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Zürich (awp) - Die Umstrukturierung des Reisekonzerns Kuoni trägt Früchte. Nach einem nur knapp schwarzen Ergebnis im Vorjahr verzeichnete das Unternehmen im Geschäftsjahr 2010 einen deutlichen Gewinnsprung. Die Aktionäre sollen eine Dividende erhalten, auch wenn diese deutlich geringer als 2009 ausfällt. Einen konkreten Ausblick traut sich Kuoni in der aktuellen Lage allerdings nicht zu.
Der Konzern vervielfachte den Reingewinn auf 23,2 (VJ 1,6) Mio CHF, nach Minderheiten waren es 21,3 (0,2) Mio CHF. Der Betriebsgewinn (EBIT) kletterte auf 58,4 (VJ 15,1) Mio CHF. Der Underlying EBIT ohne Kosten für das Restrukturierungsprogramm, Vulkanausbruch in Island sowie Amortisationen wurde auf 127,1 Mio CHF mehr als verdoppelt, wie der Reisekonzern am Dienstag mitteilte.
Der Nettoerlös des Reisekonzerns stieg indes nur leicht um gut 2% auf 3'983,6 Mio CHF. Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung eine Dividende von 2,50 CHF pro Namenaktie B, nach 8,00 CHF pro Anteil im Vorjahr.
Den Verlust für die Aschewolke aus Island veranschlagt Kuoni mit 14,5 Mio CHF, das Restrukturierungsprogramm schlug mit 40,4 Mio CHF zu Buche. Währungseffekte insbesondere durch den starken Franken gegenüber Euro, britischem Pfund und Dollar wurden teilweise durch die Aufwertung der schwedischen Krone und der indischen Rupie kompensiert.
Mit dem Zahlenset hat der Reisekonzern die Erwartungen der Analysten (AWP-Konsens) beim Umsatz getroffen und auf den Gewinnstufen übertroffen.
Die positiven Ergebnisse seien auf die Reorganisation der Gruppe, nachhaltige Kosteneinsparungen sowie die allgemeine Erholung der Weltwirtschaft zurückzuführen, so Kuoni weiter. Alle Divisionen hätten zur Ergebnissteigerung beigetragen, die wichtigsten Ertragspfeiler waren Skandinavien, Asien und Kuoni Destination Management.
In der Marktregion Nord, die unter anderem die skandinavischen Länder, Russland, Grossbritannien und Benelux umfasst, wurde das Betriebsergebnis auf 52,1 Mio CHF mehr als verdreifacht. Eine wesentlich verbesserte Bruttomarge und realisierte Kosteneinsparungen trugen hierzu bei.
In der Marktregion Süd mit dem Heimatmarkt Schweiz, Südeuropa und Asien wurde der EBIT um knapp 38% auf 46,1 Mio CHF gesteigert. Das Wachstum sei aber ausschliesslich in Asien in den Märkten Indien und China/Hongkong erzielt worden, so Kuoni. In der Schweiz habe sich der wirtschaftliche Aufschwung erst in der zweiten Jahreshälfte ausgewirkt. In Südeuropa seien besonders Spanien und Italien weiter durch das negative wirtschaftliche Umfeld beeinflusst.
Die Sparte Destinations steigerte trotz Margendrucks, negativer Währungseinflüsse sowie Nettoerlösausfällen durch die Aschewolke und Unruhen in Thailand den EBIT um mehr als 36% auf 21,2 Mio CHF. Auch hier sorgten insbesondere Kosteneinsparungen für die Ergebnisverbesserung.
Die Buchungen des Veranstaltergeschäfts lagen per 13. März 2011 für das Jahr 2011 in Schweizer Franken 7% unter dem Vorjahresniveau, in Lokalwährungen auf Vorjahresniveau.
Für das laufende Jahr wagt Kuoni keine konkrete Prognose. "Die weitere Entwicklung ist aufgrund der Folgen des schweren Erdbebens in Japan und der unsicheren geopolitischen Lage in den arabischen Ländern schwierig einzuschätzen", wird CEO Peter Rothwell in der Mitteilung zitiert.
Die politischen Umstürze insbesondere in den Ferienländern Ägypten und Tunesien hätten im Februar 2011 zur Einstellung aller Reisen in diese Länder geführt. Die Annulationen konnten nur teilweise durch Umbuchungen kompensiert werden. Das flexible Geschäftsmodell ermögliche jedoch eine Anpassung der Angebote in andere Ferienregionen. Zusätzlich belaste der starke Wertverlust des Euro gegenüber dem Franken den Buchungsstand, so Rothwell.
dm

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