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Lanxess präzisiert nach rasantem Jahresstart Prognose für 2010

Dieser Inhalt wurde am 11. Mai 2010 - 09:33 publiziert

LEVERKUSEN (awp international) - Der Spezialchemiekonzern Lanxess hat nach einem rasanten Jahresstart die optimistische Prognose für das Gesamtjahr präzisiert. "Wir sind gut in das neue Jahr gestartet und gehen von einer Fortsetzung des positiven Wirtschaftstrends aus", sagte Konzernchef Axel Heitmann am Dienstag laut Mitteilung. Asien und Lateinamerika hätten bereits wieder Vorkrisenniveau erreicht. Es werde aber noch einige Zeit dauern, bis die Erholung in der westlichen Hemisphäre abgeschlossen sei. Für das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sowie vor Sondereinflüssen rechnet er 2010 mit 650 bis 700 Millionen Euro. Bisher war nur eine deutliche Verbesserung erwartet worden. Im Krisenjahr 2009 hatte Lanxess bei Umsätzen von 5,06 Milliarden Euro operativ 465 Millionen Euro verdient.
Dank guter Kautschuk-Geschäfte starteten die Leverkusener mit einem unerwartet kräftigen Umsatz- und Gewinnsprung in das neue Jahr. Der Gewinn kletterte von Januar bis März auf 104 (minus 14) Millionen Euro. Vor einem Jahr hatte die Krise den Konzern stark belastet. Nun profitieren die Leverkusener von einer wieder deutlich höheren Nachfrage insbesondere in Asien und Kostensenkungen. Der Umsatz schnellte um 53 Prozent auf 1,61 Milliarden Euro in die Höhe, während sich das operative Ergebnis (EBITDA pre ex) auf 233 (66) Millionen Euro vervielfachte. Analysten hatten im Schnitt deutlich niedrigere Werte erwartet.
AKTIE IM FRÜHEN HANDEL UNTER DRUCK
Am Finanzmarkt war die Reaktion gleichwohl negativ. Die Aktien sanken in einem schwächeren Marktumfeld im frühen Handel um 2,86 Prozent auf 33,415 Euro. Der MDax büsste zeitgleich 0,4 Prozent ein. Commerzbank-Analyst Stephan Kippe beurteilte vor allem die Entwicklung im zyklischen Geschäftsbereich "Performance Chemicals" positiv. Da der Ausblick nach oben konkretisiert worden sei und Lanxess üblicherweise konservativ mit seinen Prognosen umgehe, rechnet der Experte mit etwas Spielraum für seine eigenen Erwartungen. Auch Händler zeigten sich positiv überrascht.
Lanxess gehe gestärkt aus der Krise hervor, sagte Heitmann. Die Strategie der Fokussierung auf die Wachstumschancen in den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) und ein striktes Kostenmanagement zahlten sich aus. Wachstumstreiber war im ersten Quartal das Kautschukgeschäft in Asien und Lateinamerika. Das signifikante Umsatzwachstum dort werde von den Megatrends Mobilität und Urbanisierung verstärkt, erklärte Heitmann.
Der Lanxess-Chef sieht aber auch Risiken. Er verweist dabei auf volatile Rohstoffpreise, die finanzielle Instabilität in der Euro-Zone und das Auslaufen staatlicher Konjunkturpakete. Es sei deshalb weiter notwendig, die Kostenstrukturen zu optimieren und sorgfältig mit den finanziellen Mitteln umzugehen. Die Rohstoffpreise dürften im laufenden Geschäftsjahr weiter steigen. Der Lageraufbau bei den Kunden dürfte sich auch im zweiten Quartal fortsetzen. Darüber hinaus seien derzeit aber keine Prognosen zum weiteren Lageraufbau möglich./jha/wiz

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