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Lanxess präzisiert nach rasantem Jahresstart Prognose für 2010 (AF)

Dieser Inhalt wurde am 11. Mai 2010 - 11:34 publiziert

(Neu: Telefonkonferenz, Aktienkurs, Analysten)
LEVERKUSEN (awp international) - Der Spezialchemiekonzern Lanxess hat nach einem rasanten Jahresstart die optimistische Prognose für das Gesamtjahr präzisiert. "Wir sind gut in das neue Jahr gestartet und gehen von einer Fortsetzung des positiven Wirtschaftstrends aus", sagte Konzernchef Axel Heitmann am Dienstag. Auch das zweite Quartal habe gut begonnen. Der Schwung werde anhalten. Für das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sowie vor Sondereinflüssen rechnet Heitmann im laufenden Jahr mit einem Anstieg auf 650 bis 700 Millionen Euro. Bisher war nur eine deutliche Verbesserung erwartet worden. Im Krisenjahr 2009 hatte Lanxess bei Umsätzen von 5,06 Milliarden Euro operativ 465 Millionen Euro verdient.
Asien und Lateinamerika hätten bereits wieder Vorkrisenniveau erreicht. Es werde aber noch einige Zeit dauern, bis die Erholung in der westlichen Hemisphäre abgeschlossen sei, hiess es. Die Erholung verlaufe damit regional weiterhin stark unterschiedlich. Dank der starken Nachfragebelebung kletterte die Auslastung der Anlagen im ersten Quartal über 80 Prozent. Hier wirke sich das flexible Anlagenmanagement positiv aus. Lanxess habe nicht nur den Belastungstest in der Krise gut überstanden, sondern gleichzeitig auch die Weichen für nachhaltiges Wachstum gestellt, sagte Heitmann. Auch künftig solle der Konzern sowohl intern als auch extern wachsen.
UMSATZ- UND GEWINNSPRUNG ZUM START
Dank guter Kautschuk-Geschäfte starteten die Leverkusener mit einem unerwartet kräftigen Umsatz- und Gewinnsprung in das neue Jahr. Der Gewinn kletterte von Januar bis März auf 104 (minus 14) Millionen Euro. Vor einem Jahr hatte die Krise den Konzern stark belastet. Nun profitieren die Leverkusener von einer wieder deutlich höheren Nachfrage insbesondere in Asien und Kostensenkungen. Der Umsatz schnellte um 53 Prozent auf 1,61 Milliarden Euro in die Höhe, während sich das operative Ergebnis (EBITDA pre ex) auf 233 (66) Millionen Euro vervielfachte. Analysten hatten im Schnitt deutlich niedrigere Werte erwartet.
Am Finanzmarkt war die Reaktion gleichwohl negativ. Die Aktien sanken in einem knapp behaupteten Marktumfeld am Mittag im Zuge von Gewinnmitnahmen um 2,66 Prozent auf 33,485 Euro. Der MDax büsste zeitgleich nur wenig ein. Commerzbank-Analyst Stephan Kippe beurteilte vor allem die Entwicklung im zyklischen Geschäftsbereich "Performance Chemicals" positiv. Da der Ausblick nach oben konkretisiert worden sei und Lanxess üblicherweise konservativ mit seinen Prognosen umgehe, rechnet der Experte mit etwas Spielraum für seine eigenen Erwartungen. Auch Händler zeigten sich in ersten Reaktionen eher positiv überrascht.
LANXESS GEHT GESTÄRKT AUS KRISE HERVOR
Lanxess gehe gestärkt aus der Krise hervor, sagte Heitmann. Die Strategie der Fokussierung auf die Wachstumschancen in den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) und ein striktes Kostenmanagement zahlten sich aus. Wachstumstreiber war im ersten Quartal das Kautschukgeschäft in Asien und Lateinamerika. Heitmann sieht aber auch Risiken. Er verweist auf volatile Rohstoffpreise, die finanzielle Instabilität in der Euro-Zone und das Auslaufen staatlicher Konjunkturpakete. Es sei deshalb weiter notwendig, die Kostenstrukturen zu optimieren und sorgfältig mit den finanziellen Mitteln umzugehen. An den geplanten Sparprogrammen werde festgehalten. Neue Programme seien aber nicht geplant, sagte Heitmann.
Die Rohstoffpreise dürften im laufenden Geschäftsjahr weiter steigen. Höhere Kosten sollen auch künftig an die Kunden weitergegeben werden. Im ersten Quartal habe Lanxess Mengen und Preise im Tandem erhöht. Der Lageraufbau bei den Kunden dürfte sich auch im zweiten Quartal fortsetzen. Darüber hinaus seien derzeit aber keine Prognosen zum weiteren Lageraufbau möglich./jha/jkr/wiz

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