übertreffen. Mit einem jährlichen Wachstum von mindestens sieben Prozent wäre "im Jahr 2015 die adäquate Umsatzgrösse bei 3,15 Milliarden Euro", sagte Thaus. Im besten Fall wären gar 3,45 Milliarden Euro möglich. Vor Steuern soll der Gewinn bis zu diesem Zeitpunkt 220 Millionen Euro erreichen, wenn es besonders gut läuft, könnten es auch 280 Millionen sein.
Zwischen Januar und März waren Bestellungen im Wert von 628,6 Millionen Euro und damit knapp 15 Prozent mehr als noch vor einem Jahr hereingekommen. Der Umsatz kletterte fast ebenso kräftig auf 606,7 Millionen Euro. Dank einer sehr guten Auslastung sprang das Ergebnis vor Steuern auf 35,2 Millionen Euro (VJ 13,2). Unter dem Strich blieben 24,8 Millionen Euro (VJ 9,1). Mit den Zahlen übertraf das Unternehmen durch die Bank die Schätzungen der von dpa-AFX befragten Analysten.
2009 war der Weltmarkt für Verpackungsmaschinen um rund ein Viertel eingebrochen und hatte Krones das erste Verlustjahr nach neun Rekordjahren in Folge eingebrockt. Spätestens seit dem vergangenen Sommer aber löst sich der Investitionsstau in der Getränkeindustrie und die Kunden kehren verstärkt zurück.
Krones stellt im Wesentlichen Abfüll- und Etikettiermaschinen für die Getränkeindustrie her, bietet mittlerweile aber auch Maschinen zur Herstellung von Kunststoff-Flaschen oder zur Lagerhaltung an. Der Markt ist aber heiss umkämpft. Alleine in Deutschland gibt es mit der Gea Group und der Salzgitter-Tochter KHS zwei grosse Wettbewerber./stb/she/tw

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