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Lawinen: Zwei Todesopfer und Verletzte

Retter beim Einsatz nach dem Lawinenniedergang in Engelberg. Fünf Verschüttete konnten lebend geborgen werden. Keystone

Zwei Todesopfer in Liechtenstein, eines in Frankreich und mindestens acht Verletzte in der Schweiz: Dies die Bilanz der Lawinenabgänge vom Sonntag.

Dieser Inhalt wurde am 30. Dezember 2001 - 21:36 publiziert

Nach dem stürmischen und regnerischen Samstag war der Andrang in der Wintersport-Orten am Sonntag gross. Die Niederschläge hatten die Lawinengefahr markant ansteigen lassen.

Etliche Varianten-Skifahrer und Snowboarder liessen sich davon jedoch nicht beeindrucken. Sie frönten erneut auch abseits der gesicherten Pisten ihrer Leidenschaft - nicht immer ohne Folgen.

Glück im Unglück in Engelberg

In Engelberg lösten sie eine Lawine aus, die fünf Menschen unter sich begrub. Diese konnten, wenn auch verletzt, geborgen werden. Vermisst wurde nach Angaben der Polizei am späteren Abend niemand mehr.

Auch im Graubünden lösten sich mehrere Schneebretter. Insgesamt wurden dort ausserhalb der markierten Pisten fünf Menschen verschüttet. Sie alle konnten lebend gebrogen werden, drei von ihnen erlitten allerdings Verletzungen.

Seit Freitag wird zudem im Gebiet der Flumserberge (St.Gallen) ein 47-jähriger Skifahrer vermisst. Der 47-Jährige war alleine aufgebrochen.

Im Naaftal, im Fürstentum Liechtenstein, wurden am Sonntag ebenfalls zwei Skiwanderer von einem Schneebrett mitgerissen. Sie konnten zwar geborgen werden, doch verstarben sie nach der Einlieferung ins Spital.

Auch in den französischen Alpen gab es bei Lawinenabgängen am Sonntag Opfer. In Tignes in Savoyen starb eine 20-jährige Skifahrerin in den Schneemassen. In Clusaz in Obersavoyen wurden sechs Skifahrer von einer Lawine mitgerissen. Sie konnten geborgen werden.

Weiterhin Lawinengefahr

Noch ist die Lawinengefahr nicht gebannt. Nach Angaben des Eidgenössischen Instituts für Schnee- und Lawinen-Forschung bestand am Sonntagabend noch immer für weite Teile der Alpen erheblich Lawinengefahr.

Lawinengefährdet sind praktische alle Lagen oberhalb von 1600 Metern. Die Lawinengefahr geht in den nächsten Tagen nur langsam zurück. Zurückhaltung bei steilen Tiefschnee-Abfahrten wird dringend empfohlen.

Auf den markierten Pisten herrscht laut Angaben der Bahnbetreiber jedoch keine Lawinengefahr. Die Schnee-Bedingungen seien ausgezeichnet, heisst es allenorten.

Hochbetrieb in Wintersportorten

Nach den stürmischen Böen und den Niederschlägen vom Samstag schien am Sonntag in der ganzen Schweiz die Sonne. In den Wintersportorten herrschte denn auch entsprechender Andrang; zu den zahlreichen Hotelgästen gesellten sich viele Tagesausflügler.

Schon ab 10 Uhr habe am Sonntag Hochbetrieb geherrscht, sagte etwa Peter Wenger, Sprecher der Jungfraubahnen. Ähnlich tönte es in Adelboden (BE), Gstaad (BE) und im Bündnerland. Auch die Westschweizer Winterstationen meldeten Hochbetrieb.

210km/h auf dem Jungfraujoch

Die stürmischen Böen, die am Samstag die ganze Schweiz heimgesucht hatten, erreichten im Flachland Spitzen von bis zu 70 km/h. Oberhalb von 800 Metern wurden Werte bis zu 130 km/h gemessen, auf dem Säntis waren es 170 km/h. Am heftigsten waren die Stürme auf dem Jungfraujoch mit Böen von bis zu 210 km/h.

Die mit den Böen verbundenen Niederschläge fielen sehr unterschiedlich aus. Unterhalb von etwa 1400 Metern fielen diese als Regen. Über 1800 Meter gab es Neuschnee und - bedingt durch die Stürme - Schnee-Einblasungen.

swissinfo und Agenturen

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