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Viele Schweizer Künstlerinnen gingen vergessen – zu Unrecht

Das Werk "Nyon" von Eva Aeppli aus dem Jahr 1955. Kohle auf Papier. Eva Aeppli, Foto: SIK-ISEA, Zürich

Mit Frauenausstellungen wird im Jahr 2019 vielerorts auf Künstlerinnen aufmerksam gemacht. Nicht ohne Grund, denn es gibt Nachholbedarf: Viele Künstlerinnen des 19. und 20. Jahrhunderts gerieten in Vergessenheit – auch in der Schweiz. Wir stellen Ihnen in einer Serie Künstlerinnen vor, die wiederentdeckt wurden oder erst nach ihrem Tod zu Ruhm gelangten.

Dieser Inhalt wurde am 04. Juni 2019 - 13:40 publiziert
Ester Unterfinger (Bildredaktion), Alexandra Kohler (Text)

Eva Aeppli (1925  2015)

Eva Aeppli, mit ihrem Werk "Die Zehn Planeten" (1975/1976), aufgenommen im Museum Tinguely 2006 in Basel. Keystone / Georgios Kefalas

Seit den 1950er-Jahren schuf Eva Aeppli ein Werk, das von grosser Intensität geprägt ist. Aeppli wurde in Zofingen geboren und wuchs in Basel auf, lebte aber die meiste Zeit ihres Lebens in Frankreich, wo sie 2015 starb. Mit ihrem zweiten Mann, dem berühmten Schweizer Künstler Jean Tinguely, ging sie 1951 zunächst nach Paris. Ihr Werk ist von grosser Vielfalt, aber immer geprägt von einer konsequenten Haltung. Handpuppen, Stofffiguren, expressive, figurative Malereien, dunkle Farben – ihre Kunst vermittelte ein karges, asketisches Menschenbild.

Ab den 1960er-Jahren zeigte AeppliExterner Link in grossformatigen Gemälden Totenköpfe, Schädel, Gesichter, auch Leichenberge. Die Realität des Zweiten Weltkrieges, die Konzentrationslager, das Leid der Menschen und die Gewalt wirkte sich auf Aepplis Menschenbild aus.

Von einzelnen Kritikern wurde ihre Botschaft als sehr pessimistisch und düster missverstanden. Ebenso schuf sie ein expressives Werk in einer Zeit, in der die Stilrichtung in den Hintergrund geriet. Stilrichtungen wie Pop Art und Nouveau Réalisme, neben anderen, waren En Vogue.

Eva Aepplis Kunst aber hatte aber immer auch eine moralische Botschaft. Seit den 1980er-Jahren erst hat ihr Werk in der Öffentlichkeit die Rezeption und Bedeutung erhalten, die es verdient.

Wir haben uns die Sichtbarkeit von Künstlerinnen im Schweizer Museumsmarkt genauer in einer umfassenden Datenanalyse angesehen. Diese erscheint am 7. Juni. Melden Sie sich für den Newsletter an, wenn Sie die Reportage per Email erhalten möchten.

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