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Kunsthochschule Lausanne startet durch

Die preisgekrönte Büchse in Form einer umgedrehten Flasche. (ecal.ch)

Die Kunsthochschule Ecole Cantonale d'Art de Lausanne (Ecal) wird beim Design international immer bekannter. Davon zeugen die zahlreichen Preise, welche Ecal-Studenten gewinnen.

Die Ecal schaffte in den letzten zehn Jahren den Sprung unter die besten Kunsthochschulen Europas, anerkennt die Fachpresse.

Die Kunsthochschule Ecole Cantonale d'Art de Lausanne (Ecal) steht im grellen Scheinwerferlicht: Zwei Ecal-Studenten der Sparte visuelle Kommunikation haben jüngst bei den "Student Awards" in London den ersten Preis gewonnen. Gestiftet werden die Auszeichnungen von der renommierten Stifung Design&Art Direction.

Unter den 2500 eingereichten Arbeiten kürte die Jury diejenige von Francis Chabloz. Es handelt sich um eine Büchse für Alcopops in Form einer umgedrehten Flasche, ein wahrhaft aussergewöhnliches Design.

In Tokyo haben fast zur selben Zeit zwei andere Ecal-Studenten den ersten Preis des Wettbewerbs Digital Stadium der Kette NHK für ihr Projekt "Commotion" gewonnen.

Es handelt sich dabei um per Stimme gesteuerte Autos in einem Mini-Kurs. Wenn die Gefährte die Piste verlassen, beginnt der Helm des Piloten zu vibrieren...

"Nobel" für Schweizerisches Design

Die Liste der Preise, die in den letzten Jahren gewonnen wurden, ist lang. Ende des letztes Jahres, hat zum Beispiel eine Ecal-Diplomierte den Preis der Loewry-Stiftung bekommen, eine Art Nobelpreis für Schweizerisches Design.

Die Gelegenheit, den Aufwärtstrend der Ecal gegenüber den Schweizerischen Kunstschulen (Zürich, Luzern, Aargau, usw.) zu zeigen - in einem gerade angekündigten Wettbewerb um die "Schulen des Landes positionieren, die sich einen immer härteren Wettbewerb liefern", erklären die Organisatoren.

"Die Ecal macht Druck auf die anderen Institutionen, sie ist sehr stark", bestätigt Meret Ernst, Designredaktorin bei der deutschschweizerischen Monatszeitschrift "Hochparterre".

"Das Bildungsniveau in der Schweiz ist deutlich besser geworden", stellt die Journalistin fest. "Die Fachhochschulreform hat geholfen, das Niveau zu heben, um mehr Gewicht auf internationaler Ebene zu erhalten."

Kluge Studenten

Und das scheint zu funktionieren. In Bezug auf Design schrieb die britische Monatszeitschrift "Wallpaper" im Juli, dass Ecal "die erste Wahl für kluge Designstudenten wird".

Die Schule hat die Zahl ihrer Studierenden in zehn Jahren verdoppelt – auf 310 im nächsten Schuljahr- und sie muss Hunderte Kandidaturen aus aller Welt ablehnen.

Direktor Pierre Keller ist der Autor dieser "Erfolgs-Story". Er ist seit 10 Jahren im Amt und spielt die Rollen des Kommunikators, des Ideen-Lieferanten, des unbeirrbar Zielgerchteten, der bewussten Autorität.

Um seine Schule zu profilieren, hat er begonnen, die Stärken und Schwächen seiner Konkurrenten in Frankreich und Nordeuropa zu analysieren.

Seither hat die Ecal verstärkt an Wettbewerben und internatinalen Messen teilgenommen, um ihren Ruf zu festigen.

In diesem Herbst wird sie in San Francisco, Santa Monica und Rom an Ausstellungen, Workshops und Konferenzen teilnehmen.

Bekannte Kunstschaffende

Pierre Keller hat sich auch mit hochkalibrigen Dozenten umgeben, wie dem aufsteigenden Star Ronan Bouroullec. Er hat Lehrkräfte von anderen Institutionen verpflichtet (den Schulen von Helsinki und Eindhoven) und auch aus der Schweiz, der ETH Lausanne.

"Für eine gute Schule braucht es gute Lehrkräfte und gute Schülerinnen und Schüler", erklärt Pierre Keller.

"Wichtig ist auch die Kommunikation, das Netz, die Verfügbarkeit, die Ideen, die Möglichkeit, Risiken einzugehen mit dem Recht, sich zu täuschen. Das ist ein Recht, das ich fordere."

Die Ecal arbeitet mit bekannten Designern und Fabrikanten zusammen (Boffi, B&B Italia, Serralunga, Caran d'Ache, Team By Wellis, etc.), um sich im Bereich des industriellen Designs profilieren zu können.

Die Lausanner Kunsthochschule hat aber auch Feinde. Einige werfen Pierre Keller vor, Arbeitslose auszubilden. "Jene, die keine Arbeit finden wollen, finden keine", erwidert Keller. "Die kleinen, lokalen Designer müssen ihr Schneckenloch verlassen, sie müssen anderswo hingehen, sich umschauen, lernen, sich bewegen!"

Im Magazin "Wallpaper" wischt Ronan Bourroullec die Argumente der Nörgler vom Tisch. Der Franzose glaubt, dass "die Schweiz in fünf Jahren über die beste Designer-Generation aller Zeiten verfügen könnte".

"Das ist nicht unmöglich, sagt Meret Ernst dazu. "Aber man muss vorsichtig sein. Es wird nämlich von den Leuten selbst abhängen und von der Mode, die sich im Design durchsetzt."

swissinfo, Pierre-François Besson
(Übertragen aus dem Französischen: Renat Kuenzi und Etienne Strebel)

Fakten

Die Ecal zählt in diesem Herbst 310 Studenten und Studentinnen.
Mehr als 10% der Studierenden sind Deutschschweizer.
Das Jahresbudget beträgt rund 10 Mio. Franken.
Vom 17. bis 26. September ist die Ecal Gast beim Comptoir Suisse in Lausanne.

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In Kürze

In Zusammenarbeit mit der Design-Akademie von Eindhoven plant die Kantonale Kunstschule von Lausanne eine Design-Akademie in Südkorea. Geplante Eröffnung: 2007.

Die wichtigsten internationalen Konkurrenten der Ecal sind die Design Academy von Eindhoven, die University of Art and Design in Helsinki, die Cranbrook Academy in Detroit, die Ateliers de Paris und das Royale College of Art in London.

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