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Last-Minute-Angebote top - Sommerkleider flop

Sommerwetter 2004: Bisher nasskalt und trüb.

(Keystone)

Des einen Freud, des andern Leid: Während Reisebüros vom trüben und nasskalten Sommerwetter profitieren, bleiben Warenhäuser und Boutiquen auf ihren Sommerkleidern sitzen.

Das kalte Nass macht nicht besonders Lust auf Sommerkleidung.

"Wir hoffen, dass wir nicht auf grossen Restposten sitzen bleiben. Aber das hängt ganz von der Entwicklung des Wetters ab", sagt Monika Weibel, Sprecherin des Detailhandelsriesen Migros. Für die Migros ist dies allerdings kein Grund, den für August geplanten Ausverkauf vorzuverlegen.

Auch das Berner Warenhaus Loeb hofft, die Sommer-Ware loszuwerden. Loeb-Sprecherin Madeleine Elmer sieht dem optimistisch entgegen: "Dank dem durchzogenen Wetter läuft es recht gut. Die Leute gehen bei schlechtem Wetter einkaufen."

Neue Herbstware bereits da

Doch inwiefern die Kundschaft auf ihren Shoppingtouren Hochsommerkleidung kauft, bleibt fraglich. In den meisten Fällen ist in den Einkaufshäusern bereits die erste neue Herbstware eingetroffen.

Auch beim Warenhaus Globus kann sich der Kunde bereits mit neuer Herbstmode einkleiden. Trotzdem hat Janneke de Bruijn, Geschäftsführerin von Globus Zürich-City, keine Angst, auf der Sommerware sitzen zu bleiben. "Der Sommerverkauf dauert noch gute sechs Wochen, und wie alle Jahre wird es schönes Wetter geben", ist de Bruijn überzeugt.

Fernweh

Doch genau daran zweifeln viele: Die Menschen packt das Fernweh, insbesondere mit der Erkenntnis, dass ein weiterer Jahrhundertsommer nicht zu erwarten ist. In den letzten zwei Wochen war daher der Run auf Last-Minute-Angebote deutlich spürbar, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur sda zeigt.

Bei Hotelplan wurden zwar weder mehr noch weniger Last-Minute-Angebote verkauft als 2003, aber der Zeitpunkt der Nachfrage habe sich verlagert, sagt Hotelplan-Sprecherin Claudia Zimmermann.

"Die Leute haben lange auf warme Temperaturen gewartet, nun greifen sie zu." Dieser Trend dürfte sich laut Zimmermann in den nächsten Tagen fortsetzen. "Viele Leute wollen noch einen Sonnenplatz ergattern."

Flexibilität gefragt

Bei Konkurrent Kuoni findet man für den Juli kaum noch Last-Minute-Angebote, wie Sprecherin Andrea Hemmi bestätigt. "Bezüglich Destination, Flug und Hotel muss man jetzt sehr flexibel sein." Im August sieht es laut Hemmi wieder besser aus.

Grundsätzlich wird eher längerfristig gebucht. Gefragt waren insbesondere östliches Mittelmeer wie Südtürkei, Zypern oder Kroatien. In diesen Regionen sind denn auch kaum mehr Last-Minute-Angebote zu finden. Etwas grösser ist die Auswahl auf den Kanaren und den Balearen.

Halb so schlimm

Auch wenn die halbe Schweiz über das triste Wetter jammert, der Schein trügt: So schlecht wie das wechselhafte Wetter wahrgenommen wird, ist es nicht, wie Meteo Schweiz belegt. "Der Mai und der Juni liegen absolut in der Norm", erklärt Stephan Bader von Meteo Schweiz.

Temperaturmässig waren die beiden Monate laut Bader sogar leicht zu warm, mit dem letztjährigen Jahrhundertsommer jedoch nicht vergleichbar. Die internationale Normperiode liegt zwischen 1961 bis 1990. Auch die Niederschläge lagen unter dem Durchschnitt, während die Sonnenscheindauer über der Norm lag.

Etwas trüber sieht der bisherige Juli aus. Die ersten 12 Tage des "Sommermonats" waren unterdurchschnittlich kühl, aber nicht ungewöhnlich. Auch die Sonnenscheindauer liegt laut Bader erst bei rund 20-30 Prozent, während die Niederschläge dem Durchschnitt entsprechen.

Kein Grund zum Jammern also: "Wir hatten schon schlimmere Sommermonate", sagt Bader.

swissinfo und Dagmar Zumstein (sda)

Fakten

Internationale Normperiode: 1961-1990
2003: Jahrhundertsommer
Mai und Juni 2004: in der Norm, sogar leicht zu warm
Juli 2004: erste 12 Tage unterdurchschnittlich kühl, Sonnenscheindauer erst bei 20-30%, Niederschläge durchschnittlich

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In Kürze

Das bisherige nasskalte und trübe Sommerwetter in der Schweiz ist gut für Reisebüros mit Last-Minute-Angeboten und schlecht für Warenhäuser und Boutiquen.

Warenhäuser hoffen auf besseres Wetter, damit sie nicht auf ihren Sommerartikeln sitzen bleiben.

Dagegen freuen sich die Reisebüros über den in den letzten zwei Wochen spürbaren Run auf Last-Minute-Angebote.

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