Navigation

Kultur soll in Bagdad wieder Fuss fassen

Ali Al-Shalah, Initiant des Projektes "Kulturelles Zweistromland – Galerie Bagdad". Swiss Arab Cultural Centre in Zürich

In der irakischen Hauptstadt wird Mitte August das erste internationale Kulturprojekt seit Saddams Sturz eröffnet.

Dieser Inhalt wurde am 03. August 2003 - 09:05 publiziert

Initiiert hat das Projekt das Schweizerisch-Arabische Kulturzentrum in Zürich.

Wenn am 15. August in Bagdad das Projekt "Kulturelles Zweistromland – Galerie Bagdad" mit einem grossen Fest zum Leben erweckt wird, ist dies für den in der Schweiz lebenden Iraker Ali Al-Shalah ein besonderer Moment. Denn der Leiter des Schweizerisch-Arabischen Kulturzentrums in Zürich ist sozusagen der Vater des Projekts.

Das Projekt "kulturelles Zweistromland – Galerie Bagdad" soll dereinst zu einem "vollumfassenden Kulturzentrum" werden, so Al-Shalah. Es gehe darum, über die Grenzen hinweg irakische Kultur zu vermitteln und über intellektuelle Strömungen des Landes zu informieren. Vom Zentrum sollen auch Anstösse für weitere Projekte wie beispielsweise Kurz- und Dokumentarfilme ausgehen.

Start mit Computern

Vorerst will Al-Shalahin Bagdad irakischen Kulturschaffenden und Intellektuellen drei Computer zur Verfügung stellen. Damit sollen sie Kontakte zu anderen Kulturinstitutionen knüpfen und weitere Informationsquellen erschliessen können.

Verdienstmöglichkeit schaffen

Ziel der neuen Institution solle es anfänglich sein, irakischen Intellektuellen eine Arbeits- und Verdienstmöglichkeit zu verschaffen, denn gerade die Intellektuellen hätten am meisten unter Saddam leiden müssen.

"Man darf nicht vergessen, dass unzählige irakische Intellektuelle ihre Büchersammlungen und Privatbibliotheken verkaufen mussten, um sich und ihre Familien durchzubringen", klagt Ali Al-Shalah. Diese verschollenen Bücher müssten gefunden und den ursprünglichen Besitzern zurückgegeben werden.

Geld auch von der Schweiz erhofft

Für die Finanzierung des Kulturhauses sieht Al-Shalah, der in Bagdad selber eine leitende Funktion übernehmen wird, für die ersten 3 Jahre ein Budget von 25'000 Franken vor. Das Geld bringt einerseits das Schweizerisch-Arabische Kulturzentrum in Zürich auf. Andererseits erhofft er sich Beiträge von anderen Kulturinstitutionen aus dem In- und Ausland, so beipielsweise vom Europäisch-Arabische Kulturzentrum, welches von der EU und
der Arabischen Liga gegründet worden ist.

Um Unterstützung angefragt wurden auch die UNESCO und die UNO. Schalah's weitverzweigte internationalen Beziehungen sollen ihm bei der Geldsuche nützlich sein.

Gemäss Ali Al-Shalah sagte die Schweizer Aussenministerin Micheline Calmy-Rey zu, das Projekt im Irak unterstützen zu wollen, sofern die Vorgaben erreicht würden.

Bewilligung nicht erforderlich

Die Initianten lehnten es laut Al-Shalah ab, das Projekt in Bagdad von der eigentlich dafür zuständigen italienischen Botschaft absegnen zu lassen. Aber obwohl keine Bewilligungspflicht für derartige Institutionen bestehe, seien die Pläne zuständigen Personen im irakischen Kulturministerium vorgestellt worden, so Schalah.

Das Beste für die Iraker

Auf die Frage, wie sich die Menschen angesichts der verworrenen und instabilen Lage im Irak an einem kulturellen Leben beteiligen und davon
profitieren sollen, sagt Ali Al-Shalah: "Unsere Freunde hier und ausserhalb des Irak wissen nicht, dass die Kultur im Irak das Beste ist, was man der Bevölkerung anbieten kann." Für ihn komme deshalb nicht in Frage, dass das Brot vor der Kultur zu stehen komme. "Ich will beides zusammen", so der Iraker.

swissinfo,Islah Bakhat
(Übertragung aus dem Arabischen: Josette Isaa)

Fakten

"Kulturelles Zweistromland – Galerie Bagdad" startet am 15. August.

Das Budget für die ersten 3 Jahre beträgt 25'000 Franken.

End of insertion

In Kürze

Im Vordergrund steht die Vermittlung kultureller Inhalte.

Das Projekt soll Kulturschaffenden und Intellektuellen einen Verdienst bieten.

Vor allem die Intellektuellen litten unter Saddams Regime.

End of insertion

Artikel in dieser Story

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen

Diskutieren Sie mit!

Mit einem SWI-Account erhalten Sie die Möglichkeit, Kommentare auf unserer Webseite sowie in der SWI plus App zu erfassen.

Login oder registrieren Sie sich hier.